"Wir übernehmen das Land"

Rätsel um rapide wachsende "Osmanen Germania"

Osmanen Germania

Osmanen Germania

Der selbstbezeichnete Boxclub "Osmanen Germania" trat Mitte 2015 erstmals in Deutschland in Erscheinung, bis dato blieb der hauptsächlich aus türkischstämmigen Migranten bestehende Rockerclub aber eher unbekannt. Nach öffentlichen Auftritten bereitet die Popularität des Clubs nun aber der Polizei sorgen - und alte "Kampfauftritte" in Videos werfen Fragen auf, wie friedlich es der Club meint.

"Wir kommen und übernehmen das ganze Land", "Männer, die bis zu ihrem letzten Tropfen Blut für ihre Brüder auf dem Schlachtfeld stehen" und "Die Osmanen kommen" - solche Sätze in einem Musikvideo über die Osmanen Germania zeigen sich bedrohlich. Tatsächlich bereitet der Club der Polizei Kopfzerbrechen, sie fürchtet Auseinandersetzungen der Rocker mit bekannten Motorradclubs wie den Hells Angels.

Treffen der Gruppierung werden überwacht, 20 Standorte soll es geben, rund 700 Mitglieder. Kriminell in Erscheinung getreten ist der Club als Gesamtes bisher nicht, zahlreiche Mitglieder sind aber laut "Welt" wegen Delikten polizeibekannt. Selbst sagt der Club von sich, der Gesellschaft etwas geben und nichts nehmen zu wollen.

Anders sieht das die Polizei, wo der Verdacht vorliegt, dass sich die Osmanen einen Marktanteil bei den illegalen Geschäften in der Rockerszene sichern wollen.

"Alles Blödsinn", heißt es aus dem Club, man sei ein offensiv auftertender Sportclub. Anderes sagen aber der Internet-Auftritt und die martialischen Videos aus, hier wird mit Waffen herumgefuchtelt, mit Drohungen eingeschüchtert und provoziert - und, dass man sich im den Hochburgen amtsbekannter Rockergruppen Konfrontationen mit schwerbewaffneten Polizisten hingibt, trägt nicht viel zum friedlichen Eindruck bei.

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