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10.09.2012

Karikaturstreit eskaliert

Morddrohungen gegen Fischer & FPÖ-Aufstand

Die Auswüchse auf die Kritik von Fischer an Strache

Die Auswüchse auf die Kritik von Fischer an Strache (© APA/MONTAGE/SCREENSHOT)

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hatte am 18. August auf seiner Facebook-Seite eine mutmaßlich antisemitische Karikatur gepostet. Seitdem kocht die Stimmung. Innerhalb der FPÖ wird Strache kritisiert und ein Politiker sagte sich von ihm los. Im Gegenzug wird Bundespräsident Heinz Fischer für seine Strache-Kritik von FPÖ-Sympathisanten mit Mord bedroht.

Fischer solle sich "die Kugel geben", tauge nur mehr "als Fischfutter" oder solle der "Blitz beim Sch... derschlagen" - so lauten die niveaulosen Kommentare von FPÖ-Anhängern auf einen Bericht der Krone zur Fischer-Kritik an Strache. Der Gipfel: Fischer solle eine "Sizilianische Krawatte" gebunden werden - also die Kehle aufgeschnitten und die Zunge durch den Schlitz im Hals gezogen werden.

Dem nicht schlimm genug, stimmen Dutzende Leser den Kommentaren per Mausklick zu. Wie im Krone-Forum wird auch auf Straches Facebook-Profil nach der Fischer-Kritik gegen den Präsidenten gewettert. "was will man von einem demenzen schleimscheisser", "fischer ist doch noch immer kommunistischer abschaum" oder "Den braucht ka Nega, der teuerste Arbeitslose von Österreich!" ist zu lesen.

"So etwas brauchen wir in der FPÖ nicht"
Damit, dass sich aber im innersten Zirkel der Freiheitlichen Widerstand regt, hatte Strache wohl nicht gerechnet. SOS Mitmensch hat als Reaktion auf die von Strache veröffentlichte Karikatur einen Rundruf in der FPÖ gemacht. Ergebnis: Zwar haben viele FPÖler Angst sich zu äußern, weil sie befürchten, von der Parteispitze abgestraft zu werden. Dennoch wagten sich einige gegenüber SOS Mitmensch aus der Deckung.

"So etwas brauchen wir in der FPÖ nicht", meinte etwa der FPÖ-Bürgermeister von Steinhaus in Oberösterreich, Harald Piritsch - eine Aussage, die er später in einer Aussendung als "verdreht" bezeichnete. Die Obfrau der Bregenzer FPÖ, Andrea Kinz, gab an, dass sie Antisemitismus kategorisch ablehne. "Dass Strache eine antisemitische Karikatur auf seine Facebook-Seite stellt, ist für mich mindestens genauso ärgerlich wie für Sie", erklärte Kinz dem Sprecher von SOS Mitmensch, Alexander Pollak. Gänzlich die Nase voll von Strache scheint Burkhard Wachter, FPÖ-Bürgermeister von Vandans in Vorarlberg, zu haben. "Ich will von Strache nichts mehr wissen und mit der von ihm geführten FPÖ eigentlich nichts mehr zu tun haben."

Öffentlich Kritik zurückgewiesen
Öffentlich haben die Freiheitlichen die scharfe Kritik von Fischer an Strache zurückgewiesen. Fischer sei mit seiner Kritik "unglaubwürdig und wieder mal parteipolitisch motiviert", meinte Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Aussendung. Es werde selbst Fischer nicht gelingen, etwas herbeizureden, wo nichts sei, betonte der FPÖ-Generalsekretär.

"Wo war der Aufschrei des Herrn Bundespräsidenten, als im Vorfeld der Wiener Wahl SPÖ-Gemeinderat Al Rawi hunderte Muslime vor dem Bundeskanzleramt gegen Israel aufgehetzt hat, die dann in weiterer Folge mit "Wach auf, Hitler"-Schildern durch die Stadt Wien marodierten?", so Vilimsky. "Faktum sei", dass Strache "in keiner Faser seines Wirkens" antisemitische Seiten erkennen lasse.

Druck im ORF-Sommergespräch
Zur Vorgeschichte: Der FPÖ-Chef hatte auf der Internet-Plattform "Facebook" eine Karikatur gepostet, auf der ein dicker Banker zu sehen ist, der von einem Regierungsbeamten angefüttert wird. Ersterer trägt eine Hakennase und Davidsterne auf seinem Jacket. Bereits im ORF-Sommergespräch stand Strache deswegen unter Druck.

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1 Kommentar von unseren Lesern

2

bikedoc (21)
10.09.2012 16:45

Politiker
Ich habe den glauben an unsere Regierung schon lange verloren. Nur an den eigenen Vorteilen interessiert und sich bei den Migranten einschleimen um Wahlstimmen zu erhaschen. Komme mir schon vor, als wäre ich der Gastarbeiter im eigenen Land.
Schöne Aussichten!


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