21.04.2011
Krise in Libyen - News, Fotos, Video, Live-Ticker
Die Proteste in der arabischen Welt weiteten sich auch auf das Land des Diktators Muammar al-Gaddafi aus. Ausgehend von einer UN-Resolution will eine Militärallianz aus mehreren Staaten Libyen zur Einhaltung der Flugverbotszone zwingen. Der Live-Ticker auf Heute.at finden Sie die wichtigsten News und Bilder.
2. Mai Die Kämpfe um die Rebellenstadt Misrata sind neu entflammt.
27. April Laut Zeitungsberichten will die NATO ihre Luftangriffe auf Ziele in Libyen intensivieren.
25. April Flugbegleiter haben die Entführung eines Linienflugs der italienischen Fluggesellschaft Alitalia nach Libyen vereitelt. Indes hat die NATO eine Gaddafi-Residenz in Tripolis bombardiert.
21. April Zwei Journalisten bei Kämpfen getötet: Bei den in Misrata getöteten Journalisten handelt es sich um den britischen Fotografen und oscarnominierten Filmemacher Tim Hetherington und seinen US-Kollegen Chris Hondros von der Agentur Getty.
17. April Die USA und seine Alliierten suchen ein Asylland für Gaddafi.
15. April Der Westen fordert einmal mehr, dass Machthaber Gaddafi die Führung abgibt. Gaddafi müsse "weg und zwar für immer".
14. April Heute beraten die NATO-Außenminister die weitere Vorgangsweise der internationalen Allianz.
12. April Mögliche Hilfsaktionen der EU für die Stadt Misurata will das libysche Regime mit Gewalt beantworten.
11. April Libyens Machthaber Muammar Gaddafi soll einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU) zur Beendigung des Bürgerkriegs akzeptiert haben.
10. April NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen glaubt nicht, dass die Militäroperation in Libyen alleine zum Frieden führen wird..
8. April Der Chef des US-Afrikakommandos, General Carter Ham, hält den Sturz Gaddafis durch die Rebellen für wenig wahrscheinlich.
7. April Gefechte wurden heute von den Feldern Sarir, Misla und aus der Region Waha im von weitgehend von den Rebellen dominierten Osten gemeldet. Indes ist Diktator Gaddafi mit einem Brief an US-Präsident Obama abgeblitzt.
6. April Die libyschen Rebellen üben scharfe Kritik am NATO-Einsatz in dem nordafrikanischen Land.
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5. April
Regierung betont Reformbereitschaft
Die libysche Führung ist nach Angaben eines Regierungssprechers zu Diskussionen über politische Reformen bereit. Es könne sowohl über Wahlen als auch über ein Referendum gesprochen werden, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim. Ein Rücktritt von Machthaber Gaddafi stehe aber nicht zur Debatte. Gaddafi müsse im Land bleiben.
"Wir können jedes politische System haben, jede Änderungen: Verfassung, Wahlen, alles, aber der Führer muss dies voranbringen", sagte Mussa Ibrahim auf die Frage nach dem Inhalt der Verhandlungen mit dem Westen. Er wandte sich gegen die Rücktrittsforderungen an Gaddafi: "Niemand kann nach Libyen kommen und sagen: Ihr müsst euch von eurem Führer, eurem System oder eurem Regime befreien."
Gespräche in der Türkei
Auch auf anderen Fronten setzt das libysche Regime seine diplomatische Offensive zur Beendigung des blutigen Konflikts mit den Aufständischen fort. Vize-Außenminister Laabidi al-Obeidi traf gestern in Ankara den türkischen Außenminister Davutoglu. Dabei wurde ausgelotet, wie sich das Regime und der Nationale Übergangsrat der Rebellen über eine Lösung verständigen könnten. Die Gaddafi-Regierung wünsche ein schnelles Ende der Kämpfe, hieß es.
Laabidi war aus Athen gekommen. Dort hatte er den griechischen Ministerpräsidenten Papandreou getroffen. Der griechische Außenminister Dimitris Droutsas sagte: "Aus dem, was uns der Gesandte Libyens gesagt hat, geht hervor, dass das Regime auf der Suche nach einer Lösung zu sein scheint", erklärte Droutsas.
USA beenden Angriffe
Die USA beendeten vorerst ihre Luftangriffe auf Libyen. Die Kampfflieger blieben aber in erhöhter Bereitschaft für etwaige NATO-Anfragen. Die NATO hatte in der vergangenen Woche die Führung über den internationalen Einsatz gegen die Gaddafi-Truppen übernommen. Die USA wollen nun nur noch eine unterstützende Rolle spielen.
Unterdessen will Italien die Übergangsregierung der Gaddafi-Gegner in Benghazi anerkennen. Damit ist Italien nach Frankreich und dem Golfemirat Katar das dritte Land, das diesen Schritt unternimmt.
4. April
Mutiger Bub
Ein junger Bursche versteckte sich zwei Tage in der belagerten Stadt Brega vor den Gaddafi-Truppen. Dann fasste er all seinen Mut zusammen und entwendete ein Auto der Regierungstruppen. Unter heftigem Beschuss gelang es dem Bub Straßensperren der Gaddafi-Schergen zu durchbrechen und bis zu den Rebellen vorzudringen. Jetzt ist er in Sicherheit.
Wählt Gaddafi den Rückzug?
Den griechischen Premier Papandreou erreichte eine Botschaft von Gaddafi, wonach ein Ende der militärischen Auseinandersetzung angestrebt wird. Der libysche Vize-Minister habe angekündigt, nach Malta und in die Türkei weiterreisen zu wollen. Griechenland hatte über viele Jahre enge Beziehung zu Gaddafi.
Gleichzeitig gibt es neue Spekulationen über ein Ausstiegsszenario Gaddafis. So soll sein Sohn, Saif al-Islam, einen Lösungsvorschlag für den Konflikt mit den Rebellen unterbreitet haben, der auch den Rückzug seines Vaters vorsieht. Sowohl die Regierung als auch die Aufständischen lehnten diesen jedoch ab.
Unterdessen verlor der Diktator nach Außenminister Kussa mit Abdessalam Ali Triki einen weiteren persönlichen Berater und Diplomaten.
Am Montag erörtert NATO-Generalsekretär Fogh Rasmussen bei einem Arbeitsbesuch in Ankara die Intervention der Militärallianz in Libyen. Die Türkei ist mit fünf Kriegsschiffen und einem U-Boot an dem Einsatz zur Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen beteiligt. Luftangriffe gegen die libysche Regierung lehnt Ankara ebenso ab wie die Bewaffnung der Aufständischen, die gegen Gaddafi kämpfen.
3. April
Rebellen: Erfolge in Brega
Nach tagelangen Gefechten haben die gegen Libyens Machthaber Gaddafi kämpfenden Rebellen heute von Erfolgen in der wichtigen Ölstadt Brega berichtet. Angeblich gelang es ihnen, Gaddafis Truppen zurückzudrängen. Die Rebellen erklärten, sie hätten die Stadt zurückerobert, jedoch war weiterhin Artilleriefeuer zu hören, wie ein Korrespondent der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Im Osten der Stadt besetzten die Aufständischen nach eigenen Angaben den weitläufigen Campus der Universität. Ein Rebell sagte, die Regierungstruppen seien in der Hochschule eingeschlossen.
Oppositionszeitung in Bahrain verboten
Das Regime des Emirats Bahrain geht nach einer einmonatigen Protestbewegung nun gegen die oppositionelle Presse vor. Die Tageszeitung Al Wasat wurde verboten, dem Medium droht ein juristisches Verfahren wegen Verbreitung von Falschinformationen während der Proteste schiitischer Demonstranten zwischen dem 26. und 28. März.
Die einmonatige Protestbewegung in dem Emirat wurde vor allem von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit getragen, die sich durch die sunnitische Herrscherdynastie von König Hamad Bin Issa al-Khalifa benachteiligt fühlt. Die Behörden beendeten die wochenlangen Proteste Mitte März gewaltsam.
2. April
NATO-Luftangriff tötet Rebellen
NATO-Kampfjets flogen in der Nacht auf heute Luftangriffe auf Ziele am Rande der Stadt Brega - und töteten dabei laut der Nachrichtenagentur Reuters mindestens zehn Menschen. Nach Angaben eines Kommunalvertreters starben bei dem Luftschlag sogar neun Rebellen und vier Zivilisten.
Rebellen erobern Brega zurück
Nach tagelangen Gefechten haben die Rebellen in Libyen wieder einen Erfolg gegen die Truppen von Machthaber Gaddafi gefeiert. Zeugenberichten zufolge brachten die Aufständischen am Samstag die Ölstadt Brega unter ihre Kontrolle. Laut einem Korrespondenten wurden die Kampfhandlungen um die Stadt am Vormittag fast vollständig eingestellt. Über der Region waren aber Kampfflugzeuge der NATO unterwegs.
An einer Straße östlich von Brega lagen in der Früh nach AFP-Angaben mindestens sieben verkohlte Leichen regierungstreuer Soldaten. In der Umgebung befand sich ein etwa zwei Meter tiefer Bombenkrater mit einem Durchmesser von rund fünf Metern. Etwa ein Dutzend ausgebrannte Armeefahrzeuge standen um die Einschlagstelle herum.
Kein Waffenstillstand
Ein Sprecher der libyschen Regierung hat das Angebot einer Waffenruhe der Rebellen zurückgewiesen. Mussa Ibrahim sagte, die Truppen von Machthaber Gaddafi würden bleiben, wo sie sind. Die Rebellen verlangten, dass sich die Soldaten Gaddafis aus "unseren eigenen Städte zurückziehen. Wenn das nicht verrückt ist, dann weiß ich nicht, was es ist. Wir werden unsere Städten nicht verlassen", so Ibrahim.
Nach militärischen Misserfolgen hatten die Aufständischen einen Waffenstillstand angeboten. "Unsere Bedingung für einen Waffenstillstand ist, dass die Truppen von Gaddafi sofort aus den Städten abziehen, und dass sie die Blockade von Städten wie Misurata beenden", sagte der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Jalil. Außerdem sollten Gaddafi und seine Familie das Land verlassen. Von der internationalen Staatengemeinschaft verlangte Jalil Waffen für den Aufstand.
1. April
USA beenden Militäreinsatz
Die USA werden sich am Wochenende nicht mehr an den Kampfeinsätzen in Libyen beteiligen. Das sagte Generalstabschef Mike Mullen heute. Man wolle sich auf eine unterstützende Rolle zurückziehen, sagte Mullen.
Die US-Streitkräfte beteiligten sich bisher mit 90 Flugzeugen an den Einsätzen gegen Gaddafis Truppen - mehr als Frankreich (33), Großbritannien (17) und Italien (16) zusammen.
Gaddafi-Vertrauter verhandelte in London
Ein Gesandter des Regimes von Libyens Machthaber Gaddafi hat nach Informationen der BBC in London mit Vertretern der britischen Regierung verhandelt. Mohammed Ismail, ein Vertrauter von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam, sei inzwischen wieder nach Tripolis zurückgekehrt, berichtete der Sender heute. Bei den Gesprächen sei es möglicherweise um ein Ausstiegsszenario für Gaddafi gegangen.
Das britische Außenministerium erklärte anschließend, die Regierung liefere nicht ständig Kommentare über ihre Kontakte zu libyschen Offiziellen ab. Allen Kontaktleuten werde aber unmissverständlich mitgeteilt, dass Gaddafi gehen müsse. Der Besuch des Gesandten wurde in London als Hinweis gedeutet, dass zumindest die Gaddafi-Söhne eine Lösung mit dem Westen anstrebten.
Gaddafi soll indessen allen Regierungsmitgliedern und hochrangigen Beamten verboten haben, das Land zu verlassen. Das berichtete die Zeitung Al-Sharq al-Awsat heute unter Berufung auf "offizielle Quellen in Tripolis".
Pattstellung im Osten
An der Front im Osten Libyens stehen sich Rebellen und regimetreue Truppen in einem Patt gegenüber. Den Regimegegnern am Rande der Stadt Ajdabiya gelang es heute vorerst weiter nicht, die Gaddafi-Truppen zurückzudrängen, wie ein BBC-Reporter aus der Region berichtete. Am Vortag war bereits der Vorstoß gescheitert, den am Mittwoch verlorenen Ölhafen Brega zurückzuerobern.
Doch der Rückhalt für Gaddafi scheint zu schwinden. Nach einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera aus der Nacht auf heute sind immer weniger Menschen bereit, als "menschliche Schutzschilder" vor der Residenz des Gaddafi-Clans in der Garnison Bab al-al-Aziziya (Asisija) bei Tripolis Stellung zu dienen.
Weitere Vertraute flüchten
Nach der Flucht von Außenminister Koussa haben sich einem Fernsehbericht zufolge mehrere weitere Personen aus dem engen Umfeld von Machthabers Muammar al-Gaddafi nach Tunesien abgesetzt. Al Jazeera berichtete, dass etwa der Chef des Auslandsgeheimdienstes und ein hochrangiger Diplomat das Land verlassen hätten.
Skrupellose Truppen
Die Truppen des libyschen Regimes haben nach US-Einschätzung trotz des internationalen Militäreinsatzes weiterhin deutlich die Oberhand gegenüber den Rebellen. Das Heer Gaddafis sei gemessen an der Truppenstärke und Ausrüstung ungefähr zehn Mal so schlagkräftig wie die Aufständischen, sagte US-Generalstabschef Mike Mullen vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Abgeordnetenhauses. Zudem agiere der Diktator skrupellos, warnte der amerikanische Top-Militär. Gaddafi würde "so viele (Menschen) töten, wie er müsse, um die Rebellion niederzuschlagen".
Humanitäre Krise
Die Vereinten Nationen sind unterdessen besorgt über die humanitäre Lage in Libyen. UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres bezeichnete die Lage in dem nordafrikanischen Land als "dramatisch". Rund 400.000 Menschen seien vor den Kämpfen nach Tunesien oder Ägypten geflohen. Zudem gebe es viele Menschen, die in Libyen auf der Flucht seien. Die Binnen-Flüchtlinge seien zwischen den Linien der Regierungstruppen und der Rebellen in einer "verzweifelten Lage", sagte Guterres. Es sei "absolut notwendig", dass die humanitäre Hilfe diese Menschen unverzüglich erreiche.
Politische Lösung
Deutschland und China haben gemeinsam neue Anstrengungen für eine politische Lösung des Libyen-Konflikts verlangt. Die Außenminister Westerwelle und Yang betonten nach einem Treffen in Peking, dass es keine militärische Lösung geben könne. Beide Länder hatten sich vor zwei Wochen im UNO-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution enthalten. Westerwelle mahnte ebenfalls erneut eine "politische Lösung" an, die mit einem Waffenstillstand beginnen müsse.
31. März
Libyens Außenminister flüchtet
Der libysche Außenminister Moussa Koussa hat sich offenbar nach Großbritannien abgesetzt. Der bisherige enge Vertraute von Machthaber Gaddafi sei am Mittwochabend auf dem Flughafen Farnborough bei London gelandet, berichtete die BBC. Nach Informationen des britischen Außenministeriums ist Koussa bereits vom Amt des Außenministers zurückgetreten. Der 59-Jährige wolle um politisches Asyl ansuchen.
Koussa sei aus eigenem Willen nach London gekommen und wolle nicht länger dem Regime von Gaddafi dienen, da er gegen die Angriffe des Regimes gegen die Zivilbevölkerung gewesen sei. Zum Schutz der Zivilisten fliegt eine seit Mittwoch von der NATO geführte Militärallianz seit Tagen Luftangriffe gegen Ziele in Libyen.
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30. März
Start der NATO-Kontrolle
Die NATO hat heute begonnen, das Kommando über die internationalen Luftangriffe in Libyen zu übernehmen. Die Übergabe des Einsatzkommandos von der sogenannten Koalition der Willigen gehe schrittweise von den USA auf die Militärallianz über, sagte ein NATO-Vertreter.
Großbritannien, Kanada, Belgien, Dänemark, Spanien und die Niederlande stellten inzwischen ihre an dem Einsatz beteiligten Kräfte unter das Kommando der NATO. In den "kommenden Stunden" soll die NATO Sprecherin Oana Lungescu zufolge den Befehl über weitere Einheiten erhalten. Einen Zeitpunkt für den Abschluss der Kommandoübergabe nannte sie nicht.
Die NATO will auf Grundlage einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats eine Seeblockade vor der libyschen Küste sowie eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land durchsetzen und Luftangriffe zum Schutz der Zivilbevölkerung fliegen.
Gaddafis Truppen bringen Ölhafen unter Kontrolle
Die Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi haben den Ölhafen Ras Lanuf wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die Rebellen gaben am Mittwoch ihre Stellungen auf. Sie hatten die im Osten des Landes gelegene Hafenstadt am Sonntag eingenommen. Ihr von den Luftangriffen der internationalen Militärallianz begünstigter Vormarsch Richtung Westen wurde dann aber von Gaddafi-Truppen gestoppt. Ras Lanuf liegt auf dem Landweg 370 Kilometer südwestlich von der Rebellenhochburg Benghazi entfernt.
Waffen für die Rebellen?
Die Bewaffnung libyscher Rebellen ist nach Auffassung von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nicht von der UN-Resolution 1973 gedeckt. "Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu schützen, nicht, sie zu bewaffnen", sagte Rasmussen dem britischen Sender Sky News gestern Abend nach der Internationalen Libyen-Konferenz in London. Er steht mit seiner Meinung im Widerspruch zu US-Präsident Barack Obama und dessen Außenministerin Hillary Clinton.
Gaddafi wird nach Einschätzung von Obama dem internationalen Druck auf sein Regime nicht standhalten. "Unsere Erwartung ist, dass Gaddafi letzten Endes abtreten wird, wenn wir konstanten Druck anwenden", sagte Obama.
29. März
Konferenz: Militäraktionen gehen weiter
Auf der heutigen internationalen Konferenz in London verständigten sich die Vertreter von über 40 Ländern darauf, die militärische Intervention in Libyen so lange fortzusetzen, bis Machthaber Gaddafi die UNO-Sicherheitsrats-Resolution zum Schutz der Zivilbevölkerung einhält. Außerdem wird eine internationale Kontaktgruppe gebildet, die künftig die politischen Bemühungen zur Lösung des Libyen-Konflikts koordinieren soll. Das erste Treffen dieser Gruppe solle "so rasch wie möglich" in Katar stattfinden.
US-Außenministerin Clinton hat in London die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft bekräftigt, Gaddafi zum Rückzug zu zwingen. "Er muss gehen!", sagte Clinton auf der Konferenz.
Russland hat die NATO vor einer "kreativen Auslegung" der Resolution 1973 des UNO-Sicherheitsrates gewarnt. "Die NATO ist jetzt für die Umsetzung der Bestimmungen dieser Resolution verantwortlich. Und es ist wichtig, dass die NATO jetzt keine kreative Auslegung der Bestimmungen betreibt", sagte der russische Botschafter beim Nordatlantischen Bündnis, Dmitri Rogosin, in Brüssel.
Von den Mitgliedstaaten der Arabischen Liga hatten lediglich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar ihre Außenminister nach London geschickt. Jordanien, Marokko, Tunesien, der Irak und der Libanon entsandten Botschafter. Libyens Nachbarstaaten Algerien und Ägypten waren bei der Konferenz nicht vertreten. Libyens Mitgliedschaft in der Liga ist suspendiert.
Rebellen gestoppt
Libysche Regierungstruppen stoppten heute den Vormarsch von Rebellen in Richtung Westen. Nach schwerem Artillerie- und Raketenbeschuss eroberten die Soldaten die Ortschaft Nawfaliyah zurück. Die Rebellen flüchteten in Panik in das weiter östlich gelegene Bin Jawad. Loyale Armee-Einheiten des Regimes von Gaddafi griffen auch wieder die von Aufständischen gehaltenen Stadt Misrata an.
Mit der Regierungsoffensive wurde auch der Vorstoß der Rebellen auf die 120 Kilometer westlich von Nawfaliyah gelegene, strategisch und symbolisch wichtige Geburtsstadt Gaddafis, Sirte, gestoppt. Nach einigen Berichten sollen auch Einwohner Sirtes an der Seite der Soldaten gegen die Aufständischen gekämpft haben.
Über 735 Angriffe der Allianz
Die westliche Militärallianz setzte ihre Angriffe gegen Stellungen in Libyen fort. In Tajoura nahe Tripolis waren heute Morgen neun laute Explosionen zu hören, berichteten Bewohner im Internet. Der durch die Luftangriffe begünstigte Vormarsch der Milizen der Regimegegner auf die zentrallibysche Stadt Sirte wurde indes von den Gaddafi-Truppen gestoppt.
Auf die Gaddafi-Truppen sind nach Angaben des US-Militärs seit Beginn des internationalen Einsatzes am 19. März 1.602 Lufteinsätze geflogen worden, davon 735 Angriffe, so US-Vizeadmiral Gortney.
Gaddafi-Sohn am Leben?
Das libysche Fernsehen zeigte heute Nacht Aufnahmen, auf denen der totgesagte Gaddafi-Sohn Chamies zu sehen ist. Chamies al-Gaddafi wird dabei von Anhängern des Regimes auf dem Militärstützpunkt Bab al-Asisiya in Tripolis umjubelt. Allerdings ließ sich nicht zweifelsfrei feststellen, ob es sich wirklich um neue Aufnahmen handelt.
Internationale Konferenz berät ab heute über Zukunft Libyens
Eineinhalb Wochen nach Beginn der alliierten Luftangriffe berät eine internationale Konferenz aus mehr als 40 Ländern in London über Konfliktlösungen für Libyen. Großbritanniens Außenminister Hague hat unter anderem US-Außenministerin Clinton, UNO-Generalsekretär Ban und NATO-Generalsekretär Rasmussen sowie Vertreter von Arabischer Liga und Afrikanischer Union eingeladen. Zum Abschluss des Treffens soll es ein gemeinsames Kommunique geben. Vertreter der libyschen Opposition nehmen nicht an der Konferenz teil, Außenminister Hague traf aber davor mit dem Sondergesandten des Nationalen Übergangsrates, Mahmud Jebril, zusammen.
Gaddafi verglich indes den internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Zivilisten mit den Kriegszügen der Deutschen unter Adolf Hitler. "Stoppt diese barbarische Aggression gegen Libyen. Lasst die Libyer in Ruhe", schrieb Gaddafi in einer Botschaft an europäische und amerikanische Parlamentarier.
Außenminister geflüchtet
Libyens Außenminister Moussa Koussa, einer von Muammar Gaddafis engsten Vertrauten, hat offenbar die Flucht angetreten. Wie der TV-Sender Al-Jazeera berichtet, hat Koussa gestern Nachmittag die Grenze nach Tunesien überquert. Er sei von mehreren Wagen aus dem Land begleitet worden.
Obama: "Gaddafis Vormarsch gestoppt"
"Heute Abend kann ich berichten, dass wir Gaddafis tödlichen Vormarsch gestoppt haben", sagte Obama in einer Rede an der Militär- Universität des Verteidigungsministeriums in Washington. Mit der Ansprache wandte sich Obama erstmals seit Beginn der Luftschläge gegen Libyen vor neun Tagen direkt an die US-Bevölkerung. Obama bekräftigte, dass die Rolle der USA bei dem Einsatz "begrenzt" sei und keine Bodentruppen in das nordafrikanische Land entsendet würden.
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28. März
Erste Bilanz und Ausblick
Eine Woche nach Beginn der Luftangriffe wird der Sicherheitsrat eine erste Bilanz seiner Sanktionen ziehen. UN-Botschafter José Filipe Moraes Cabral, derzeitiger Leiter des Sanktionskommiées, hat einen Bericht verfasst. Morgen werden Vertreter von 40 Nationen in London über Libyens Zukunft ohne Gaddafi diskutieren.
Indes forderten Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premier David Cameron Gaddafi-Anhänger in einem Schreiben zum Rückzug auf: "Gaddafi muss sofort gehen. Wir appellieren an seine Anhänger, sich von ihm loszusagen, bevor es zu spät ist!"
Das griechische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass die Fregatte "Limnos" seit heute an der Überwachung des Waffenembargos teilnimmt.
Türkei will Flughafen von Begasi übernehmen
Die Türkei will in Libyen die Kontrolle über den Flughafen der Rebellenhochburg Bengasi übernehmen, um von dort aus humanitäre Hilfe für das nordafrikanische Land zu koordinieren.
Russland kritisiert Luftangriffe
Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte heute die "unerlaubte Militärintervention" des Westens. Die Unterstützung von Rebellen sei ein Verstoß gegen die UN-Resolution. Es herrsche "praktisch Bürgerkrieg", aber "in dem UN-Beschluss ist keine Rede davon, dass eine ausländische Koalition hier Partei ergreifen soll", so Lawrow.
Rebellen-Vormarsch stockt
Libyens Armee hat das Vordringen der Rebellen in westliche Richtung vorerst aufgehalten. Wie ein Reporter der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtete, gab es in der Stadt Bin Jawad heftige Gefechte. Die Aufständischen hatten am Sonntag Ras Lanuf und später Bin Jawad eingenommen, doch heute nahmen regierungstreue Einheiten die Aufständischen unter Feuer. Sirte, die Geburtsstadt Muammar Gaddafis, war heute nach Korrespondentenberichten weiter unter Kontrolle loyaler Einheiten. Entgegen der Angaben der Aufständischen wurde die Stadt also nicht von ihnen eingenommen. Vor der Stadt soll es zu schweren Kämpfen kommen.
Nachdem die NATO angekündigt hat, das komplette Kommando über den internationalen Militäreinsatz in Libyen zu übernehmen, wollen die USA ihre militärische Rolle zurückfahren. Die USA flogen bisher die meisten Einsätze in Libyen. Nach Pentagon-Angaben wurden allein zwischen Samstagabend und Sonntagnachmittag von 167 Lufteinsätzen 97 von der US-Luftwaffe ausgeführt.
Gaddafis Heimatstadt eingenommen
Die Aufständischen in Libyen sind weiter auf dem Vormarsch in Richtung Westen des Landes und der Hauptstadt Tripolis. Nachdem die Geburtsstadt von Machthaber Muammar al-Gaddafi Ziel von Luftangriffen der internationalen Koalition geworden war, haben die Aufständischen Sirte nach eigenen Angaben eingenommen. Die USA wollen den Druck auf Gaddafi erhöhen, die Macht abzugeben, indem sie in den kommenden Tagen einen Sondergesandten mit "einer sehr klaren Botschaft" nach Tripolis entsenden, wie Außenministerin Hillary Clinton am Sonntag dem TV-Sender NBC sagte.
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27. März
Britischer Minister ortet neue "politische Dynamik" in Libyen
Die Aufständischen könnten nach Ansicht von Großbritanniens Verteidigungsminister Liam Fox bald in der Lage sein, die Kontrolle über die Ölexporte des Landes zu übernehmen. Damit könnten sie die „politische Dynamik“ des Konfliktes entscheidend ändern und das Gleichgewicht in Libyen neu verteilen, sagte der Minister zur BBC.
Marsch auf Gaddafis Heimatstadt
Nach Brega und Las Ranuf nehmen die Rebellen auf ihrem Weg Richtung Tripolis Machthaber Gaddafis Heimatstadt Sirte ins Visier. Die Freiheitskämpfer stellen sich bereits auf lange und blutige Gefechte ein, berichteten sie dem US-Fernsehsender CNN.
Rebellen nehmen auch Las Ranuf ein
Nachdem libysche Rebellen am Vormittag meldeten, sie hätten die Stadt Brega zurückerobert, zogen sie weiter nach Westen. MIttlerweile soll auch die Ölstadt Las Ranuf wieder in der Hand der Gaddafi-Gegner sein. Rebellen berichteten, Gaddafi-treue Truppen hätten die Stadt verlassen. Bestätigt ist diese Info zwar noch nicht. Sollte sie sich allerdings bewahrheiten, wären erstmals seit Beginn der Gefechte wieder alle Städte eingenommen, die die Rebellen vor der Kriegserklärung des Machthabers eingenommen hatten.
Britischer Justizminister befürchtet Rache-Attentat
Der britische Justizminister Clarke warnt vor einem Racheanschlag Gaddafis im Stil des Lockerbie-Attentats. Großbritannien habe "guten Grund", Gaddafi nicht mehr an der Macht sehen zu wollen, sagte Clarke in einem Interview der britischen Zeitung The Guardian.
Rebellen nehmen Brega ins Visier
Unter dem Schutz der Kampfjets der internationalen Koalition stoßen die Aufständischen in Libyen nach Westen vor. US-Präsident Obama lobte die "wichtigen Fortschritte" der Koalition. Nach der strategisch wichtigen Küstenstadt Ajdabiya wollen die Aufständischen auch die Stadt Brega erobern.
Legt Gaddafi Leichen an Angriffsorte?
US-Verteidigungsminister Gates wirft Gaddafi vor, Leichen von Zivilisten an Angriffsorte der Koalitionsstreitkräfte legen zu lassen. Das sagte Gates in einem Interview des US-Fernsehsenders CBS. Die USA hätten eine Menge Geheimdienstberichte darüber, dass Gaddafi die Leichen von Menschen, die er getötet habe, als "zivile Opfer" an die Orte platzieren lasse, die die Koalition zur Durchsetzung des Flugverbots angegriffen habe.
26. März
Rebellen erobern Adschadabija
Die umkämpfte ostlibysche Stadt Adschadabija ist seit heute wieder unter Kontrolle der Rebellen, wie Korrespondenten von AFP und BBC berichten. In den vergangenen Tagen hatten französische und britische Kampfflugzeuge die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi bei Adschadabija attackiert.
Gestern gab es in der Nähe der strategisch wichtigen Öl-Stadtmehrere schwere Explosionen. Die Rebellen standen nach eigenen Angaben bereits kurz vor der Rückeroberung. Zahlreiche Bewohner flohen vor den Kämpfen. Adschadabija liegt etwa 160 Kilometer südlich der Rebellenhochburg Bengasi.
Einigung über NATO-Kontrolle
Die NATO soll in Kürze die Leitung aller internationalen Militäraktionen in Libyen übernehmen. Man habe sich auch über das Kommando zum Schutz der Zivilbevölkerung vor dem Regime des Machthabers Gaddafi geeinigt, so US-Regierungssprecher Carney. Allerdings müssten noch militärische Details geklärt werden.
Man erwarte, dass die Angelegenheit "in den nächsten paar Tagen unter Dach und Fach sein wird,", meinte Carney. "Es gibt eine Einigung." Zuerst hatte die "Koalition" am späten Donnerstagabend lediglich beschlossen, das Kommando zur Überwachung der Flugverbotszone von den USA an die NATO zu übergeben. Über das Kommando zum Schutz der Zivilbevölkerung gab es dagegen zunächst keine Einigung.
US-Präsident Obama will am Montag (Ortszeit) eine Rede zum Konflikt in Libyen halten. Ziel der Rede in einer Militär-Universität in Washington sei es, die Amerikaner über die Lage in Libyen und das internationale militärische Eingreifen zum Schutz der Bevölkerung zu informieren, so das Weiße Haus. Obama war unter Beschuss geraten, Parlament und Öffentlichkeit nicht genügend über die Libyen-Mission zu informieren.
Luftangriffe fortgesetzt
Auch eine Woche nach Beginn der massiven Luftangriffe des Westens auf Libyen beschießen regierungstreue Einheiten weiter Rebellen-Städte. In Adschadabija im Osten des Landes lieferten sich die Truppen Gaddafis gestern erbitterte Kämpfe mit den Aufständischen. In der seit Tagen umkämpften Stadt gelang nach Einschätzung von Augenzeugen keiner der beiden Seiten ein entscheidender Durchbruch. Soldaten Gaddafis setzten gestern Abend auch ihre Angriffe auf die umkämpfte Küstenstadt Misrata fort.
In einem Vorort der Hauptstadt Tripolis stand nach einem alliierten Luftangriff eine Militäranlage in Flammen. Das libysche Staatsfernsehen berichtete zudem, es seien "zivile und militärische Ziele" in der Stadt Zlitan 160 Kilometer östlich von Tripolis sowie in der Region Al-Watiya im Westen des Landes attackiert worden. Bei den Luftangriffen sind nach Angaben des libyschen Gesundheitsministeriums bisher mindestens 114 Menschen getötet worden.
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25. März
Ziele in Tripolis bombardiert
Im Süden der Hauptstadt Tripolis wurden heute Ziele des Regimes attackiert. Ein libyscher Militärsprecher erklärte, dass "mehrere zivile und militärische Einrichtungen in Tripolis" bombardiert worden sein. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. CNN berichtete, Kampfjets hätten Stellungen in den Außenbezirken der Hauptstadt bombardiert. Kurzfristig habe es Gegenfeuer der Luftabwehr gegeben, das dann aber wieder aufgehört habe. Ein französisches Kampfflugzeug zerstörte nach Angaben des Generalstabs in Paris eine libysche Artilleriestellung.
In der Nacht hatte die NATO nach langen Diskussionen beschlossen, die Flugverbotszone in Libyen zu überwachen, die der UNO-Sicherheitsrat vor einer Woche festgelegt hatte. Die Mitglieder der bisherigen Koalition gegen Gaddafi - Frankreich, Großbritannien und die USA - können aber auch unabhängig von der NATO Ziele bombardieren. "Wir haben die Verantwortung für die Flugverbotszone übernommen, während die Koalition ihre Aktivitäten fortsetzt", sagte NATO-Generalsekretär Rasmussen in Brüssel.
Nach Berichten libyscher Staatsmedien wurden gestern eine nicht näher genannte Zahl von Menschen bei Luftangriffen auf die Stadt Tajura bei Tripolis getötet. Laut Oppositionsmedien handelte es sich bei den Toten hingegen um Regimegegner, die von regimetreuen Milizen ermordet worden seien. Tajura war vor Wochen ein Brennpunkt der Proteste gegen das Regime von Gaddafi gewesen. Die Sicherheitskräfte hatten die Proteste mit Waffengewalt unterdrückt.
In Bengasi, der Metropole der Regimegegner im Osten des Landes, gingen die Bemühungen um den Aufbau eigener schlagkräftiger bewaffneter Kräfte weiter. Al-Arabiya zeigte ein Militärlager, in dem junge Männer an der Waffe ausgebildet werden. Der Nationalrat, das Gegenparlament der Gaddafi-Gegner, hatte erklärt, dass die Regimegegner über rund 1.000 eigene Milizionäre verfügen.
Luftraumkontrolle funktioniert
Die französische Regierung erklärte, dass der Luftraum über Libyen nun vollständig unter Kontrolle der Alliierten ist: "Das haben wir gestern bewiesen, als ein Flugzeug mit Gaddafi-Leuten kurz nach dem Start von Misrata von einem französischen Jet abgeschossen wurde."
Rebellen formieren sich
Im von den Rebellen besetzten Benghasi wird derzeit massiv der Aufbau einer schlagkräftigten Truppe forciert. Wie der Nachrichtensender Al-Arabija berichtet, werden dort in Militärlagern junge Männer an der Waffe ausgebildet.
Angriffe auf Gaddafi-Truppen
Die alliierte Offensive wurde in der Nacht fortgesetzt. In den Außenbezirken der Hauptstadt Tripolis waren Explosionen zu hören. Britische und französische Kampfjets nahmen Gaddafis Bodentruppen und Artillerie, die das von den Rebellen belagerte Adschdabija belagern, unter Beschuss.
Emirate beteiligen sich
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich bereiterklärt, an der Militäraktion in Libyen zu beteiligen. Es werden zwölf Flugzeuge bereitgestellt. Die Emirate sind nach Katar das zweite Land der Arabischen Liga, die aus 22 Mitgliedsstaaten besteht, das an der Operation "Odyssey Dawn" teilnimmt.
EU für weitere Sanktionen
Die Mitglieder der EU haben sich beim Libyen-Gipfel in Brüssel für weitere Sanktionen gegen Muamar al-Gaddafi ausgesprochen. "Die Europäische Union ist bereit, weitere Sanktionen zu beschließen, einschließlich Massnahmen, um sicherzustellen, dass Öl- und Gaseinkommen nicht das Gaddafi-Regime erreichen", hieß es in einem gemeinsamen Statement.
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24. März
Türkei unterstützt NATO-Kommando
Die NATO übernimmt nach Angaben des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu in wenigen Tagen das Kommando über den westlichen Militäreinsatz in Libyen. Für einen entsprechenden Bericht des türkischen Staatsfernsehens TRT gab es am Abend in der NATO-Zentrale in Brüssel zunächst jedoch keine Bestätigung. Die Beratungen des NATO-Rats dauerten noch an, hieß es.
Davutoglu sagte, Bedingungen Ankaras für den NATO-Einsatz seien nun erfüllt. Ankara hatte zunächst gefordert, dass die Mitglieder der westlichen "Koalition" zunächst sämtliche Militäraktivitäten gegen Libyen einstellten. Wenn dann die NATO die Leitung der Operation übernehme, so müsse sie sich auf die Einhaltung des Flugverbots beschränken. Vonseiten der NATO gab es zunächst keine Angaben über Details der Einigung und über die Aufgabenverteilung zwischen den führenden Staaten der "Koalition" und der NATO.
Frankreich hatte bei den sechstägigen Beratungen des NATO-Rates Widerstand gegen eine Führung der NATO geleistet. Das Bündnis solle die Koalition nur unterstützen. Die USA und Großbritannien waren dagegen für eine möglichst starke Rolle. Bisher führt Washington den Einsatz, will aber so rasch wie möglich diese Rolle aufgeben. "Es handelt sich um Tage, nicht Wochen", bis die Führung an die Partner der Allianz übergeben werde. Der Einsatz in Libyen bringt die USA in Finanznöte: Wie die Washington Post berichtet, ist unklar, wie der Einsatz bislang finanziert wird.
Heute sind durch Luftangriffe rund hundert Zivilisten getötet worden, sagte ein libyscher Regierungssprecher. Rebellen sprechen von 30 toten Scharfschützen des Gaddafi-Regimes. Ein französischer Kampfjet hat am Nachmittag ein libysches Flugzeug, das die Flugverbotszone über Misrata ignorierte, abgeschossen, berichtet ABC News.
Schwere Verluste der Rebellen
Auch nach dem Ausschalten der libyschen Luftwaffe durch die internationale Militärallianz fügen die Gaddafi-treuen Truppen den Aufständischen weiter schwere Verluste zu. In Misrata beschossen Einheiten des Diktators Gaddafi das Viertel um das Zentralkrankenhaus. Die NATO einigte sich indes im Wesentlichen auf einen Plan für die Kommandostruktur für einen möglichen Militäreinsatz in Libyen.
Die Kommandos für die täglichen Einsätze sollen sich auf dem NATO-Stützpunkt in Neapel und auf dem Stützpunkt im norditalienischen Poggio Renatico befinden, wie der NATO-Diplomat heute sagte. Während die militärischen Planungen für einen NATO-Einsatz zur Durchsetzung einer Flugverbotszone in Libyen voranschreiten, steht die politische Entscheidung der 28 NATO-Mitglieder weiter aus. Die Beratungen sollten heute in Brüssel fortgesetzt werden.
Angriffe im Süden
Die internationale Militärallianz weitete ihre Luftangriffe indes auch auf den Süden des Landes aus. Zudem wurden in der Nacht zum Donnerstag mehrere Ziele östlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert. Augenzeugen sahen Flammen auf einem Militärstützpunkt in dem Vorort Tajoura. Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierten die Kampfjets unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, rund 1.000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Jufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss.
Eine Überprüfung der Angaben blieb weiter schwierig. Die Kriegsparteien hatten wiederholt widersprüchliche Aussagen gemacht. Die Bodentruppen Gaddafis und die Rebellen kämpfen derzeit vor allem in der östlichen Stadt Ajdabiya und in Misrata gegeneinander. Rund um Sintan, 100 Kilometer südwestlich von Tripolis, zogen die Regimetruppen neue Verbände zusammen. Einwohner Misratas berichten, dass Gaddafi-Truppen den Hafen der Stadt eingenommen hätten. Tausende Gastarbeiter, die darauf warteten, außer Landes gebracht zu werden, säßen fest.
Die libyschen Staatsmedien meldeten, bei den Angriffen der Allianz in Tajoura seien auch zivile Ziele bombardiert worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Leichen, die zum Teil verkohlt waren. Oppositionelle bestritten, dass es sich dabei um die Leichen von Zivilisten handelt, die bei den Luftangriffen ums Leben gekommen seien.
Hafen von Misrata eingenommen
Wie die Einwohner der Rebellenhochburg Misrata berichten, haben die Truppen von Muamar al-Gaddafi den Hafen der Stadt erobert. Dort sitzen nun Tausende fest, die das Land über den Meerweg verlassen wollten.
Zivilisten getötet
Machthaber Gaddafi versucht seit Beginn der alliierten Offensive "Odyssey Dawn" darauf aufmerksam zu machen, dass sich auch Zivilisten unter den Bombenopfern befinden. Nun gab es erstmals eine Bestätigung durch die Gegenseite. Laut NATO hat ein Hubschrauber des Militärbündnisses zwei Zivilisten getötet. Das ganze geschah bei in der Provinz Chost bei einem Angriff auf den Anführer des extremistischen Hakkani-Netzwerks. Zwei Passanten hatten sich in der Nähe des anvisierten Fahrzeugs befunden, als dieses abgeschossen wurde. Zudem kamen der Hakkani-Führer und zwei seiner Gefolgsleute ums Leben.
Tunesien friert Gaddafi-Vermögen ein
Die tunesische Regierung hat veranlasst, dass das Vermögen von Muamar a-Gaddafi und fünf Angehörigen eingefroren wird.
Libyen meldet Abschuss
Laut der libyschen Al-Watan sollen Regierungstruppen ein französisches Flugzeug über Sirte abgeschossen haben. Der Pilot wurde gefangengenommen.
Frankreich siegessicher
Die französische Regierung schätzt, in ein paar Tagen oder Wochen die militärische Schlagkraft von Gaddafi zerstört ist. Der Einsatz würde nicht länger als ein oder zwei Monate dauern, heißt es.
Gaddafi-Truppen ziehen sich zurück
Der britische Guardian berichtet, dass Teile der Regierungstruppen, die die Rebellenhochburg Misrata belagern, den Rückzug angetreten haben. Die Alliierten hatten zuletzt ihre Angriffe auf die Artillerie der Gaddafi-Krieger deutlich erhöht.
Angst vor Terror in Europa
Laut dem britischen Geheimdienst MI5 könnte es in Großbritannien zu Vergeltungsschlägen durch libysche Terroristen kommen, das berichtet die Daily Mail. Grundlage für diese Annahme sind abgehörte Telefonate.
Angriffe fortgesetzt
Die internationalen Streitkräfte haben die Angriffe auch in der fünften Nacht in Folge fortgesetzt. Erneut stand Tripolis schwer unter Beschuss. In der Militärbasis Tajura, unweit der libyschen Hauptstadt, gab es zwei heftige Explosionen. Auch die Bodentruppen, die die Städte Misrata und Adschdabija belagern waren Ziel der Angriffe.
Gaddafi-Truppen bombardieren Spital
Die Regierungstruppen erhöhen den Druck auf das von den Rebellen besetzte Misrata und greifen dabei zu drastischen Mitteln. Panzer nahmen das Spital unter Beschuss. Zwei Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Auch Adschdabija ist bereits von den Gaddafi-Truppen eingekesselt.
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23. März
Gaddafis Luftwaffe kampfunfähig
Die Luftwaffe von Gaddafi ist nach Darstellung der britischen Air Force kampfunfähig. "Die libysche Luftwaffe ist keine kämpfende Kraft mehr", sagte Greg Bagwell, der Kommandant der britischen Luftstreitkräfte, gegenüber der BBC. Die Flugzeuge der Alliierten könnten inzwischen nahezu ungestört im Luftraum über Libyen operieren und die Flugverbotszone überwachen.
Opfer in Misrata
Al Jazeera berichtet, dass bei den heutigen Angriffen der Gaddafi-Truppen auf Misrata 13 Menschen ums Leben kamen, in der Nacht waren 23 Todesopfer zu beklagen.
Feuer eingestellt
Die Bomben der Allianz zeigen Wirkung. Laut Reuters haben die Panzer-Truppen von Gaddafi mit dem Beschuss der Rebellenhochburg Misrata aufgehört.
Die Allianz greift ein
Die Alliierten kommen den Aufständischen in Misrata, wo derzeit ein Gemetzel zwischen Rebellen und Regierungstruppen stattfindet zu Hilfe. Erste Bomben haben bereits in Gaddafi-Stellungen rund um die belagerte Rebellenstadt eingeschlagen.
Massaker in Misrata
Gaddafis Truppen kennen keine Gnade mehr. Die Regimetreuen belagern seit etwa einer Woche die Rebellenhochburg Misrata, es kam immer wieder zu blutigen Gefechten. Nun sollen Gaddafis Mannen auf alles und jeden schießen, sogar Sanitäter wurden bei Einsätzen beschossen. Die Regierungstruppen haben jetzt das Spital der Stadt eingenommen.
Ein Augenzeuge gegenüber ABC: "Die Rebellen geben ihr Bestes, um im Bereich des Krankenhauses eine Sicherheitszone aufrechtzuerhalten. Aber sie kämpfen mit leichten Waffen. Das hier ist kein Kampf. Das ist ein Massaker. Die meisten Einwohner sind ans Meer geflüchtet, um dem Kugelhagel der Gaddafi-Truppen zu entgehen."
Gaddafi beschimpft Militärbündnis
Laut BBC soll Machthaber Gaddafi in seiner abendlichen Rede auch folgendes von sich gegeben haben: "Wir werden von einem Haufen Faschisten angegriffen, die im Mülleimer der Geschichte landen werden. Ich habe keine Angst vor Stürmen am Horizont, noch habe ich Angst vor Flugzeugen, die Zerstörung bringen. Ich leiste Widerstand. Mein Heim ist hier in meinem Zelt. Ich bin der rechtmässige Herrscher und Schöpfer des Morgens. Ich bin hier."
NATO übernimmt Führung
Die NATO konnte endlich eine Einigung erzielen. Das Militärbündnis wird die Führung bei der Umsetzung der Flugverbotszone in Libyen gemäß UN-Resulution übernehmen. NATO-Kriegsschiffe sollen bereits ab heute zum Einsatz kommen.
NATO übernimmt Führung
Die NATO konnte endlich eine Einigung erzielen. Das Militärbündnis wird die Führung bei der Umsetzung der Flugverbotszone in Libyen gemäß UN-Resulution übernehmen. NATO-Kriegsschiffe sollen bereits ab heute zum Einsatz kommen.
Teurer Einsatz für die USA
Einem Bericht der AP zufolge, wird die USA ihr Vorgehen in Libyen teuer bezahlen. Bisher wurden von der US Army 162 Marschflugkörper abgefeuert - Stückpreis bis zu einer Million Euro. Eine einzige Flugstunde eines Tarnkappenbombers vom Typ B-2 kostet umgerechnet 7.000 Euro.
Unterdessen kommt weitere Unterstützung aus Europa. Die Niederlande entsendet sechs Kampfjets vom Typ F-16, ein Tankflugzeug sowie ein Minensuchboot.
USA bestätigen Tod von Gaddafi-Sohn
Der Befehlshaber der berüchtigten 32. Brigade, Chamis al-Gaddafi (zweitjüngster Sohn des Diktators), kam am Wochenende bei einem Kamikazeangriff eines libyschen Kampfpiloten ums Leben. US-Außenministerin Hillary Clinton bestätigte nun diese seit Tagen im Raum stehenden Gerüchte.
Gaddafi-Anhänger resignieren
Wie Hillary Clinton bekanntgab, prüft die libysche Führung bereits Exiloptionen. Laut der US-Außenministerin setzen sich die engsten Vertrauten des Machthabers bereits mit Verbündeten in der ganzen Welt in Verbindung mit der Frage: "Wie kommen wir hier raus?"
Gaddafi-Aufruf zum islamischen Krieg
Erstmals seit Beginn des alliierten Bombardements hielt Muamar al-Gaddafi eine Fernsehansprache. Als Ort für seine Rede wählte er den Balkon seiner Residenz in Tripolis, die einen Tag zuvor bereits von einer Bombe getroffen wurde. Er versprach seinen Landsleuten einen glorreichen Sieg: "Wir werden sie kurzfristig schlagen, wir werden sie langfristig schlagen."
Gaddafi rief zudem alle Moslems auf, sich an der Schlacht zu beteiligen: "Alle muslimischen Armeen müssen sich an der Schlacht gegen die Kreuzfahrer beteiligen. Überall auf der Welt gibt es Proteste, um Euch zu unterstützen, in Asien, Afrika, Amerika und Europa."
Luftangriffe fortgesetzt
Die alliierten Streitkräfte haben am vierten Tag der Operation "Odyssey Dawn" die Luftangriffe auf Ziele in Libyen fortgesetzt.
Ermahnung an Russland
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ermahnt Russland, bei der UN-Resulotion gegen Libyen mitzuwirken. Mitglieder müssen diese einhalten und die Umsetzung ermöglichen. Russland hat die alliierte Offensive verurteilt.
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22. März
Intervention bis zum Ende
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi aufgefordert, das Blutvergießen zu beenden. Die internationale Intervention zur Umsetzung der Flugverbotszone werde so lange weiter gehen, bis Gaddafi jedes militärische Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung stoppe, sagte er in Tunis. "Der erste und wichtigste Schritt sollte von Gaddafi kommen. Er muss aufhören, seine eigenen Leute zu töten", so Ban Ki-moon.
Der UNO-Sonderbeauftragte Abdul Ilah Chatib hat inzwischen erstmals Gespräche mit den Aufständischen in Libyen aufgenommen.
Wieder Tote bei Kämpfen
Laut AFP soll es in Yafran zu Kämpfen am Boden gekommen sein. Dabei seien neun Menschen ums Leben gekommen.
Die NATO könnte nach einem morgigen Beschluss in Aktion treten. Es soll bereits einen Operationsplan geben!
Waffenembargo
Laut Welt Online will die NATO ein Waffenambargo auf dem Meer gegen Libyen durchsetzen. Weiters soll die NATO nach dem Rückzug der USA aus dem Libyen-Konflikt die West-Mächte unterstützen.
US-Militär bestätigt Absturz
Die US Air Force bestätigt Medienberichte, wonach eine F-15 über Libyen abgestürzt ist. Der Crash geschah in der Nacht in einem unbewohnten Gebiet in Ghut Sultan, südöstlich von Bengasi. Beide Besatzungsmitglieder konnten sich per Schleudersitz retten und sind unverletzt. Das US-Militär geht von einem technischen Defekt und nicht von einem Abschuss aus.
Misrata unter Beschuss
Die Rebellenstadt Misrata wird von Panzer-Einheiten Gaddafis angegriffen. Bei den gestrigen Kämpfen waren bereits 40 Menschen ums Leben gekommen. Ein Arzt erklärte gegenüber der BBC, dass es in den Spitälern mittlerweile keine Betten mehr für Patienten gebe. Der Strom ist ausgefallen, es gibt seit einer Woche kein Wasser und die Kommunikationswege sind abgeschnitten.
Alliierter Kampfjet abgestürzt
Wie die Daily Mail berichtet, ist im libyschen Rebellengebiet ein US-Kampfjet vom Typ F-15 abgestürzt. Der Pilot konnte sich rechtzeitig befreien und wurde von den Rebellen gerettet. Die Absturzursache dürfte ein technischer Defekt sein.
Gaddafis Propaganda
Die staatliche Nachrichtenagentur Jana gibt Parolen aus: "Die Bomben und Raketen haben keinen Effekt." Demnach solidarisieren die Bewohner seit Beginn der alliierten Angriffe noch viel mehr mit Gaddafi.
Ein Sprecher des Diktators gab zudem gegenüber Al-Jazeera zu Protokoll, dass es bei den Luftschlägen auf Suara und Sirte Opfer unter der Zivilbevölkerung gab. Gaddafi behauptet seit Beginn der Offensive "Odyssey Dawn", dass etliche Zivilisten von alliierten Bomben getötet wurden. Vonseiten der Allianz gab es bisher keine Berichte über zivile Opfer.
Kritik an der NATO
Vor allem die USA drängen darauf, das Kommando über die Militäroperation in Libyen an die NATO abzugeben. Bisher konnte bei den Sondertreffen aber keine Einigung darüber erzielt werden. In der Bild-Zeitung kritisierte Harald Kujat, früherer Generalinspektor der deutschen Bundeswehr, die Unentschlossenheit der NATO. Das Militärbündnis spiele seiner Meinung nach eine unglückliche Rolle in dem Konflikt und erweist sich als nicht handlungsfähig.
Unterdessen forderte China den sofortigen Waffenstillstand in Libyen.
Gaddafis Luftabwehr schwer geschwächt
Wie ein Sprecher der US-Verteidigungsbehörden gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte, wurde durch die Operation "Odyssey Dawn" bereits 50 Prozent der libyschen Luftabwehr vernichtet.
UN lehnt Libyens Antrag ab
Libyens Außenminister Mussa Kussa stellte vor dem UN-Sicherheitsrat einen Antrag auf eine Dringlichkeitssitzung wegen des Vorgehens gegen Diktator Muamar al-Gaddafi. Er wirft den Alliierten "militärische Aggression" vor, die Bombardierung müsse umgehend beendet werden. Doch die UN lehnte den Antrag ab.
Luftangriffe in der Nacht fortgesetzt
Die Alliierten setzten auch in der dritten nach in Folge ihre Offensive aus der Luft fort. 20 Marschflugkörper des US-Militärs kamen zum Einsatz. Die lybischen Regierungstruppen antworteten mit Luftabwehrfeuer. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die Hauptstadt Tripolis, wo zwei Marinestützpunkte stark unter Beschuss standen. Al-Jazeera berichtete von zwei starken Detonationen und Feuer im Hafen.
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21. März
Luftschläge auf Tripolis
US-Präsident Obama erklärte in Washington, die Militäreinsätze würden nur zum Schutz des libyschen Volkes dienen. Sobald die Luftabwehr ausgeschaltet sei, würden die USA die Führung des Einsatzes abgeben. Gaddafi zu "vernichten", sei Aufgabe des libyschen Volkes, ergänzte US-Verteidigungsminister Robert Gates. Sollte der Diktator bei einem Luftschlag ums Leben kommen, sei dies ein "Fehler".
Am Abend berichtete das libysche Staatsfernsehen erneut von Luftangriffe der Allianz auf Tripolis.
Flugverbotszone wird ausgeweitet
Die westlichen Streitkräfte haben die Flugverbotszone über Libyen erweitert: Bislang galt die Zone hauptsächlich rund um die Rebellenhochburg Bengasi, doch US-Militärs zufolge nähert sich die Zone nun Tripolis, erklärte das US African Command in Stuttgart laut Spiegel.de. Schon bald könnten auch Brega und Misurata, rund 200 Kilometer östlich von Tripolis, zur Zone gehören.
Kämpfe gehen weiter
Die westliche Militärallianz stoppte den Vormarsch Gaddafi-treuer Einheiten auf die Rebellenhochburg Bengasi, doch diese nahmen am Montag in der 160 Kilometer weiter südlich gelegenen Stadt Ajdabiya erneut Aufstellung. Bewohnern zufolge ist zudem Misrata von Gaddafi-Truppen eingekesselt und von der Wasserversorgung abgeschnitten. Im Stadtzentrum halten sich demnach bewaffnete Gaddafi-Truppen im Zivil auf.
Die Aktionen französischer Kampfflugzeuge zur Durchsetzung der Flugverbotszone gingen nach Angaben eines Militärsprechers in Paris weiter. London schloss einen direkten Angriff auf Gaddafi selbst nicht aus.
Weitere Angriffe
In der Nacht auf Montag feuerten die internationalen Einsatzkräfte zehn bis zwölf Raketen und damit deutlich weniger als am Samstag auf libysche Ziele ab. Am Samstag wurden 110 Raketen auf 22 Ziele abgeschossen. Am Nachmittag feuerten die USA 12 Cruise Missiles ab, die Flugzeuge der Regierungstruppen getroffen haben sollen.
Ein US-Kommandeur sieht die Regierungstruppen stark geschwächt, der Vormarsch auf die Rebellenhochburg Bengazi sei vorerst gestoppt. Nach Angaben der US-Streitkräfte sei es jedoch nicht das Ziel, die Regierungstruppen "völlig zu vernichten" oder Gaddafi selbst anzugreifen. Ab morgen kommt ein französischer Flugzeugträger zum Einsatz.
Italienisches Schiff gekapert?
Vor dem Hafen von Tripolis ist ein italienischer Schlepper mit elf Mann an Bord verschwunden. Die "Asso 22" war vom libyschen Militär festgesetzt worden und hatte später den Hafen Richtung Westen verlassen, erklärte Verteidigungsminister Ignazio La Russa. Danach verliere sich die Spur.
Aus der Stadt Sindan werden heftige Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen gemeldet, so Al-Jazeera.
Weitere EU-Sanktionen
Die Außenminister der 27 EU-Länder beschlossen in Brüssel offiziell, das Vermögen von elf weiteren Vertretern der libyschen Führung sowie von neun Wirtschaftseinheiten wie Banken und Unternehmen in der EU einzufrieren, wie ein EU-Diplomat mitteilte. Weitere Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime sind nach Angaben von Außenminister Spindelegger beim EU-Gipfel Ende dieser Woche in Brüssel möglich.
Der Chef der Arabischen Liga, Amr Moussa, stellte unterdessen klar, es gebe wegen der UNO-Resolution zu Libyen keinen Konflikt. Sein Staatenbund respektiere den Beschluss des Sicherheitsrats. Die Resolution diene dem Schutz von Zivilisten, sagte er. Die NATO zeigte sich weiterhin gespalten über eine Beteiligung an der Militäraktion. Aus den NATO-Ländern Türkei und Bulgarien kam Kritik. Bei Sondersitzungen in Brüssel wollten die Botschafter der 28 NATO-Staaten einen neuen Anlauf für eine Einigung machen.
Putin kritisiert Westen
Wladimir Putin, russischer Ministerpräsident, hat den Einsatz in Libyen als eine Art "mitterlalterlichen Aufruf zum Kreuzzug" kritisiert, wie Welt Online berichtet.
Streit bei den Alliierten
Frankreich will die Führung beim Militärschlag in Libyen übernehmen. Die übrigen Beteiligten, allen voran die USA, wollen das Kommando aber an die NATO übergeben. Doch hier sträubt sich die Türkei, die Frankreich nicht in der Führungsrolle sehen will und auch den Ablauf der Angriffe kritisiert.
Alliierte bombardieren Aschdabija
Die alliierten Streitkräfte greifen nun Aschdabija an, die in der Hand von Gaddafi ist. Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von der Frontlinie entfernt. In Misrata spitzt sich unterdessen die Lage zu. Laut den Rebellen karren Gaddafis Truppen Zivilisten in die Stadt, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Stadt ist längst von den Rebellen umstellt, die Wasserversorgung wurde bereits gekappt.
Gaddafi-Sohn bei Angriffen getötet?
Wie spiegel.de in Berufung auf arabische Medien berichtet, ist Chamis al-Gaddafi möglicherweise bei einem Angriff eines Kamikaze-Piloten vor ein paar Tagen auf den Stützpunkt Bab al-Asisija ums Leben gekommen. Er soll nun in Tripolis an den Folgen schwerer Brandwunden verstorben sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Der Kamikaze-Angriff war von offizieller Seite immer dementiert worden - bei dem Piloten handelte es sich um ein desertiertes Mitglied der libyschen Luftwaffe.
Deutschland froh, nicht dabei zu sein
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hält es nach wie vor für gut, dass sich Deutschland nicht an der Militäraktion in Libyen beteiligt. "Drei Tage nach Beginn des Militäreinsatzes sehen wir nun, dass sich die Arabische Liga sehr skeptisch äußert", meinte der FDP-Politiker vor dem Treffen der EU-Außenminister.
Westerwelle will sich nun dafür einsetzen, dass "sehr scharfe Wirtschafts- und Finanzsanktionen" gegen Libyen beschlossen werden. Seiner Ansicht nach kann es nicht sein, dass man einerseits militärisch gegen das Regime vorgehe und andererseits es zulässt, dass dieses noch aus seinen Geldquellen schöpfen kann.
Ölpreis steigt
Wegen der Krise in Libyen klettert der Preis für Erdöl in die Höhe. Nordsee-Öl der Sorte Brent stieg am heutigen Vormittag um 2,26 Dollar auf 116,19 Dollar je Barrel.
Frühere Ereignisse im Überblick