Heute im Brennpunkt: Neue X-Box | Hagelwetter
Lade Login-Box.
|
09.02.2012
Brutales Vorgehen der Armee
Syrische Stadt Homs wird zur Todesfalle
Exil-Syrer protestieren in Doha gegen das Assad-Regime - die Armee holt zum finalen Schlag gegen die Demonstranten in Homs aus (© Reuters)
Maryam kauert mit ihren zwei Kindern in einem heruntergekommenen Keller in Baba Amro. Zusammen mit etwa zwanzig anderen Müttern und Kindern sucht sie dort Schutz vor den Granaten und Scharfschützen. Das jüngste Kind im Keller ist zwei Monate alt.
Die Angst und die Not sind groß. "Wir haben nichts mehr für die Kinder", sagt Maryam. "Wir haben große Angst, denn wenn sie (die syrischen Regierungstruppen) in die Stadt kommen, dann werden sie uns umbringen. Sie kennen keine Gnade, nicht einmal für Kinder."
Tödliches Labyrinth
Die Straßen von Baba Amro sind zu einem Labyrinth geworden, aus dem es kein Entkommen gibt. Für die etwa 28.000 Bewohner des Stadtviertels in der westsyrischen Stadt Homs geht es ums nackte Überleben.
Ohne Unterlass beschießen die Truppen des Regimes von Präsident Bashar al-Assad Homs. Überall sterben Menschen. Nach Wochen und Monaten von immer neuen Angriffswellen auf die Rebellenhochburg fehlt es mittlerweile an Allem.
Granatenhagel
Seit Samstag feuerten die Regierungstruppen nach Angaben von Augenzeugen mehr als 500 Granaten pro Tag auf den Stadtteil. Dutzende Männer, Frauen und Kinder starben in ihren Häusern. Nichts regt sich auf den Straßen von Baba Amro, denn auf den Dächern lauern Scharfschützen. Sie schießen auf alles, was sich bewegt.
Die einzigen Fahrzeuge auf den Straßen sind die, die Tote oder Verwundete transportieren. Die Regierungstruppen haben Homs umzingelt. Mehr als 40 Kontrollposten der Armee kontrollieren alle Zugangstraßen. Seit zehn Tagen haben keine Lebensmittellieferungen mehr die Stadt erreicht, Essen und Medikamente werden knapp.
Heizölvorräte gehen zur Neige
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gehen auch die Heizölvorräte schnell zur Neige. In ganz Homs, einer Stadt mit mehr als 650.000 Einwohnern, gebe es nur noch drei Ärzte, sagen Aktivisten. Einer von ihnen wurde verletzt, als eine Granate die provisorische Klink traf, in der er arbeitete. Die zwei anderen Ärzte seien sehr müde und erschöpft. Sie hätten seit 72 Stunden durchgearbeitet, erzählen die Aktivisten in Baba Amro.
Beim Betreten einer dieser provisorischen Kliniken bietet sich ein Bild von Chaos und Vernachlässigung. Das noch verbleibende Krankenhauspersonal muss über am Boden liegende Leichen steigen, um in die Behandlungsräume zu gelangen.
Im Behandlungsraum kümmern sich zwei Krankenpfleger um etwa ein Dutzend Verletzte. Operationen sind nicht möglich, und es fehlt an den notwendigsten Medikamenten. In den Augen der Helfer spiegelt sich die Verzweiflung. Mehr als 274 Menschen seien durch die Angriffe allein in Baba Amro gestorben, sagt Khaled, ein syrischer Aktivist. Mehr als 2000 wurden demnach verletzt.
"Wir werden nicht aufgeben"
"Das Regime will diese Unruhen so schnell wie möglich beenden, und es weiß, dass Homs das Bollwerk (der Revolutionäre) ist", sagt Khaled. "Aber wir werden nicht aufgeben." Nach Angaben der von Deserteuren gegründeten "Freien Syrischen Armee" hat das Regime Spezialeinheiten von Damaskus nach Homs verlegt. Sie sollen die Erstürmung der Stadt anführen, sagt Walid al-Kader, ein Offizier der Rebellentruppen.
"Das haben sie bereits früher versucht, aber wir haben die Offensive gestoppt", sagt er. Doch dieses Mal scheint das Regime entschlossen, die Rebellion ein für alle Mal niederzuschlagen. Den Bewohnern von Baba Amro steht deshalb das Schlimmste vielleicht noch bevor.
APA/dpa/red.
Verwandte Artikel
Ziel Israel
Nach Autobomben
Diktator Assad
Während Prüfungen
"Werden sie bekämpfen"
Mit Hilfe von Granaten
Irans Armeechef warnt
Bürgerkrieg
Kein formelles Asylangebot
Wegen Chemiewaffen
Keine Österreicher betroffen
"Tot oder lebendig"
Internet-Botschaft
Hunderttausende auf der Flucht
Gesprächsbereitschaft
Gegen Willen Irans
Immer mehr Flüchtlinge
Damaskus dementiert
Unvermindert Kämpfe
Kämpfe spitzen sich zu
Berichte von Rebellen
Als Reaktion auf Massaker
Gespräch über Ende der Gewalt
Flucht in die Türkei?
Mordgefahr
In türkischer Zeitung
Ranghohe Offiziere desertieren
Einschaltung der UNO?
Sanktionen der EU
20 Tote in Daraa
UN-Beobachter unter Beschuss
"Sanktionen wirken nicht immer"
Zivilisten zwischen den Fronten
1000 Tote bei Kämpfen in Syrien
Zwei Sprengsätze detoniert
Gehackte Mails zeigen
Marie Colvin starb in Homs
Vorstoß mit Panzern
Gewalt in Syrien
Neue Ansprache
70.000 Teilnehmer
Arabische Liga
Aber erneut 28 Tote bei Protesten
Signal an Herrscher
Protest breitet sich aus
Elf Festnahmen
WeltHeute
MeinungHeute
Ted wird geladen, bitte warten...
QuickKlick
News |
Sport |
Stars |
Freizeit |
TopHeute
Top gelesen |
7 Tage |
Top kommentiert |
Impressum | AGB | Presse | Mediadaten | Kontakt