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11.01.2012

Hohe Arbeitslosenquote

Spanien: 500.000 Familien könnten Heim verlieren

Antxon Krise Schulden Haus Heim Pfändung obdachlos

Dieser Mann hat kein Heim mehr, er lebt unter einer Brücke in Pamplona (© Alvaro Barrientos)

In Spanien könnten als Folge der anhaltenden Wirtschaftskrise rund eine halbe Million Familien bis 2015 ihr Eigenheim verlieren. Diese Schätzung gab am Dienstag die spanische Vereinigung von Pfändungs-Geschädigten (Afes) bekannt.

Zu dieser Annahme kommt die Afes vor allem mit Blick auf die sich in Spanien dramatisch zunehmende Arbeitslosenzahl von knapp fünf Millionen Personen. Die Arbeitslosenquote liegt in Spanien mittlerweile bei über 21 Prozent und damit doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt.

Nach Schätzungen zahlreicher Wirtschaftsexperten dürften in diesem Jahr im Zuge der stagnierenden Wirtschaft und der drastischen Rotstiftpolitik der neuen konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy (PP) bis zu 400.000 weitere Personen ihren Job verlieren.

20 Prozent der Neubauten stehen leer
Die Folgen einer derart hohen Arbeitslosenquote seien "dramatisch", so der Afes-Bericht: Bereits in der Zeit von 2008 bis 2011 haben in Spanien nach Angaben der Vereinigung knapp 150.000 Familien ihre Wohnung aus diesem Grund verloren. Im laufenden Jahr könnten dabei nochmals 135.000 weitere Familien hinzukommen, die finanziell nicht mehr in der Lage sein werden, die Wohnungskredite an die Banken zu zahlen, so die Schätzung der Vereinigung spanischer Pfändungs-Geschädigter.

Nach Afes-Angaben könnten die spanischen Banken und vor allem die sehr im Immobiliengeschäft engagierten Sparkassen somit auf bis zu 34 Mrd. Euro an zurückgegebenen Wohnungshypotheken sitzen bleiben. In den vergangenen Jahren hätten Spaniens Banken versucht, zurückgegebene Wohnungskredite im Wert von 18,7 Mrd. Euro weiterzuverkaufen, doch mit mäßigem Erfolg. Derzeit stehen in Spanien rund 20 Prozent sämtlicher Neubauwohnungen leer und finden keinen Käufer.

(APA/ red)

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