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02.04.2012

Neue Schock-Doku

Austro-Journalistin entlarvt Gaddafi als Sex-Unhold

Gaddafi

Enführungen, Vergewaltigungen und Terror: Die weibliche Bevölkerung litt unter dem Diktator (© Max Rossi / Reuters)

In einer neuen Dokumentation der renommierten österreichischen Journalistin Antonia Rados werden neue Vorwürfe gegen Muammar al-Gaddafi erhoben. Der getötete libysche Machthaber soll reihenweise junge Frauen - aber auch Männer - sexuell missbraucht haben.

Bis zum Sturz des Diktators im August 2011 recherchierte die Journalistin heimlich, danach fuhr sie noch weitere vier Mal nach Libyen. "Je mehr wir nachforschten, desto unglaublicher wurde es", so Rados, die mit Gaddafis ehemaligen Leibwächterinnen und seinen Vergewaltigungsopfern sprach, um an Informationen zu gelangen. "Es gab viele Frauen, die Gaddafi bewunderten und ihn treffen wollten. Dann vergewaltigte er sie."

Systematische Vorgangsweise
Je weiter die RTL-Reporterin nachfragte, desto klarer wurde, dass es sich nicht um vereinzelten Missbrauch handelte, sondern unzählige Frauen betroffen waren. "Wir erfuhren von vielen neuen Opfern - es sprengte beinahe die Vorstellungskraft." Immer deutlicher wurde dabei auch ein gewisses Schema: Gaddafi nutzte Vergewaltigungen wie eine Waffe. Rebellische Stämme wurden dazu gezwungen, ihm Mädchen zu "schenken".

"Mädchen-Catering"
Der Missbrauch durch den libyschen Machthaber soll systematischen Charakter gehabt haben. Aus mehreren Quellen habe sie erfahren, dass Gaddafi sich eines "Mädchen-Catering" bedient habe: "Eine Frau namens Mabruka, der Gaddafi vertraute, brachte ihm ständig Mädchen - von der Straße, aus Hotels, aus Kaffee-Häusern." Sie habe ihm Mädchen und auch Männer gebracht. Besondere Obsession des greisen Autokraten seien Frauen ohne vorherige sexuelle Erfahrung und Minderjährige gewesen, so Rados.

Die Dokumentation soll heute um 22.15 Uhr im deutschen TV-Sender RTL ausgestrahlt werden. Im Vorfeld der Ausstrahlung wurde auch Kritik am Werk von Rados laut. "Es gibt keinen Grund, an ihren Recherchen zu zweifeln - aber viele Gründe, sich über ihre Methoden zu wundern", hieß es in einem Sonntag von "Spiegel Online" veröffentlichten Bericht. Als Beispiele werden nachgestellte Filmszenen der Begegnungen junger Frauen mit Gaddafi, angeblich reißerische Kommentierung und manipulativer Umgang mit Material genannt.

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