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29.07.2011
Erste Opfer des Attentäters von Oslo beigesetzt
Zwei Jugendliche wurden Freitag als erste Opfer des Massakers in Norwegen beerdigt. Indes wurde die Opferzahl von 76 auf 77 Tote korrigiert, alle wurden identifiziert. Der Norwegen-Attentäter Breivik hatte laut seinem Anwalt bei den Anschlägen vor einer Woche noch umfassendere Pläne.
Emotionale Trauerfeier für Bano Rashid (© Scanpix Norway / Reuters)
Die 18 Jahre alte Norwegerin Bano Rashid und der 19-jährige Ismail Haji Ahmed wurden Freitag als erste Opfer des Massakers auf der Insel Utoya beerdigt. Wie die Nachrichtenagentur NTB berichtete, hielt Außenminister Jonas Gahr Störe in Nesodden südlich von Oslo die Traueransprache für die Tote. Die Tochter einer kurdischen Zuwandererfamilie war ebenso wie der Außenminister aktiv in der sozialdemokratischen Jugendorganisation.
Der Attentäter hatte am vergangenen Freitag um 15.26 Uhr direkt vor dem Osloer Regierungs-Hochhaus eine Autobombe detonieren lassen. Zwei Stunden später begann er auf der 40 Kilometer entfernten Insel Utöya mit einem Massaker an Teilnehmern eines sozialdemokratischen Jugendlagers. Die Zahl der Opfer wurde von 76 auf 77 Tote angehoben.
Weitere Anschläge geplant
Die Pläne Breiviks seien "genau so konkret" gewesen wie die Bombe im Osloer Regierungsviertel und das Massaker auf der Insel Utöya, sagte sein Verteidiger. Über den Verlauf sagte Verteidiger Lippestad: "Es sind an dem Tag Dinge geschehen, auf die ich nicht eingehen kann. Sie hatten zur Folge, dass alles etwas anders verlief, als er sich vorgestellt hatte." Konkret nannte der Anwalt in Aftenposten Breiviks Absicht, zwei weitere Gebäude "zu bombardieren".
Ziele sollen der norwegische Königspalast und der Sitz der regierenden Arbeiterpartei gewesen sein. Den Königspalast habe Breivik nach eigenen Angaben wegen seiner symbolischen Bedeutung als Ziel anvisiert, sagte Staatsanwalt Paal-Fredrik Hjort Kraby. Die Parteizentrale habe er wegen des Beitrags der Regierungspartei zu einer multikulturellen Gesellschaft angreifen wollen.
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Breivik "willig, alles zu erklären
In der Osloer Polizeizentrale wurde Breivik Freitag zum zweiten Mal ausführlich befragt. Polizeisprecher Pal Hjort Kraby bezeichnete den geständigen Attentäter als weiter "ausgesprochen ruhig". Kraby sagte: "Er ist mehr als willig, alles zu erklären."
Zwei norwegische Rechtspsychiater sollen Breivik auf seine Zurechnungsfähigkeit untersuchen und bis 1. November ihr Gutachten vorlegen. Ein Polizeisprecher gab weiter an, dass bei dem zweiten Verhör des 32-Jährigen im Tagesverlauf keine neuen Angaben zu erwarten seien. Die Ermittler würden lediglich das Protokoll des ersten Verhörs vom letzten Wochenende nach der Festnahme durchgehen, hieß es weiter.
(APA/ red)
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