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28.02.2012
Weltweite Rückrufaktion
280 Österreicher bekamen giftige Metall-Hüfte
Auch 280 Österreicher sind betroffen (© Fotolia.com)
Künstliche Hüften, die möglicherweise giftige Schwermetalle absondern, wurden einem Bericht des British Medical Journal (BMJ) vom Dienstag zufolge weltweit hunderttausenden Patienten eingesetzt. Wie der Pariser Figaro berichtete, seien Hüftprothesen der Firma DePuy Orthopaedics, einer Tochter des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson, in den USA und Australien bereits im Jahre 2009 vom Markt genommen worden. In Frankreich hingegen seien sie bis Juli 2010 weiterhin verwendet worden.
So schaut eine Hüftprothese auf einem Röntgenbild aus (© Wikipedia)
Der Skandal um die Hüftprothesen vom Typ ASR wäre fast unbemerkt geblieben, schreibt der Figaro. Er sei nur ans Licht gekommen, weil Johnson & Johnson drei Milliarden Dollar für anstehende Prozesse vorgesehen habe. Wie Brustimplantate gelten auch Hüftprothesen als Medizinprodukte, die im Gegensatz zu Arzneimitteln in der EU keinem Zulassungsverfahren unterworfen sind.
Bei Reibung des Hüftgelenks werden Ionen freigesetzt
Die fraglichen ASR-Prothesen enthalten zwei Metallschichten und gelten als widerstandsfähiger als künstliche Hüften aus Keramik. Ihr Nachteil ist, dass bei Reibungen der Gelenke metallene Ionen freigesetzt werden. Zudem mussten Patienten mit diesen Prothesen häufiger nachoperiert werden.
DePuy Orthopaedics
Leitfaden für Patienten zum Rückruf des ASR™ Hüftsystems
Was ist zu tun? Symptome, Tests und Behandlung
Das Produkt wurde auch Patienten in Österreich eingesetzt. Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden die Implantate von 2006 bis Mai 2010 rund 280 Implantationen durchgeführt. Anschließend wurde eine Rückrufaktion gestartet. Am 8. September 2010 erfolgte eine offizielle Sicherheitswarnung für Österreich.
APA/Red.
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