Wehrdienst-Diskussion Politik

Fünf Gründe für und gegen ein Berufsheer

Fünf Gründe für und gegen ein Berufsheer

Fünf Prozent des Lebenseinkommens gehen durch die Wehrpflicht verloren (© ROLAND SCHLAGER (APA))


THEMENBILD: BUNDESHEER
Fünf Prozent des Lebenseinkommens gehen durch die Wehrpflicht verloren
Traditionell erobert das Bundesheer am Nationalfeiertag den Wiener Heldenplatz. Hubschrauber, Panzer und ein Eurofighter werden der Bevölkerung präsentiert. Entgegen dem glänzenden Auftritt schwelt im Hinbtergrund jedoch der Wehrdienst-Konflikt. Berufsheer oder Wehrpflicht? - darüber soll am 20. Jänner 2013 eine Volksbefragung entscheiden. "Heute.at" hat fünf Gründe für und gegen ein Berufsheer.

Gründe für das Berufsheer:

1. Professionalisierung bei Einsätzen
Das Bundesheer würde durch ein berufsheer beziehungsweise durch eine Heeresreform ein anderes Selbstwertgefühl bekommen. Möglich wären professionellere Auslandseinsätze und auch im Katastrophenschutz wäre man besser aufgestellt, so ein Hauptargument der SPÖ. Dazu käme noch, dass beim "Sozialjahr", das den Zivildienst nach roten Vorstellungen ersetzen würde, eine ordentliche Bezahlung dabei wäre. Das Bundesheer würde insgesamt weg vom Image der lästigen Zeitverschwendung kommen und über eine kleinere, aber schlagkräftige Truppe verfügen.

2. Kein Verlust des Lebenseinkommens
"Heute" berichtete exklusiv über eine  OECD-Studie, wonach die Verzögerung oder die Unterbrechung des Berufslebens durch die Wehrpflicht finanzielle Nachteile für die Rekruten hat. Laut der Studie (aus dem Jahr 2008) gehen den Betroffenen fünf Prozent des Lebenseinkommens - und damit bis zu 61.000 Euro - verloren.   Die jährliche Prämie von 5000 Euro sehen 89 Prozent als guten Anreiz für Arbeit in der Freiwilligenmiliz. 72 Prozent finden "die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen" interessant. "Die Jugend ist nicht nur für die Abschaffung der Wehrpflicht, sie würde auch freiwillig ihren Beitrag für die Landesverteidigung leisten", resümiert Dr. Imma Palme von IFES.

3. Das Interesse am Berufsheer ist da
Sowohl für das Berufsheer als auch für das Sozialjahr werde es genug Interessenten geben, zeigte er sich überzeugt und verwies unter anderem darauf, dass beide Möglichkeiten Männern und Frauen offen stünden. Darabos' Modell sieht 8.500 Berufssoldaten, 7.000 Zeitsoldaten, 6.500 Zivilbedienstete und 9.300 Milizsoldaten vor. 75 Prozent der 16- bis 30-jährigen Wiener, Niederösterreicher, Burgenländer und Steirer sind für die Umstellung auf ein Berufsheer. Nur 21 Prozent befürworten die Wehrpflicht. 38 Prozent bekunden Interesse an einem Job als Soldat in einem Profi-Heer. Hochgerechnet sind das 342.000 Personen - also 14 Mal mehr als das von Darabos bevorzugte Reform-Modell in Summe an Soldaten vorsieht

4. Befürchteter NATO-Beitritt muss nicht sein
Berufsheer-Gegner führen in der Debatte um die Wehrpflicht immer wieder ins Feld, dass die meisten Länder mit Berufsheer auch Mitglieder der NATO sind. Ergo würde die Einführung eines Berufsheeres in Österreich früher oder später auch zu einer Mitgliedschaft in dem militärischen Bündnis führen. Tatsächlich hat die Mehrheit der EU-Länder nicht nur eine Berufsarmee, sondern ist auch NATO-Mitglied. Es gibt aber auch Ausnahmen, dazu gehören neben Österreich u.a. Schweden, Irland und Finnland. Ebenso sind NATO-Zugehörigkeit und Wehrpflicht keine Gegensätze, wie etwa Griechenland, Dänemark und Estland zeigen. Das Neutralitäts-Argument fällt also weg.

5. Berufsheer ist theoretisch unvermeidlich
"Es geht gar nicht anders. Bereits 2015 wird Österreich zu wenig Zivildiener wie auch Präsenzdiener haben. Angesichts einer sinkenden Zahl an Wehrpflichtigen lassen sich die bestehenden Strukturen mit dem jetzigen System nicht aufrecht erhalten", argumentiert die Initiative "Unser Heer". Außerdem seien 60 Prozent der Grundwehrdiener ausschließlich Systemerhalter, worüber Frustration herrsche. Das mache die "Wehrpflicht zu einem Musterbeispiel an Ineffizienz", so die Initiative.
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3 Kommentare
franzjosef0815 Veteran (539)

Antworten Link Melden 0 am 28.10.2012 00:39

belaufen sich auf 2,48 (3,21 Mrd Dollar)Milliarden Euro jährlich für unser Bundesheer, dass sind 0,71% des BIP.

Ein Profiheer mit sagen wir 15.000 Berufssoldaten bietet einige Vorteile:

Derzeit haben wir 30.000 Rekruten beim Heer.
Bedeutet Essen für 30.000 Mann und die Notwendigkeit von viel mehr Offizieren.
Durch ein Profi-Heer mit 15.000 Mann braucht man nicht nur weniger Essen&Offiziere und Kasernen, zudem sind besser bezahlte Berufs-Soldaten auch disziplinierter, weil das Heer für diese Mission nicht Pflicht ist!

Quelle für die Zahlen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesheer

franzjosef0815 Veteran (539)

Antworten Link Melden 0 am 26.10.2012 03:05

Landeshauptfrau Burgstaller meint: "Ein paar Monate Zivildienst oder Bundesheer tun den jungen Männern sicher gut."
Wie gut hätte diese dann erst den vielen Politikern getan welche weder Bundesheer noch Zivildienst abgeleistet haben, aber ständig nach"gleichen Rechten für alle" verlangen.

franzjosef0815 Veteran (539)

Antworten Link Melden 0 am 25.10.2012 23:27

Burgstaller meint: "Ein paar Monate Zivildienst oder Bundesheer tun den jungen Männern sicher gut."
Wenn die Wehrpflicht für Männer gut ist wie gut wäre sie dann erst für Landeshauptfrau Burgstaller die soziale Gerechtigkeit sonst imner fordert aber hier negiert?

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