Protestgruppe FEMEN Welt

Proteste mit den Waffen einer Frau

FEMEN-Aktivistinnen

Femen-Aktivistinnen bereiten sich in einem römischen Hotelzimmer auf eine Protestaktion gegen Silvio Berlusconi vor. (© Reuters)

Die Protestgruppe Femen

Die EURO 2012 ist den Aktivistinnen ein Dorn im Auge.
Die EURO 2012 ist den Aktivistinnen ein Dorn im Auge.
Die ukrainische Feministinnengruppe FEMEN macht auf recht unkonventionelle Art und Weise auf ihre Anliegen aufmerksam - sie protestieren oben ohne. Sie begründet ihre provokativen Methoden damit, dass diese „der einzige Weg seine, um in diesem Land (der Ukraine, Anm. der Re.) gehört zu werden. Wenn wir einfach Proteste mit Bannern durchführen, dann werden unsere Forderungen nicht bemerkt.“ Mittlerweile sind sie durch ihre Aktionen weltweit bekannt.

In den nächsten Wochen wird man noch mehr von den leichtbekleideten Damen in den Medien zu sehen bekommen. In Kürze startet nämlich die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Bereits im Vorfeld haben FEMEN-Aktivistinnen lautstark gegen die Veranstaltung und ihre Begleiterscheinungen protestiert. Erst vergangenes Wochenende haben sie bei der Präsentation des EM-Pokals das Podium gestürmt.

Die Anliegen des 2008 von Anna Hutsol in Kiew gegründeten Organisation sind dabei durchaus ernst zu nehmen. Sie protestierten schon gegen Sexismus, Sextourismus (der während der EM zunehmen wird), Wladimir Putin, Kinderhandel und internationale Heiratsvermittlungsagenturen. Sie sind aber nicht nur in Kiew aktiv.

Paris, Davos, Istanbul, Rom
In Paris haben drei Damen als Hausmädchen verkleidet vor dem Haus von Dominique Strauss-Kahn demonstriert, in Minsk wurden Mitglieder vom Weißrussischen Geheimdienst entführt und nackt in der Wildnis ausgesetzt, im Frühjahr 2012 protestierten sie in Davos gegen das Weltwirtschaftsforum und in Istanbul gegen häusliche Gewalt. Auch Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi stand schon auf ihrer Liste. Gegen ihn wurde in der ewigen Stadt gewettert.

Die Gruppe besteht aus ungefähr 25 Kernmitgliedern, die barbusig für Aufmerksamkeit sorgen, sowie zirka 300 "angezogene" Mitgliedern. Doch durch ihre provokanten Auftritte haben sie bereits weltweit Sympathisanten gewonnen.

Ihr nächstes, großes Ziel ist es, bei den ukrainischen Parlamentswahlen im Oktober 2012 für frischen Wind und eventuell eine Überraschung zu sorgen. Vielleicht gelingt es ihnen.


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