Bucher stellt Strafanzeige Politik

Nächster BZÖler läuft zu Stronach über

Stefan Markowitz

Stefan Markowitz (© BZÖ)

PK TEAM STRONACH:  MARKOWITZ
Nationalratsabgeordneter Stefan Markowitz
Das BZÖ hat am Montag vormittag die Strafanzeige gegen den Polit-Quereinsteiger Frank Stronach präsentiert. Dem Austro-Kanadier wird darin vorgeworfen, sich mit seinem Privatvermögen Politiker zu erkaufen. Aus dem Lager der Orangen hat mit Stefan Markowitz am Montag der nächste Abgeordnete seine Wechsel zum Team Stronach für Österreich bekanntgegeben.

+++ Klubstatus für Stronach laut Prammer nicht fix +++

BZÖ klagt Stronach
Stadler und Bucher gegen Stronach.
In Abwesenheit des Parteichefs Stronach, der zur Zeit in Kanada weilt, wurde der Wechsel bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Stefan Markowitz, bei der BZÖ als Lehrlings- und Jugendsprecher tätig, begründete sein Überlaufen zu Stronach damit, der Parteigründer mit seiner Wirtschaftkompetenz der richtige Mann für Änderungen in Österreich sei.

Das BZÖ sei für ihn "tief in Skandale verwickelt, wie der U-Ausschuss gezeigt hat". Über seinen ehemaligen Chef Josef Bucher sagte der Neo-Stronachianer: "Es braucht Gallionsfiguren in der Politik, wie Kreisky oder Haider. Bucher ist keine". Im Team Stronach befinden sich nun schon fünf Nationalratsabgeordnete. Markowitz wurde kurz nach Bekanntgabe seines Wechsels von Bucher mit sofortiger Wirkung aus dem BZÖ ausgeschlossen.

Der 35-jährige Kärntner gilt privat als Lebemann. Er organisiert die "Glamour in White"-Party am Wörthersee. Sein Bruder ist das bekannte Top-Model Hannes Markowitz. Noch vor wenigen Monaten hatte er einem Abwerbeversuch durch die FPK standgehalten.

Bucher wehrt sich
Jetzt wehrt sich BZÖ-Chef Josef Bucher gegen die Existenzbedrohung durch die neugegründete Partei. Stronach wird wegen Kauf von Politikern angezeigt. Experten prognostizieren gerade der BZÖ bei der im nächsten Herbst stattfindenden Nationalratswahl einen massiven Stimmenabgang in Richtung Stronach.

Hintergrund der Anzeige sind die Zeugenaussagen der BZÖ-Abgeordneten Wolfgang Spadiut und Gerhard Huber, denen im Falle eines Wechsels vom BZÖ zum Team Stronach Geldsummen von bis zu über einer Million Euro geboten wurden.

"Wir sind offensichtlich mit einer schamlosen Form des Abgeordnetenkaufs durch Stronach und seine Leute konfrontiert. So plump haben wir es in der Republik noch nie erlebt. Zuerst hat Stronach Pferde gekauft, dann Fußballer und jetzt kauft er sich Politiker. Hier gilt nur mehr sein Grundsatz: "Wer das Geld hat, macht die Regel!". Dagegen wird das BZÖ massiv ankämpfen. Wir werden es nicht zulassen, dass ein kanadischer Milliardär aus ganz Österreich ein Disney World macht", betonte Bucher.

Stronach weißt naturgemäß alle Vorwürfe von sich. Erst am Wochenende hat der streitlustige Milliardär Josef Bucher vorgeworfen, "keine Hoden" zu haben. Alle Abgeordneten, die zu Stronach gewechselt sind, werden noch am Montag eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen, in der sie versichern, kein Geld für ihr Überlaufen erhalten zu haben. Mit Markowitz habe man den letzten BZÖ-Flüchtling ins Boot geholt. Das Ziel sei es jetzt, vor der Wahl "breiter zu werden". Laut Robert Lugar, der sich als Parteiobmann zur Verfügung stellen will, habe man bereits Gespräche mit Abgeordneten von SPÖ und ÖVP gesprochen.

Überraschenderweise präsentiert sich Kärnten als gutes Wilderergebiet für Stronach. Der Austro-Kanadier selbst stammt allerdings aus der benachbarten Steiermark. In der grünen Mark, so Stronach in einem Interview mit dem ORF, sei vorerst keine Landesorganisation seiner Partei geplant. Er hat aber vor, mit Landeshauptmann Vowes (S) und dessen Stellvertreter Schützenhöfer (V) zu sprechen.

Fehde wird auf Twitter breitgetreten
Auf Twitter wird das ganze Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen mitunter recht spaßig kommentiert. So tweetet etwa Stefan Petzner: "Der eine Stefan geht, der andere Stefan bleibt! :-)". Gerald Grosz antwortet ihm daraufhin: "Auf Dich ist halt Verlass mein Freund". Der Twitter-Account vom Team Stronach schlägt nach allen Seiten wild um sich. So wird etwa der ehemalige Kurier-Chefredakteur Peter Rabl angegriffen: "Irgendeine Platte hängengeblieben? Denken Sie im Kurier immer an das Gold, das von der Raiffeisen kommt?". Stronach hat zwar noch keinerlei politische Akzente setzen können, sein Erscheinen auf der heimischen Polit-Bühne hat aber auf jeden Fall Staub aufgewirbelt und für Bewegung gesorgt.


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