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14.12.2011

Blutbad in Belgien

Lütticher Attentäter schoss sich selbst in Kopf

Nach dem Anschlag im belgischen Lüttich ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen: Sechs Menschenleben sind zu beklagen. Mittlerweile steht fest: Der Täter hat sich selbst umgebracht.

Der 33-jährige Nordine Amrani hatte gegen Dienstag Mittag in der Innenstadt der ostbelgischen Stadt Handgranaten gezündet und um sich geschossen. Danach tötete er sich selbst: "Der Rechtsmediziner hat gesagt, er hat sich mitten in die Stirn geschossen", so die Staatsanwältin Danielle Reynders.

Nachdem vier Menschen am Dienstag, zwei 15 und 17 Jahre alte Jugendliche sowie eine 75-Jährige Frau, ums Leben gekommen waren, starb in der Nacht auf Mittwoch ein 17 Monate altes Kleinkind. Von den 123 Verletzten befanden noch mehrere in kritischem Zustand, darunter ein 20-Jähriger, der schwere Hirnverletzungen erlitten hatte.

Die Polizei fand im Zuge einer Hausdurchsuchung die Leiche einer 45-jährigen Frau. Die Reinigungshilfe seines Nachbars soll das allererste Opfer gewesen sein, berichtet La Libre.

Auf Bewährung frei
Nach Angaben der Justiz war der Täter im September 2008 wegen Besitzes von einem Dutzend Waffen und dem Anbau von 2.800 Cannabis-Pflanzen zu 58 Monaten Haft verurteilt worden. Im Oktober 2010 wurde er jedoch vorzeitig auf Bewährung entlassen. Dem belgischen Fernsehen zufolge soll der Mann in der Vergangenheit bereits mehr als 20 Mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein.

Der Täter soll seiner Lebensgefährtin am Abend zuvor noch mit diesen Worten, die wie ein Abschiedsbrief klingen, Geld überwiesen haben: "Viel Glück. Ich liebe dich."

Schüsse statt Verhör
Wie die Lütticher Staatsanwältin Danielle Reynders sagte, war Attentäter am Dienstag eigentlich zu einem Polizeiverhör vorgeladen. Dazu sei er jedoch nicht erschienen. Stattdessen sei er mit einem Revolver, einem Gewehr und mehreren Blendgranaten zum zentralen Platz der ostbelgischen Stadt gefahren.

+++ Augenzeugen liefen um ihr Leben +++

Dort habe er von einem Gebäude aus das Feuer auf die Passanten eröffnet, sagte Reynders. An dem Platz befinden sich ein Weihnachtsmarkt und ein Gericht. Es sei davon auszugehen, dass es sich um einen Einzeltäter handle. Ein terroristischer Hintergrund sei nicht erkennbar.

Schweigeminute am Mittwoch
Die Stadt steht unter Schock: Am Mittwochmittag will Lüttich der Opfer mit einer Mahnwache und einer Schweigeminute gedenken.

Belgiens König Albert II. und Königin Paola sowie Regierungschef Elio Di Rupo besuchten am Abend den Tatort. "Es gibt keine Worte, um diese Tragödie auszudrücken", sagte Di Rupo. Es handle sich aber um eine "isolierte Tat".

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, und der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigten sich schockiert über die Gewalttat.

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