Mord im Sikh Tempel

Nach Mord an Guru: Gewalt in Punjab eskaliert

Punjab kommt nicht zur Ruhe. Seit vor zwei Tagen der Sikh-Guru Sant Ram Anand in einem Tempel in Wien erschossen wurde, kommt es in dem nordindischen Bundesstaat zu Ausschreitungen und Gefechten zwischen rivalisierenden Anhängern und der Polizei. Zwei Menschen wurden von Sicherheitskräften erschossen, mindestens 30 Verletzte waren bis dato zu beklagen. Die Zentralregierung hat 2500 Soldaten in die Provinz entsandt. Zudem wurde eine Ausgangesperre verhängt und der Ausnahmezustand ausgerufen. Am Dienstag wird ein weiterer Höhepunkt der Proteste erwartet, wenn die Leiche von Anand in Punjab ankommt.

Stadt abgeriegelt
Das Attentat auf den Tempel in Wien hat die Gräben zwischen den verschiedenen Strömungen der Sikh wieder aufbrechen lassen. Die Anhänger des ermordeten Sant Ram Anand rekrutieren sich hauptsächlich aus der untersten Kaste. Und die so genannten "Dalit" - die "Unberührbaren" - nehmen Rache für den Tod ihres Führers. Ihren Ausgang nahmen die gewalttätigen Proteste in Jalandhar, wo besonders viele "Dalit" leben. Die Stadt wurde von den Demonstranten faktisch abgeriegelt, Autos und ein Zug gingen in Flammen auf. Indes ist eine Delegation aus 25 geistlichen Führern in Österreich angekommen, um "den Frieden wiederherzustellen".

Aufklärung gefordert
Indiens Außenministerium drängte unterdessen die Behörden in Österreich auf eine harte Bestrafung der Täter. Die Regierung sei "entschlossen sicherzustellen, dass die Urheber dieser völlig hirnlosen und mutwilligen Tat der Gerechtigkeit zugeführt werden", wie Außenminister Somanahalli Mallaiah Krishna am Montag in Neu-Delhi betonte.

Außer Lebensgefahr

Der Gesundheitszustand des am Sonntag schwer verletzten Gurus hat sich unterdessen laut indischen Botschaftsangaben deutlich gebessert. Dem von Millionen Sikhs als Anführer verehrten Niranjan Dass geht es demnach sehr gut. "Er ist gesund und wohlauf", wie Malhotra gegenüber der "Times of India" erklärte. Der Prediger erlitt bei der Schießerei einen Bauch- und Hüftknochensteckschuss und schwebte daraufhin in Lebensgefahr.


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