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27.05.2012

Sorge im Westen

Iran will zweites AKW bauen

Atomkraftwerk Bushehr: Der Iran plant, ein zweites Kernkraftwerk zu errichten

Atomkraftwerk Bushehr: Der Iran plant, ein zweites Kernkraftwerk zu errichten (© dapd)

Der Iran will ein zweites Atomkraft bauen, wie das Staatsfernsehen am Sonntag unter Berufung auf Atomprogramm-Chef Fereydoun Abbasi-Davani berichtete. Die Bauarbeiten sollen demnach im kommenden Jahr in Bushehr beginnen, wo seit Herbst 2011 das bisher einzige iranische Atomkraftwerk in Betrieb ist. Es war nach jahrzehntelanger Bauzeit und zahlreichen Verzögerungen mit russischer Hilfe errichtet worden. Teheran sperrt sich unterdessen weiter gegen eine Inspektion der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) im Militärkomplex von Parchin.

Das neue Atomkraftwerk soll eine Leistung von tausend Megawatt haben und im "kommenden Jahr" gebaut werden, wie der Atomprogramm-Chef ankündigte. Bei der Zeitangabe bezog er sich auf den iranischen Kalender, bei dem das Jahr 2013 im März beginnt. Ob Russland auch am Bau des neuen Kraftwerks beteiligt ist, sagte er nicht.

Der Bau des ersten Atomkraftwerks in Bushehr war vor der Iranischen Revolution 1979 von Deutschland unterstützt worden. 1995 hatte Russland die Arbeiten fortgesetzt und liefert auch den notwendigen Brennstoff. In Teheran betreibt der Iran außerdem einen Forschungsreaktor.

Westen: Iran reichert Uran an
Mehrere westliche Regierungen verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück.

Der Iran untersagt internationalen Kontrolloren weiterhin den Zugang zur umstrittenen Anlage Parchin. Es habe bisher keine Einigung mit der Internationalen Atomenergie-Organisation gegeben, sagte Abbasi-Davani am Sonntag der Nachrichtenagentur ISNA. "Die IAEO wird von einigen Ländern dazu gedrängt, die Anlage Parchin zu kontrollieren, aber wir haben uns noch nicht darauf verständigt." Die "nötigen Dokumente", die eine Kontrolle rechtfertigten, habe Teheran noch nicht erhalten.

Angst vor Entwicklung von Atomwaffen
Westliche Staaten vermuten, dass der Iran in der Anlage an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet. Dort soll eine spezielle Kammer für Sprengtests eingerichtet worden sein. Die Führung in Teheran bestreitet dies. In einem vor wenigen Tagen vorgelegten Bericht der IAEO heißt es, Satellitenbilder zeigten "umfangreiche Aktivitäten" in Parchin. Näher ausgeführt wurde dies nicht.

APA/red.

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