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23.10.2011

Signal an Herrscher

Nach Gaddafis Tod sind Diktatoren unter Druck

Al-Assad Saleh

Ali Abdullah Saleh (li.) und Baschar al-Assad könnte es wie ihren Diktatoren-Kollegen gehen (© Reuters)

Der gewaltsame Tod von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi könnte in weiteren arabischen Staaten ein Umdenken auslösen. Auf jeden Fall dürfte er ein deutliches Zeichen für die Herrscher von Syrien und Jemen sein, denn sie könnten ihre Anhänger verlieren.

Tunesiens Präsident Zine al-Abidine Ben Ali floh ins Exil nach Saudi-Arabien, Ägyptens Präsident Hosni Mubarak steht vor Gericht und Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi wurde von Ausfständischen getötet. Im Jemen und in Syrien könnten sich die Machthaber vor einer weiteren Eskalation der Lage fürchten, denn: Je länger sie sich einem Wandel widersetzen, desto höher der Preis, sollten sie dabei scheitern.

In Tunesien und Ägypten beugten sich die Präsidenten schon nach einigen Wochen dem Druck der Straße. Der Politikexperte Ibrahim Seif vom Carnegie Middle East Center erklärt, es gebe inzwischen die Ansicht, dass sie damit wie "weise Männer" gehandelt hätten. Selbst wenn Bashar al-Assad in Syrien und Ali Abdullah Saleh im Jemen weiter an der Macht festhielten, könnte der Tod Gaddafis bei ihren Anhängern ein Umdenken auslösen: "Wenn sie den völligen Zusammenbruch sehen, müssen sie ihre Position überdenken."

Sicher kann man sein, dass jedes Mal, wenn ein Diktator gestürzt wird, alle anderen genau hinsehen. Es herrscht nun aber auch die Angst vor, dass die Herrscher im Jemen und in Syrien noch härter durchgreifen und sich noch intensiver gegen den internationalen Druck stemmen werden. "In Jordanien, Marokko und Bahrain haben sie noch Handlungsspielraum", erklärt Seif, was andere arabische Staaten angeht. Gaddafis Schicksal dürfte dort den Dialog vorantreiben.

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