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EHEC: Experten verdächtigen nun doch Tierfleisch

Die Infektionen mit dem EHEC-Erreger können nach Ansicht eines Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Ursprung eher im Fleisch als im Gemüse haben. WHO-Vertreter Donato Greco erklärte gegenüber der italiensichen Zeitung La Repubblica: "Der Erreger ist üblicherweise in Rinderdärmen zu finden und damit auch in rohem Fleisch wie Tartar oder schlecht gekochten Hamburgern." Er habe noch nie derart gefährliche Darmkeime auf Obst und Gemüse festgestellt.

Antibiotika im Futter mitschuld?
Wäre Rindfleisch die Quelle für den gefährlichen Keim, könnte das auch mit der massiven Beigabe von Antibiotika in Tierfutter zu tun haben, sagte er. Dadurch seien die Bakterien zusätzlich resistent geworden.

Erreger in zwölf Ländern
Laut WHO ist EHEC bisher in zwölf Ländern aufgetreten. Infektionen gibt es demnach außer in Deutschland auch in Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden, Schweiz, Großbritannien und den USA. Von den meisten Patienten wisse man, dass sie zuvor in Deutschland waren. In Italien ist bisher noch kein Fall bekanntgeworden.

Lübeck als Ursprung?
Die Suche nach der Infektionsquelle für den gefährlichen Darmkeim EHEC konzentriert sich unterdessen auf Lübeck und Hamburg. 17 Patienten hätten sich möglicherweise in einem Restaurant in Lübeck infiziert, wie die Lübecker Nachrichten unter Berufung auf das Kieler Verbraucherschutzministerium berichteten.

Nach einem Bericht des Magazins Focus wird im zuständigen Robert Koch-Institut die These favorisiert, die Infektionen hätten ihren Ursprung beim Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai. Gut eine Woche nach dem Fest mit etwa 1,5 Millionen Menschen seien die ersten Patienten mit Durchfall ins Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf gekommen.

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