Mit 69 Jahren Welt

"Good Fellas"-Mafioso Henry Hill gestorben

"Good Fellas"-Mafioso Henry Hill gestorben

Henry Hill vor einem Porträt seines Charakters in "Good Fellas" (gespielt von Ray Liotta) im Jahr 2005 (© AP)

Henry Hill gestorben
Henry Hill vor einem Porträt seines Charakters in "Good Fellas" (gespielt von Ray Liotta) im Jahr 2005
Der durch den Kassenschlager "Good Fellas" berühmt gewordene Gangster Henry Hill ist tot. Der Ex-Mafioso, der sich jahrelang mit Hilfe eines Zeugenschutzprogrammes verborgen hatte, starb nach Angaben der Internetseite TMZ am Dienstag in einem Krankenhaus in Los Angeles.

"Er war lange krank", zitiert die Seite seine Lebensgefährtin Lisa Schinelli Casterta. "Sein Herz hat aufgegeben." Hill wurde 69 Jahre alt.

Im Jahr 1967 hatte er mit dem Air-France-Raub Schlagzeilen gemacht. Zusammen mit Komplizen hatte er aus einem Raum der französischen Fluggesellschaft 420.000 Dollar (nach heutigem Kurs 335.000 Euro) in bar erbeutet. Dabei waren die Gangster filmreif vorgegangen und hatten einen Wachmann mit einer Prostituierten abgelenkt, um einen Nachschlüssel anfertigen zu können.

Letztlich gelang der gewaltige Raub, ohne dass ein Schuss abgefeuert wurde. Das Verschwinden der 420.000 Dollar - damals lag das Jahreseinkommen im Schnitt bei gut 7.000 Dollar im Jahr - wurde sogar erst nach Tagen bemerkt.

Größte Raubzüge der Geschichte
Hill war auch in den Lufthansa-Raub elf Jahre später verwickelt. Dabei wurden fast sechs Millionen Dollar erbeutet, fünf Millionen davon in bar. Bis heute gilt das als einer der größten Raubzüge in der Geschichte der USA. Der Coup lief aber längst nicht so elegant ab wie von 1967 und die Gangster kamen nur mit Gewalt an das Geld. Später brachten sich einige gegenseitig um.

Hill war noch in viele andere Verbrechen verwickelt und wurde 1980 verhaftet. Mehr Angst als vor der Justiz hatte er aber vor seinen früheren Komplizen: Weil er von einem Mordkomplott gegen ihn erfahren hatte, sagte er gegen die Mafia aus und wurde per Zeugenschutzprogramm abgeschirmt. Fortan lebten er, seine Frau und seine Töchter unter falschem Namen, nie länger an einem Ort.

Scorsese-Verfilmung
Auch unter FBI-Schutz beging er aber weitere Verbrechen und wurde deshalb nach ein paar Jahren aus dem Programm geworfen, seine Frau verließ ihn. Martin Scorseses Film "Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" machte ihn dann 1990 noch einmal berühmt und Hill versuchte mit dem Verkauf eigener Kunst davon zu profitieren. Er kam immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, war aber auch gern gesehener Gast in Talkshows.

(APA/ red)


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