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Stronach: Kandidatur bei Tiroler Landtagswahl

Stronach in Tirol

Frank Stronach

Stronach in Tirol

Stronach in Tirol
Frank Stronach bei seiner Rede-
Der austrokanadische Industrielle und Neo-Politiker Frank Stronach erwägt eine Kandidatur bei der im kommenden Frühjahr anstehenden Tiroler Landtagswahl. "Wenn die Tiroler das wollen und meine Werte teilen, würde ich eine Team Stronach-Liste unterstützen", sagte Stronach am Rande einer Veranstaltung in den Innsbrucker Ursulinensälen.

In den nächsten "ein, zwei Wochen" werde eine Entscheidung fallen, kündigte der Magna-Gründer an. Welche konkreten Personen für eine solches Tiroler Stronach-Team infrage kommen, wollte der Austrokanadier nicht sagen.

Bei der Veranstaltung herrschte ein großer Andrang. Stronach war auf Einladung der vom ehemaligen Freiheitlichen Alois Wechselberger gegründeten "Liste Tirol" nach Innsbruck gekommen. Der Selfmade-Milliardär wurde bei seinem Einzug von Kameras und Fotografen umringt.

Als er den Veranstaltungssaal betrat, schallten "Bravo"-Rufe durch den Raum. Unter den Besuchern fand sich auch der Tiroler Industrielle Gernot Langes-Swarovski. Der in den hinteren Reihen sitzende Unternehmer wurde von Stronach noch vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung unter Blitzlichtgewitter persönlich begrüßt.

Danach folgte ein bereits bekannter sechsminütiger Videofilm, der Stronachs Unternehmerkarriere Revue passieren ließ. "Mir gefallen die Tiroler, weil sie auch die Freiheit lieben. Sie wollen nicht von Wien dominiert werden", sagte Stronach zu Beginn seiner rund einstündigen Rede.

Einmal mehr geißelte der Milliardär die hiesigen "Machterhalter", die aus Österreich eine "Scheindemokratie" gemacht hätten. Er sei eigentlich gar kein Politiker, sondern er setze eine "Bewegung in Bewegung" und wolle dafür sorgen, dass "aus einem Schneeball eine Lawine" werde.

Der Unternehmer sprach sich in der Beantwortung einer Besucher-Frage zudem für einen "Immigrationsstopp" aus. Er habe "keinen Funken Rassismus" in sich, betonte der frühere Auswanderer. Aber man solle nur Leute ins Land holen, die wichtig für die Wirtschaft seien, erklärte Stronach.

Der Neo-Politiker fügte hinzu, dass es immer wieder "familiäre Ausnahmefälle" geben werde. Im Hinblick auf die erfolgte Ratifizierung des ESM-Vertrages durch die Bundesregierung meinte Stronach, er trete für eine Volksabstimmung in dieser Frage ein.

Stronach sagte überdies, er habe insgesamt bereits 150 Millionen Euro an Sozialspenden in Österreich geleistet. "Man hat hier wenig Ahnung, welchen Ruf ich in der Welt habe", meinte der Milliardär.

Der Magna-Gründer kam in seiner Rede auch auf den Vorschlag von ÖVP-Chef Michael Spindelegger zu sprechen, er solle doch die ÖBB kaufen. Er habe daraufhin Verkehrsministerin Doris Bures (S) einen Brief geschrieben, aber von dieser letztlich nur die Antwort erhalten, dass der Brief weitergeleitet worden sei und er "vielleicht etwas hören" werde.

"Dabei könnte sich der Steuerzahler dadurch zwei bis drei Milliarden Euro sparen. Das wär doch etwas", meinte Stronach. Derzeit sei die ÖBB nur ein "Abstellegleis für ÖBB-Funktionäre", kritisierte Industrielle. Am Schluss seiner Rede erhielt der 80-Jährige Standing Ovations.


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