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25.02.2012
Koran-Proteste
US-Mitarbeiter in Kabuls Ministerium erschossen
Eine Demonstration in der Provinz Jalalabad: Afghanische Männer brüllen Anti-US-Slogans und tragen eine "Barack Obama"-Puppe. (© Reuters)
Die NATO bestätigte einen Vorfall in Kabul. Über die Nationalität der Opfer machte sie zunächst aber keine Angaben. Aus Vorsicht zog die NATO am Samstag alle ihre Mitarbeiter aus den Ministerien in und um Kabul ab.
Landesweit gingen indessen am fünften Tag infolge die blutigen Proteste gegen die Koranverbrennung durch US-Soldaten weiter. Mindestens vier Demonstranten wurden getötet, dutzende verletzt.
Taliban bekannten sich zu Morden
"Anfängliche Berichte deuten darauf hin, dass eine Person seine Waffe auf Mitglieder der Internationalen Schutztruppe ISAF in der Stadt Kabul gerichtet und zwei von ihnen getötet hat", sagte ein NATO-Sprecher. Das afghanische Innenministerium bestätigte, "zwei internationale Kollegen" seien im Gebäude getötet worden. Ermittlungen seien bereits im Gange, hieß es weiter.
Die radikalislamischen Taliban bekannten sich unterdessen zur Tötung mehrerer US-Berater in Kabul. Der "Held" Abdul Rahman habe am Samstag vier US-Berater im afghanischen Innenministerium getötet, erklärten die Taliban im Internet. Es handle sich um eine Reaktion auf die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten.
Tausende Menschen auf der Straße
Seit Dienstag sind tausende Menschen in Afghanistan auf die Straße gegangen, um gegen die Verbrennung von Koran-Exemplaren auf der US-Basis Baghram zu protestieren. Mindestens 29 Menschen, darunter zwei US-Soldaten, wurden seither getötet. Die USA hatten die Koranverbrennung als Versehen bezeichnet, und Präsident Barack Obama hatte sich entschuldigt.
Mob wollte Büro der Vereinten Nationen stürmen
Am Samstag versuchte ein Mob, das Büro der Vereinten Nationen und das Polizeihauptquartier in Kunduz zu stürmen, sagte Polizeisprecher Sayed Sarwar Hussaini. Das sei ihnen aber nicht gelungen. Ein UN-Mitarbeiter in Kabul gab an, alle Mitarbeiter seien in Sicherheit.
Angriff auf UN-Büro
Mindestens vier Demonstranten wurden bei den Protesten in Kunduz getötet, mehr als 50 verletzt, darunter Polizisten. Berichte darüber, das UN-Büro sei in Brand gesetzt worden, wies Hussaini zurück. "Sie warfen Steine auf das UN-Büro und das Hauptquartier der Polizei, aber es hat keine Schäden gegeben", sagte er.
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