Walter Rosenkranz Politik

FPÖ übernimmt nun das Steuer im U-Ausschuss

FPÖ übernimmt nun das Steuer im U-Ausschuss

FPÖ-Fraktionsführer Walter Rosenkranz (© ROLAND SCHLAGER (APA))

FPÖ-Fraktionsführer Walter Rosenkranz
FPÖ-Fraktionsführer Walter Rosenkranz
Ohne Gegenstimme wurde der neue Vorsitzende des U-Ausschusses gewählt. Der freiheitliche Fraktionsvorsitzende Walter Rosenkranz folgt der Grünen Gabriela Moser, die ihr Amt zurückgelegt hatte, um eine Fortsetzung des Ausschusses zu ermöglichen. Doch wer ist dieser Walter Rosenkranz?

Klassenbucheinträge über Walter Rosenkranz (50) dürfte es kaum geben. Der freiheitliche Bildungssprecher übernimmt von der Lehrerin Gabriela Moser den Vorsitz im Korruptions-Untersuchungsausschuss. Verhaltensauffälligkeiten sind von dem gebürtigen Kremser, der zum rechten Rand der FPÖ zählt, nicht bekannt.

Rosenkranz hatte es bisher entsprechend schwer, zwischen den Eigenvermarktungsmaschinen Peter Pilz (G) und Stefan Petzner (B) die Aufmerksamkeit im Ausschuss auf sich zu ziehen. Artig und sachlich stellte er bisher Fragen, die zu stellen waren, One-Man-Shows in den Ausschusspausen waren dem FPÖ-Mann bisher kein Anliegen. Im Parlament gilt Rosenkranz als fleißiger Anfragensteller, überwiegend zu Bildungs- und Kulturthemen. Innerparteilich gilt er als einer von mehreren Hausjuristen, unverzichtbar beim Formulieren von Sachverhaltsdarstellungen und Ähnlichem.

Seit dem Jahr 2000 Rechtsanwalt
Geboren wurde Rosenkranz am 29. Juli 1962 in Krems an der Donau. Verwandt oder verschwägert mit der niederösterreichischen FPÖ-Landesrätin und ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz ist er jedoch nicht. Nach der Matura in seiner Heimatstadt zog es ihn 1980 nach Wien, wo er Rechtswissenschaften studierte, seit 2000 ist er Rechtsanwalt. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn verlief eine künstlerische: Er studierte zwei Jahre an der Hochschule Konzertfach Gitarre.

Politisch aktiv ist Rosenkranz seit seiner Jugend: So war er 1988 und 1989 Bundesobmann der Freiheitlichen Studenteninitiative, zeitgleich wurde er Mitglied des Gemeinderates in Krems, was er bis heute geblieben ist. Eine kurze Karriere als Vertragsbediensteter im Verteidigungsministerium führte in direkt in die Arme der Wiener FPÖ, wo er zuerst als Hausjurist, dann als Landesparteisekretär tätig war. In den Nationalrat schaffte es Rosenkranz via niederösterreichischer Landesliste bei der Wahl 2008.

"Heimseiten" statt Homepages
Dass es Rosenkranz im Untersuchungsausschuss arge Probleme bereitete, das Wort "Homepage" auszusprechen, kommt nicht von irgendwo her: Als Mitglied der als elitär bekannten akademischen Burschenschaft Libertas fühlt er sich schon eher auf "Heimseiten" wohl. Aus dieser laut Eigendefinition ältesten noch bestehenden Burschenschaft Österreichs stammt auch sein politisches Vorbild: Der in Salzburg tätige Jurist und Politiker Julius Sylvester.

Abseits der Politik betätigt sich Rosenkranz nicht nur musikalisch: Er ist stellvertretender Obmann der Niederösterreichischen Numismatischen Gesellschaft Wachau Krems und ebenso im dortigen Museumsverein aktiv. Rosenkranz ist verheiratet und Vater eines Sohnes.


Lesen Sie weiter: die offenen Fragen beim U-Ausschuss
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