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08.03.2012

Skurrile Fernseh-Show

Letzte Worte vor Hinrichtung als TV-Hit

Sie sind Mörder, Gewaltverbrecher oder wegen kleinerer Verbrechen zum Tode verurteilt worden. Unmittelbar vor ihre Hinrichtung müssen sie im Provinz-Fernsehen ein letztes Interview geben. Die äußerst makabre TV-Sendung ist in China der absolute Renner.

Millionen chinesischer Fernsehzuschauer verfolgen jeden Samstag zur besten Sendezeit die letzten Worte der Todeskandidaten. Der gruselige TV-Hit heißt "Interviews vor der Hinrichtung". Seit fünf Jahren läuft die Doku-Serie, mehr als 200 Verbrecher hat Moderatorin Ding Yu schon auf dem letzten Weg "begleitet". Bei dem öffentlichen Abschied auf dem Weg zum Henker fließen manchmal Tränen der Reue, doch ist nicht immer Bedauern zu spüren – häufiger aber Resignation.

"Sie sind Abschaum"
"Wie konnten Sie das tun? Sie sind doch keine Bestie", fragt Ding Yu in einer Episode den Anführer einer Bande, Liu Fuquan. Irrtümlich hatten die Gangster eine Zwölfjährige entführt, dann festgestellt, dass ihre Familie gar nicht reich war, das Mädchen aber trotzdem getötet. "Dann verdiene ich die Anklage wohl", sagt Liu Fuquan ohne Bedauern. Er grinst frech, scheint auch das weitere Interview nicht ernst zu nehmen. Am Ende sagt Ding Yu: "Ich will offen sein: Ich bin froh, dass sie geschnappt wurden. Sie sind der Abschaum der Gesellschaft." Der Bandenführer antwortet: "Jeder dürfte das sagen. Wenn ich weiterlebe, werden noch mehr Menschen zu Schaden kommen."

4000 Hinrichtungen jährlich
In China werden mehr Menschen exekutiert als im Rest der Welt zusammen. Die Zahl ist ein Staatsgeheimnis. Nach Schätzungen dürften es 4000 Menschen sein, die durch Erschießen oder Giftspritze jedes Jahr hingerichtet werden.

Die Justizbehörden suchen meist Mörder und Gewaltverbrecher für die TV-Show aus, obwohl die Todesstrafe auch wegen nicht gewaltsamer Verbrechen wie Korruption verhängt wird. Wurden Todeskandidaten früher noch in Stadien vorgeführt, soll auch die Doku-Serie der Abschreckung dienen. Egal ob die Verbrecher Reue oder Kälte zeigten - es habe Bedeutung für jedes Leben, "bevor die Seele den Körper verlässt", schreibt Erfinder Lu Peijun im Vorwort eines Buches von Moderatorin Ding Yu über die Verbrecher.

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