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07.10.2012

Gemeinderatswahl-Debakel

Umsturz! Krems ist nun Rot statt Schwarz

Inge Rinke und Erwin Pröll

Inge Rinke mit Landesvater Erwin Pröll. Doch das Bild stammt aus besseren Zeiten. Rinke wurde in Krems abgewählt. (© ÖVP Krems/zVg)

Die Gemeinderatswahl am Sonntag in Krems hat einen Umsturz gebracht: Die SPÖ ist erstmals nach 1950 wieder die Nummer eins. Die Sozialdemokraten unter Spitzenkandidat Primar Reinhard Resch erreichten wie vor fünf Jahren 16 der 40 Mandate, während die ÖVP von 20 auf 15 absackte. Bürgermeisterin Inge Rinke (V) trat noch am Wahlabend zurück. Im Kremser Rathaus sind künftig sechs Fraktionen vertreten.

+++ So wählte das Burgenland +++

Die neue Mandatsverteilung (im Vergleich mit 2007): SPÖ 16 (16), ÖVP 15 (20), FPÖ 3 (2), Kommunisten und Linkssozialisten (KLS) 2 (1), Grüne 2 (1), Unabhängige Bürger für Krems (UBK) 2 (n.k.). Die Liste Franz Stieger Gerechtigkeit für Krems (GFK) verpasste den Einzug in den Gemeinderat.

BGM Rinke: "Übernehme die Verantwortung"
Die bisherige Stadtchefin Rinke, erstmals als Spitzenkandidatin der ÖVP in Krems angetreten, sorgte noch vor Vorliegen des vorläufigen Endergebnisses für einen Knalleffekt. "Ich übernehme für dieses Ergebnis die persönliche Verantwortung und biete meinen Rücktritt an." Der Schritt wurde angenommen, die Kremser Volkspartei erteilte in einer kurzfristig einberufenen Vorstandssitzung dem bisherigen Vizebürgermeister Wolfgang Derler "das volle Mandat für die künftigen Entscheidungen sowohl in der Partei als auch in der Gemeinderatsfraktion".

Krems war seit 1955 bei elf Wahlgängen in der Hand der ÖVP. Bis zu diesem Sonntag hatte die SPÖ nur 1950 die Mandatsmehrheit in der Stadt. Die Wahlbeteiligung ist weiter gesunken. Betrug sie vor fünf Jahren 65,99 Prozent, waren es diesmal 62,63 Prozent der 23.060 Wahlberechtigten, die ihr Stimmrecht ausübten.

SPÖ: "Sensationeller Wahlerfolg"
SPÖ-Landesvorsitzender LHStv. Sepp Leitner sprach von einem "sensationellen Wahlerfolg". Er sieht im Ergebnis "ein klares Signal für die Zukunft". Die Bevölkerung sei bereit für einen neuen Weg, die Kremser wollten eine Politik der Sachlichkeit und Transparenz. SPÖ-Spitzenkandidat Reinhard Resch sei dafür "ein Garant". Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter gratulierte zum "Riesenerfolg".

"Es war die erwartet knappe Entscheidung in Krems", reagierte Gerhard Karner, Landesgeschäftsführer der ÖVP. Inge Rinke habe "ihre Entscheidung getroffen, das ist zu respektieren". Aufgrund des knappen Ergebnisses gelte es jetzt, Gespräche im Sinne der Stadt zu führen.

Plus für FPÖ unter Rosenkranz
Die FPÖ unter Walter Rosenkranz habe von den im Landtag vertretenen Parteien das größte Plus verzeichnet, freute sich Landesgeschäftsführer Martin Huber. Gleichzeitig habe die Kremser Bevölkerung "die Showpolitik der ÖVP abgewählt".

"Stolz" zeigte sich der Landesgeschäftsführer der Grünen, Thomas Huber. "Spitzenkandidatin Sandra Mayer und ihr Team haben zu Beginn allein mit ihrer klaren Ansage auf den Plakaten für Aufmerksamkeit gesorgt." Zuletzt hätten sie mit dem ambitionierten Ziel aufhorchen lassen, Krems zur NÖ Energiehauptstadt zu machen. Sie seien "in aller Munde" gewesen.

Zu den Gewinnern des Kremser Wahlsonntag zählte auch die Liste UBK. Sie schaffte auf Anhieb mit zwei Sitzen den Einzug in den Gemeinderat.

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