Wehrdienst-Diskussion Politik

Fünf Gründe für und gegen ein Berufsheer

Fünf Gründe für und gegen ein Berufsheer

Fünf Prozent des Lebenseinkommens gehen durch die Wehrpflicht verloren (© ROLAND SCHLAGER (APA))

Bundesheer Soldat
Ein Berufsheer wäre anfangs entscheidend teurer
Traditionell erobert das Bundesheer am Nationalfeiertag den Wiener Heldenplatz. Hubschrauber, Panzer und ein Eurofighter werden der Bevölkerung präsentiert. Entgegen dem glänzenden Auftritt schwelt im Hinbtergrund jedoch der Wehrdienst-Konflikt. Berufsheer oder Wehrpflicht? - darüber soll am 20. Jänner 2013 eine Volksbefragung entscheiden. "Heute.at" hat fünf Gründe für und gegen ein Berufsheer.

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Gründe für die Wehrpflicht:

1. Berufssoldaten sind teurer
Ein Grundwehrdiener kostet im Schnitt 10.000 Euro im Jahr. Funktionssoldaten, sogenannte Systemerhalter kosten dabei nur die Hälfte (rund 6.000 Euro) von Kampfsoldaten (14.000 Euro). Die rund 22.000 bis 24.000 Rekruten, die das Bundesheer pro Jahr ausbildet, verursachen daher insgesamt Kosten von 213 Mio. Euro. Wobei in dieser Rechnung auch Verpflegung und Ausbildungskosten berücksichtigt sind. Rechnet man nur die im Budget explizit auf Grundwehrdiener bezogenen Kosten kommt man auf etwa 3.000 Euro pro Mann im Jahr. Berufssoldaten dagegen verdienen je nach Dienstgrad, Dienstjahren und Ausbildung zwischen 30.000 und 100.000 Euro im Jahr und kosten damit im Schnitt das Fünffache eines Rekruten; und das ohne Berücksichtigung allfälliger Ausbildungskosten.

2. Mögliche Rekrutierungsprobleme
Generalstabschef Edmund Entacher erklärte, dass man für die Umsetzung eines Berufsheeres eine Erhöhung des Budgets von vier Prozent bräuchte. Das sei unrealistisch. Entacher warnte auch davor, dass das Bundesheer ohne Grundwehrdiener vor erheblichen Rekrutierungsproblemen für die Miliz und in weiterer Folge für die Auslandseinsätze stünde. Der Grundwehrdienst würde dazu gebraucht werden, um erfolgreich zu rekrutieren, warnte Entacher. Darabos relativierte, dass bereits jetzt zwei Drittel der Zeitsoldaten "von der Straße", also am freien Arbeitsmarkt, rekrutiert würden. Direkt aus dem Grundwehrdienst melde sich lediglich ein Drittel der Zeitsoldaten, teilte ein Darabos' Sprecher mit.

3. Verzögerungstaktik setzt ein
Fällt die Wehrpflicht weg, würden alle jungen Männer vorher noch auf Aufschub setzen, und dann hätten alle auf Zivildiener angewiesenen Organisationen ein Problem. Politisch wäre es schwer zu rechtfertigen, warum einige Grundwehrdiener noch schnell einrücken müssten, andere einige Tage bis Wochen später sich aber den Grundwehrdienst "ersparen" könnten oder um ein Vielfaches mehr verdienen würden, wenn sie sich für das Berufsheer melden. Auf der anderen Seite würden auch viele junge Menschen den Zivildienst "sausen" lassen, weil sie ihn als Benachteiligung gegenüber den Grundwehrdiener sehen würden.

4. Der integrative Charakter
Die Initiative "Einsatz für Österreich" begründete ihr Engagement für die Wehrpflicht unter anderem damit, dass man ein "Heer aus dem Volk für das Volk" erhalten wolle. So habe die Wehrpflicht einen wichtigen "integrativen Charakter". Dort werde "nicht über Integration geredet, sondern Integration gelebt - alle werden gleich behandelt". Es wäre daher "völlig falsch, in etwas völlig unvorbereitetes hinein zu hupfen". Außerdem fehle bisher jedwede Information, wie ein Übergang zum Berufsheer aussehen könnte.

5. Erweiterung der sozialen Kompetenz
Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) hat sich zwar noch nicht festgelegt, ob sie für oder gegen ein Berufsheer ist, sieht aber positive Effekte beim Grundwehrdienst. "Teil-Interpretationen und Verkürzungen bringen die Diskussion nicht weiter. Ich habe ausdrücklich erklärt, dass der Zivildienst als Ersatz für die Ableistung des Präsenzdienstes sich zu einem Standbein unseres Gesundheits- und Sozialwesens entwickelt hat - und dass es vielen jungen Männern auch gut tut, dass sie dort ihre soziale Kompetenz erweitern können", sagte die Landeshauptfrau. Bereits zuvor hatte Burgstaller gemeint: "Ein paar Monate Zivildienst oder Bundesheer tun den jungen Männern sicher gut."

Lesen Sie weiter: Fünf Gründe für das Berufsheer
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3 Kommentare
franzjosef0815 Veteran (539)

Antworten Link Melden 0 am 28.10.2012 00:39

belaufen sich auf 2,48 (3,21 Mrd Dollar)Milliarden Euro jährlich für unser Bundesheer, dass sind 0,71% des BIP.

Ein Profiheer mit sagen wir 15.000 Berufssoldaten bietet einige Vorteile:

Derzeit haben wir 30.000 Rekruten beim Heer.
Bedeutet Essen für 30.000 Mann und die Notwendigkeit von viel mehr Offizieren.
Durch ein Profi-Heer mit 15.000 Mann braucht man nicht nur weniger Essen&Offiziere und Kasernen, zudem sind besser bezahlte Berufs-Soldaten auch disziplinierter, weil das Heer für diese Mission nicht Pflicht ist!

Quelle für die Zahlen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesheer

franzjosef0815 Veteran (539)

Antworten Link Melden 0 am 26.10.2012 03:05

Landeshauptfrau Burgstaller meint: "Ein paar Monate Zivildienst oder Bundesheer tun den jungen Männern sicher gut."
Wie gut hätte diese dann erst den vielen Politikern getan welche weder Bundesheer noch Zivildienst abgeleistet haben, aber ständig nach"gleichen Rechten für alle" verlangen.

franzjosef0815 Veteran (539)

Antworten Link Melden 0 am 25.10.2012 23:27

Burgstaller meint: "Ein paar Monate Zivildienst oder Bundesheer tun den jungen Männern sicher gut."
Wenn die Wehrpflicht für Männer gut ist wie gut wäre sie dann erst für Landeshauptfrau Burgstaller die soziale Gerechtigkeit sonst imner fordert aber hier negiert?

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