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01.03.2012

Nach Atomkatastrophe

Seehund-Roboter Paro soll Leid in Japan lindern

Nach der Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan soll das Leid der Überlebenden, die ihre Häuser verlassen mussten, gelindert werden. Eine wichtige Rolle dabei spielt ein Stofftier-Seehund, in dem ein Roboter integriert ist. Wird Paro gestreichelt, macht er liebevolle Laute und wedelt mit den Flossen.

Die Kuschelroboter sind in einer Siedlung aus Übergangswohnungen im Umlauf, die auf dem Gelände eines Baseball-Stadions in Kesennuma erbaut wurde. Zwar hat sich die Lage für viele der Menschen hier in den vergangenen Monaten gebessert - doch gut geht es ihnen noch lange nicht. Der zehnjährige Kosei Oyama klagt, heute hätten er und seine Freunde viel weniger Spielzeug als vor dem Tsunami. Die Freude über Paro ist deshalb groß: "Er ist so süß - er gurrt, wenn ich ihn kraule", schwärmt Kosei.

Ersatz für vom Tsunami getötete Haustiere
Die 47-jährige Hausfrau Tsuyako Kumagai sagt, ihre Freundinnen seien ebenfalls froh über Paro. Der künstliche Seehund sei ein Ersatz für die Haustiere, die vom Tsunami weggespült wurden. Neue echte Haustiere wollten viele ihrer Nachbarn nicht, berichtet Kumagai: "Für sie waren die Haustiere Teil der Familie."

Der sogar mit einem Schnuller ausgestattete Seehund mit dem treuen Blick ist mit Tast- und Audiosensoren ausgestattet. Paro wurde bereits in Krankenhäusern und Altenheimen als therapeutische Hilfe für Menschen mit Depressionen oder Demenz erprobt. In Kesennuma können die Kuschelroboter im Gemeindezentrum ausgeliehen werden. Doch die Organisatoren des Hilfsprogramms für die Tsunami-Überlebenden haben sich noch weitere Angebote einfallen lassen. So gibt es auch Trainingsroboter für mehr Fitness und einen Hightech-Kopfmasseur.

Hiroshi Onodera, der beim Tsunami seinen Neffen verlor und obdachlos wurde, ist froh über das Gemeindezentrum mit seinen Angeboten. "Als wir noch in Notunterkünften lebten, haben wir gut zusammengehalten, doch seit wir die Übergangswohnungen haben, sind wir voneinander getrennt und machen eine sehr stressige Zeit durch", sagt der 51-Jährige: "Deshalb ist es gut, diesen Ort zu haben, der uns bei der seelischen Heilung hilft."

325.000 Menschen leben in Übergangswohnungen
Ein Jahr nach dem Tsunami von 2011 leben nach Angaben der Regierung in Tokio noch immer etwa 325.000 Menschen in Übergangswohnungen, überwiegend im Norden des Landes. Viele haben Häuser und Wohnungen durch die Katastrophe verloren, andere mussten ihren Wohnort später wegen des Reaktorunglücks von Fukushima verlassen.


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