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05.03.2012

Opposition kritisiert

Präsident Putin feiert seinen "ehrlichen" Sieg

Russlands "neuer" Präsident Wladimir Putin sprach von einem ehrlichen Sieg, während der "alte" Präsident Beifall klatschte (© Reuters)

Nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in Russland hat Wladimir Putin mit scharfen Worten die Opposition kritisiert. Seine Wähler hätten sich den "politischen Provokationen" widersetzt, die die Zerstörung des russischen Staates zum Ziel hatten, sagte Putin vor mehr als 100.000 Anhängern in Moskau.

Nach Angaben der Wahlleitung vom frühen Montagmorgen entfielen nach der Auszählung von fast 96 Prozent der Stimmen 64,24 Prozent auf Putin. Der Kommunistenchef Gennadi Sjuganow erhielt als stärkster Mitbewerber den Angaben zufolge rund 17 Prozent. Dahinter landeten der Multimilliardär Michail Prochorow mit rund 7,5 Prozent und der Ultranationalist Wladimir Schirinowski mit gut 6,2 Prozent vor dem Linkskonservativen Sergej Mironow mit 3,8 Prozent.

Dabei gab es große regionale Unterschiede. In der unruhigen Kaukasusrepublik Tschetschenien kam Putin bei einer Wahlbeteiligung von offiziell 99,59 Prozent auf 99,73 Prozent der Stimmen. In der Hauptstadt Moskau dürfte das Rennen allerdings deutlich knapper ausgegangen sein. Dort verfehlte Putin mit 49,9 knapp die Hälfte der Wählerstimmen. Kopf an Kopf um den zweiten Platz lagen Sjuganow und Prochorow mit jeweils 18,4 und 18,3 Prozent. Allerdings waren zunächst erst rund 13 Prozent der Stimmen in Moskau ausgezählt.

+++ Hier wählt sich Putin selbst in den Kreml +++

5000 Verstöße gegen das Wahlrecht
Die Wahlbeobachterorganisation Golos registrierte am Wahltag nach eigenen Angaben 5000 Verstöße gegen das Wahlrecht. So seien in vielen Wahllokalen registrierte Beobachter nicht zur Auszählung der Stimmen zugelassen worden, sagte ein Golos-Sprecher. Die Opposition will an diesem Montag aus Protest gegen die aus ihrer Sicht unfaire Wahl Zehntausende auf die Straße bringen.

+++ Putins dunkle Geheimnisse +++

In der russischen Hauptstadt wird am Montag das Urteil westlicher Wahlbeobachter zum Verlauf der Präsidentenwahl erwartet. Bereits im Vorfeld hatte die Opposition massive Behinderungen beklagt. Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa äußerten bei frühen Wahlen erhebliche Bedenken gegen die Durchführung der Wahlen. Vor vier Jahren hatte die OSZE ihre Mission aus Protest gegen die Wahlumstände ganz abgesagt.

+++ Putin-Gegner werden vor Russland-Wahl verhaftet +++

Putin erklärte sich früh zum Sieger
Der 59-jährige Putin übernimmt nach vierjähriger Zwangsunterbrechung wieder das höchste Staatsamt. Nach zwei Amtszeiten in Folge hatte er 2008 nicht kandidieren dürfen. Putin hatte sich bereits kurz nach Schließung der Wahllokale öffentlich zum Sieger erklärt. Die "offene und ehrliche" Wahl sei ein Test für die Unabhängigkeit und Reife des Landes gewesen, rief Putin den Menschen in der Nähe des Kremls zu.

+++ So weint Putin nach seinem Sieg +++

Der Ex-Geheimdienstchef betrat gemeinsam mit Noch-Präsident Dmitri Medwedew die Bühne. Medwedew sagte: "Diesen Sieg braucht das ganze Land." Der neue Präsident wurde das erste Mal gemäß geänderter Verfassung für sechs und damit zwei Jahre länger als bisher gewählt. Putin kann laut Verfassung wieder zwei Amtszeiten als Kremlchef in Folge ableisten, wenn er 2018 gewählt würde.


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