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28.12.2011
Ungarisches Staatsfernsehen
Ungarn feuert Journalisten im Hungerstreik
Die TV-Journalisten Aranka Szavuly und Balazs Nagy Navarro sind im Hungerstreik - vor dem Hauptquartier des ungarischen Staatsfernsehens in Budapest (© AP/Bela Szandelszky)
Kaum wurde die Entlassung ausgesprochen, protestierten schon die Oppositionsparteien und Zivilorganisationen. Vorerst ändert das aber nichts an der fristlosen Entlassung von Balazs Nagy Navarro und Aranka Szavuly. Die beiden Journalisten arbeiteten bis vor Kurzem für das staatliche Fernsehen in Ungarn. Außerdem waren sie die stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschauft der Fernseh- und Filmschaffenden. Nun hat die Mediendienstleistungs-Gesellschaft MTVA das Hungerstreik-Duo hochkant gefeuert.
Hungerstreik wird fortgesetzt
"Wir setzen unseren Hungerstreik fort", betonte Nagy Navarro als Reaktion auf die neueste Schikane. Mit ihrer Aktion protestieren die Gewerkschaftsvertreter seit dem 10. Dezember gegen die Nachrichtenmanipulation beim Staatsfernsehen und fordern die Entlassung der Verantwortlichen.
Entlassung wegen Provokation
Laut MTVA-Sprecherin Agnes Cserhati wurden die Hungerstreikenden entlassen, da sie mit ihrer Aktion "ihren Arbeitgeber dauerhaft provozieren". Mit ihrer "bewussten rechtswidrigen Tätigkeit verletzen sie das Mediengesetz".
Ein Mediengesetz, gegen das im Jänner 15.000 Ungarn demonstrierten. Am 27. Dezember trudelte bei ungarns Präsident Orban ein Brief der US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton ein, die sich, wie viele andere Politiker weltweit, besorgt um den Zustand der ungarischen Demonkratie zeigt. Sie forderte unter anderem freie Medien für Ungarn.
Retouschierte Fotos Grund für "Hexenjagd"
Laut Balazs Nagy Navarro habe die MTVA bereits vor Beginn des Hungerstreiks versucht, ihn und Aranka Szavuly aus dem TV zu werfen. Nur dass sie Gewerkschaftsführer sind habe sie damals gerettet. Nagy Navarro fordert weiter, die "wahren Betrüger" der Nachrichtenmanipulation endlich zur Verantwortung zu ziehen. Bei dieser Manipulierung sei bei einem Interview mit dem rumänischen EU-Abgeordneten der im Hintergrund anwesende Ex-Präsident des ungarischen Obersten Gerichts, Zoltan Lomnici, wegretouschiert worden.
Attila Mesterhazy, Chef der oppositionellen Sozialisten (MSZP), erklärte, mit der Entlassung habe die "Regierung erneut ein Messer in die aus tausend Wunden blutenden Republik Ungarn gerammt".
APA/Red.
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