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15.02.2012

Syrien

Assad lässt Panzer auf Wohngebiete los

Demonstranten gehen gegen Assad auf die Straße - wie hier in Damaskus. Aus Hama dringen weder Telefonate noch Fotos

Demonstranten gehen gegen Assad auf die Straße - wie hier in Damaskus, während aus Hama weder Telefonate noch Fotos dringen (© Reuters)

Trotz internationaler Kritik setzen die Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad ihre Offensive gegen Hochburgen der Protestbewegung fort. In Hama nahmen Panzer in der Nacht auf Mittwoch mehrere Wohngebiete unter Beschuss, wie Anhänger der Opposition per Satellitentelefon berichteten. Die Armee habe Festnetz und Mobilfunk in der gesamten Stadt unterbrochen.

Wegen der Kommunikationsprobleme sei das Ausmaß der Gewalt und die Anzahl der Toten noch unklar. In der sunnitisch geprägten Stadt Hama hatte 1982 der damalige Präsident Hafez al-Assad einen Aufstand blutig niederschlagen lassen. Dabei sollen bis zu 10.000 Menschen getötet worden sein.

+++ Explosionen in Aleppo +++


Auch aus der Protesthochburg Homs wurden Mittwoch früh weitere Angriffe auf Wohngebiete gemeldet. Die Armee habe wieder mehrere Stadtteile der Sunniten unter Beschuss genommen, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Allein am Dienstag waren in Homs sechs Menschen getötet worden. Damit stieg die Zahl der Toten seit Beginn der jüngsten Offensive gegen die Protesthochburg auf mehr als 400. Im ganzen Land sind seit Beginn des Aufstands gegen Assad vor knapp einem Monat nach UN-Schätzungen mehr als 5000 Menschen getötet worden.

+++ Homs wird zur Todesfalle +++
+++ Blutbad in Homs +++

US-Präsident Barack Obama kritisierte bei einem Besuch des chinesischen Vize-Präsidenten Xi Jinping in Washington das jüngste Veto der Regierung in Peking im UN-Sicherheitsrat gegen eine Syrien-Resolution. Dieser Schritt habe die USA enttäuscht. Neben China hatte auch Russland Anfang Februar im höchsten UN-Gremium eine offizielle Forderung nach einem Rücktritt von Assad verhindert. Arabische Staaten wollen nun einen Anlauf für eine Syrien-Resolution in der UN-Vollversammlung starten, wo es keine Veto-Möglichkeiten gibt. Eine solche Resolution wäre allerdings völkerrechtlich nicht bindend.

APA/Red.

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