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13.10.2012

SPÖ-Parteitag

Faymann wird bei Parteitag wiedergewählt

Bundeskanzler Werner Faymann (S) hat sich beim SPÖ-Parteitag in St. Pölten schon einmal für den Wahlkampf im kommenden Jahr warmgeredet. Gemäß dem Veranstaltungsmotto "Mehr Gerechtigkeit" warb er in seinem rund 50-minütigen Grundsatzreferat für eine Verkleinerung der Kluft zwischen Arm und Reich über stärkere Vermögenssteuern und gab ein ausführliches Europa-Bekenntnis ab.

Etwas überraschend thematisierte der Kanzler auch offen die Inseraten-Affäre, die er nicht mit Korruptionsvorwürfen gleich gesetzt haben will. Man könne der Meinung sein, dass zu viel inseriert wurde, es könne aber nicht so sein, dass der "politische Mitbewerber" meine, seine Inserate seien die guten und die der SPÖ die schlechten: "So blöd sind wir nicht."

Dass er nicht im U-Ausschuss erschienen ist, begründete Faymann nur indirekt. Dieser sei keine Wahlkampf-Plattform. Staatssekretär Josef Ostermayer (S), der quasi für ihn erschienen war, wurde ein Extra-Lob verpasst: "Er hat es gut gemacht im U-Ausschuss."

Die SPÖ lasse sich jedenfalls von den anderen Parteien, "die im Sumpf stecken", in nichts hineinziehen. Wer den Unterschied zwischen persönlicher Bereicherung und Inseraten nicht kenne, dem erkläre er ihn gerne.

Die Wiederwahl des SPÖ-Parteichefs am Nachmittag steht außer Zweifel. Vor zwei Jahren erhielt Faymann 93,8 Prozent Zustimmung. 2008 waren es kurz vor der Nationalratswahl 98,4 Prozent.

Jungen Leuten "nicht die Zeit stehlen"
Auch die von der Parteispitze verordnete Abkehr von der Wehrpflicht, die in der SPÖ viele Skeptiker hat, ließ der Parteichef nicht aus. Dass die jetzige Situation beim Heer unbefriedigend sei, sagten doch ziemlich alle. Er halte es daher für sinnvoller, den jungen Leuten "nicht die Zeit zu stehlen sondern ein Profiheer aufzubauen". Auch das "freiwillige soziale Jahr" sei ein guter Vorschlag für das Land. Dass das Berufsheer in keinem Leitantrag aufscheint, streifte Faymann nur kurz: "Wir brauchen keine Beschlüsse fassen, wir werden unsere Argumente vorlegen."

Für den Koalitionspartner fand Faymann kritische Worte in der Steuerfrage, ohne aber in übergroße Polemik abzugleiten. Der SPÖ-Chef spottete ein wenig über die jüngste ÖVP-Fibel, in der seitenlang "Raubersgeschichten" verbreitet würden. Ihm persönlich bedeuteten dagegen die Sorgen der jungen Arbeitslosen mehr als die Sorgen der Reichen vor einer  Reichensteuer .

Forderungen nach Steuern
Direkt beworben wurde vom Kanzler eine Erhöhung der Grundsteuer sowie die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer. Die Erlöse daraus will Faymann unter anderem für einen Ausbau der Ganztagesschul-Plätze verwenden. Ein neuerliches Ja kam auch zur gemeinsamen Schule.

Ein deutliches Bekenntnis gab der SPÖ-Chef zur EU und auch deren Hilfen in Süd-Europa ab. Auch Österreich profitiere von der Mitgliedschaft in der Union, meinte Faymann und dichtete den FPÖ-Slogan "Unser Geld für unsere Leut'" in "Unser Europa für unsere Arbeitsplätze" um.

Notwendig sei nun eine Regulierung der Finanzmärkte. Finanzjongleure hätten aus der Wall Street ein einziges Wettbüro gemacht und die Menschen dafür zahlen lassen, tadelte Faymann. Auch die Banken bekamen ihr Fett ab. Diese bräuchten klare Spielregeln, wenn sie nachher schon immer zum Staat kämen und was brauchten.

ÖVP wettert gegen SPÖ
Auch die Volkspartei hält am Samstag einen außerordentlichen Landesparteitag in Kärnten ab. Vizekanzler Michael Spindelegger versuchte, Aufbruchstimmung zu vermitteln. "Ich spüre Zuversicht, dass wir dieses Land wieder aufbauen können", erklärte Spindelegger vor rund 900 Funktionären in Finkenstein. Spindelegger sprach sich deutlich für Gabriel Obernosterer als neuen Parteichef in Kärnten aus.

Weniger nette Worte fand der für die SPÖ: Die Sozialdemokraten würden lediglich an die Einführung von neuen Steuern denken. "Für uns ist es aber kein Skandal, dass es Reiche gibt, es ist ein Skandal, dass es Arme gibt", so Spindelegger.

Der FPK, die seit Wochen in Kärnten baldige Neuwahlen verhindert, warf Spindelegger vor, "Angst vor dem Wähler" zu haben. "Von meiner Seite kommt ein klares Nein zu dieser Politik", so Spindelegger. Kritik kam aber auch an Milliardär Frank Stronach: "Wir brauchen nicht jemanden, der sich in der Politik was kauft", so der ÖVP-Chef.

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1 Kommentar von unseren Lesern

0

charlinchen (100)
13.10.2012 22:41

Tja so ist
es wenn man was zu verbergen hat, da fallen einem schon mal die eigenen Parteigenossen in den Rücken!!!!!!!!!!


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