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10.12.2010
Schweiz überlegt Legalisierung von Inzest
Sex unter Geschwistern soll künftig nicht mehr strafbar sein - die Schweiz plant eine dementsprechende Änderung des Bundesgesetzes.
Kaum Verurteilungen
Laut Juristen wurden in den vergangenen 25 Jahren nur drei bis vier Fälle jährlich vor Gericht behandelt. Um Missbrauch in der Familie zu bestrafen, würden die Gesetze gegen Pädophilie reichen, argumentieren Befürworter.
Außerdem wird betont, dass "mit der Streichung einzig der einvernehmliche Beischlaf zwischen blutsverwandten Erwachsenen straffrei" werde, so das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).
"Moralische, keine juristische Frage"
"Inzest ist eine schwierige moralische Frage – aber keine, die wir über das Strafgesetz lösen sollten", findet der grüne Nationalrat und Jurist Daniel Vischer in der Zeitung Blick.
Empörung hingegen bei den Konservativen und Kirchenvertretern. Die Überlegung sei "inakzeptabel" - Morde seien ebenfalls selten, niemand komme aber auf die Idee derartiges straffrei zu stellen, argumentiert die Evangelische Volkspartei.
"Blutschande" in Österreich strafbar
In Österreich wird Inzest im Paragraf 211 des Strafgesetzbuches geregelt: Auf Beischlaf mit einer "in gerader Linie verwandten" Person steht bis zu einem Jahr Haft. Sex mit Geschwistern wird mit bis zu sechs Monaten bestraft. Legal ist hingegen eine Beziehung zwischen Cousin und Cousine.
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