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11.12.2011
Wahlmanipulation
Putin nimmt Massendemos gelassen
Wladimir Putin lässt sich selbst von hunderttausenden Demonstranten nicht beeindrucken (© Reuters)
Das Zentrale Wahlkomitee lehnte es unterdessen ab, über eine Abwahl des umstrittenen Wahlleiters Wladimir Tschurow zu diskutieren. Lediglich zwei Komiteemitglieder der Kommunisten hätten dafür gestimmt, meldete die Agentur Interfax. Die Demonstranten machen den kremlnahen Tschurow für massive Wahlfälschungen bei der Abstimmung am 4. Dezember verantwortlich und fordern seinen Rücktritt.
In Moskau gingen bis zu 100.000 Menschen auf die Straße (© Reuters)
Vor allem gegen den 58 Jahre alten Wladimir Tschurow richten sich die russischen Straßenproteste. Der vom Kreml 2007 eingesetzte Chef der russischen Wahlkommission steht bei der Opposition als oberster Wahlfälscher des Landes in der Kritik.
Kremlchef Dmitri Medwedew bezeichnete ihn hingegen angesichts des Sieges der Regierungspartei Geeintes Russland bei der Parlamentswahl als "Zauberer". Tschurow gehört wie Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin zum sogenannten St. Petersburger Clan der russischen Politik.
Wladimir Tschurow gilt als umstritten (© Reuters)
Ob im Streit mit westlichen Wahlbeobachtern oder bei Kritik von Menschenrechtlern an den "Pseudowahlen", Tschurow ist stets auf Kreml-Linie. "Das russische Wahlsystem ist das Beste der ganzen Welt", behauptet der Herr über die Wahlergebnisse. Dabei hat er sein Amt auch schon selbst zur Wahlwerbung genutzt. "Putin hat immer Recht", sagte er einmal. Gegner halten Tschurow vor, "leicht manipulierbar" zu sein.
"Ich und kein Wahlexperte - das kann doch nicht wahr sein!", tönte der Mann mit dem grauen Bart und der Brille nach seiner Ernennung. Immer wieder gab es Zweifel an der Eignung des früheren Duma-Abgeordneten, der zu Sowjetzeiten in Leningrad (St. Petersburg) Physik und Journalistik studierte.
Auf kritische Fragen von Journalisten antwortet der meist mit dicken Akten bewaffnete Tschurow am liebsten schon, bevor diese zu Ende formuliert sind. Sobald er in Rente gehe, kündigte der Familienvater an, wolle er wieder schreiben - ein russisches Wahlmärchen für Kinder.
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