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26.04.2012
Charles Taylor verurteilt
Dieser Mann hat 120.000 Leute auf dem Gewissen
Früher war er Präsident von Liberia, am Donnerstag wurde Charles Taylor (r) als erster afrikanischer Präsident vom Kriegsverbrechertribunal schuldig gesprochen (© Michael Kooren)
Taylor habe die Rebellen in Sierra Leone bewaffnet, um im Gegenzug sogenannte Blutdiamanten zu erhalten, urteilte das im niederländischen Leidschendam bei Den Haag ansässige Gericht am Donnerstag. Während des Bürgerkriegs in Sierra Leone wurden zwischen 1991 und 2001 etwa 120.000 Menschen getötet.
In diesen Minen in Sierra außerhalb von Koidu-Stadt wurden Blutdiamanten abgebaut, um sie gegen Waffen zu tauschen (© EPA)
Charles Taylor gilt als einer der brutalsten Warlords in Afrika. Seine Frau Victoria ist fest von seiner Unschuld überzeugt. Ihr Charles sei ein Familienmensch, sagt sie. Victoria Taylor sieht nicht aus wie die Ehefrau eines Mannes, der unvorstellbarer Verbrechen beschuldigt wird. Die hübsche, zarte Frau, die nicht fotografiert werden will, sitzt auf der Veranda der heruntergekommenen Familienresidenz der Taylors in Congo Town, einem Stadtteil der Hauptstadt Monrovia. Das Gebäude wird streng bewacht.
Vorwürfe "unglaublich"
Das Verfahren gegen ihren Mann breche ihr das Herz, sagt Victoria Taylor. Die Vorwürfe gegen Charles seien "unglaublich". Er stehe für "Reinheit" und sei tief religiös. Das Paar hat drei Töchter, unter ihnen die zweijährige Charlize, die während eines Besuchs in Haft gezeugt wurde.
Kindersoldat (© Kindernothilfe (OTS))
Charles Taylor, der Rebellenführer und ehemalige Präsident Liberias wird beschuldigt, Kindersoldaten für die Rebellen im benachbarten Sierra Leone rekrutiert und ausgebildet zu haben. Die Rebellen waren für ihre besondere Grausamkeit bekannt. Sie wetteten auf das Geschlecht ungeborener Kinder. Um den Wettsieger zu bestimmen, schlitzten sie die Bäuche der schwangeren Mütter auf. Taylor wird für die Morde und sexuelle Gewalt verantwortlich gemacht.
"Ich werde meinen Mann immer unterstützen"
Seine neue Religion habe Charles geholfen, sagt sie. Taylor konvertierte in Den Haag zum Judentum. Die Religion habe ihm Antworten auf seine Fragen gegeben. Er habe sie nicht gebeten, ebenfalls vom Christentum überzutreten, so Victoria. "Dafür wäre sehr viel Überzeugungsarbeit notwendig." Doch zum Abschied, bevor sie die Tür zu ihrem Haus schließt, fügt sie hinzu: "Ich werde meinen Mann immer unterstützen. Immer. Komme, was wolle."
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