Mutter in Haft Welt

Verweste Babyleichen auf Dachboden entdeckt

Verweste Babyleichen auf Dachboden entdeckt

Grausiger Fund: Auf einem Dachboden wurden Babyleichen entdeckt (© Harald Tittel (dapd))

Grausiger Fund: Auf einem Dachboden wurden Babyleichen entdeckt
Grausiger Fund: Auf einem Dachboden wurden Babyleichen entdeckt
Zwei verweste Babyleichen hat die Polizei auf dem Dachboden eines Einfamilienhauses in einem kleinen Dorf bei Bremen gefunden. Gegen die 43 Jahre alte Mutter wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stade Haftbefehl erlassen.

Die Frau habe zugegeben, insgesamt drei Kinder in Ostertimke heimlich zur Welt gebracht und nach der Geburt nicht versorgt zu haben. Die Suche nach dem dritten Kind blieb zunächst erfolglos, wie Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme mitteilte. Entdeckt wurde das erste tote Baby vom Ex-Mann der Frau - ob er auch der Vater der Kinder ist, wissen die Ermittler noch nicht. "Es spricht vieles dafür, aber das wissen wir bisher nicht genau", sagte der Staatsanwalt.

Der Ex-Mann hatte die erste Leiche am Mittwoch bei Aufräumarbeiten auf dem Dachboden entdeckt. Er alarmierte die Polizei, die mit Leichenspürhunden auf dem Grundstück suchte. Dabei fanden die Ermittler die zweite stark verweste Babyleiche. Wahrscheinlich seien die toten Säuglinge lange unentdeckt geblieben, eventuell seit den 90er Jahren, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Weitere Kinder
Die Polizei nahm kurz danach die Mutter der toten Babys fest. Sie wohnt inzwischen mit einem neuen Partner in Südniedersachsen. Sie und ihr Ex-Mann ließen sich vor einigen Jahren scheiden, der Mann blieb im gemeinsamen Haus in Ostertimke. Die Mutter hat noch drei weitere Kinder - zwei im Schulalter von ihrem Ex-Mann, die noch im Kreis Rotenburg leben, sowie ein Kleinkind mit ihrem neuen Partner.

Bei der Vernehmung räumte die Frau ein, die beiden Babys kurz nach der Geburt auf den Dachboden gebracht und nicht versorgt zu haben. Außerdem gab die 43-Jährige zu, ein drittes Kind im Freien abgelegt zu haben. Der Mutter sei es gelungen, die drei Schwangerschaften vor ihrem damaligen Mann zu verheimlichen, sagte der Staatsanwalt. "Wir gehen im Moment davon aus, dass sie sich überfordert gefühlt hat mit der Mutterschaft", erklärte er.

Verdacht auf dreifachen Totschlag
Nach dem Geständnis der Frau erließ ein Richter in Stade am Sonntag Haftbefehl wegen Verdachts des dreifachen Totschlags. Die 43-Jährige war von der Polizei in einer Klinik in Hessen festgenommen worden. Weshalb sie sich dort aufhielt, konnte der Staatsanwalt zunächst nicht erläutern. Inzwischen sitzt die Frau in einem Gefängnis in Niedersachsen.

Die Leichen der Babys werden nun in der Rechtsmedizin untersucht. Mit einem DNA-Test soll festgestellt werden, wer der Vater der Kinder war. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft muss auch geklärt werden, ob die Frau zum Zeitpunkt der Taten schuldfähig war.


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