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25.07.2012
Heute Exklusiv-Talk
"Ich war der Butler von Gaddafi"
"Heute" traf den Butler von Gaddafi zum Interview. (© Helmut Graf)
James K. (Name von der Red. geändert) diente nicht nur für altenglische Adelsfamilien und neureiche Geschäftsleute. Herr James war auch Butler des Gaddafi-Clans. Von 2005 bis 2007 diente er in Libyen. Uns verriet er einige Geheimnisse aus dem täglichen Leben des mächtigen Diktatoren-Clans.
"Die Lieblingsfarbe des 'Leaders' war pink. Das sieht man an seinen privaten Gemächern: Der Bademantel – pink, das Bettzeug … die Handtücher ... alles in rosa", schmunzelt Herr James über die seltsame Farbvorliebe eines zu Lebzeiten meistgefürchteten Mannes der Welt (s. Fotostrecke).
Top-Stars eingeflogen
Doch nicht nur bezüglich Farben lebte Gaddafi in einer ganz eigenen Welt. "Wenn er wissen wollte, wie etwas funktioniert, dann ließ er einfach führende Professoren und Wissenschafter einfliegen", schildert K. Unzählige Male ließ er den Privatjet des libyschen Führers ausschicken – stets mit speziellem Auftrag: "Wir haben eine weltberühmte US-Pop-Diva für ein Privatkonzert eingeflogen, oder Professoren aus Harvard und Oxford. Wenn der Leader eine Frage hatte, dann wollte er immer den besten Experten haben." Diese Experten saßen dann oft den ganzen Tag herum, warteten bis Gaddafi es kurz der Mühe wert fand, tatsächlich mit ihnen zu sprechen. Die Wartezeit überbrückte man im Palast in einem eigenen Empfangsbereich, mit Speis und Trank – koordiniert von "Lifestyle-Manager" James.
Peitschen-Hiebe
Doch nicht überall vertraute der Gaddafi-Clan auf externe Experten. "Das Essen kam meistens von Freunden oder der Familie", erklärt James, der trotzdem stets als Vorkoster fungieren musste. Denn der libysche Diktator wusste wohl um seine unzähligen Feinde – und vermutete sie überall und jederzeit. Auch seine Stimmung schwankte überall und jederzeit: "Wer nicht spurte, wurde mit einer Kamellen-Peitsche gehaut", so James lapidar. Ihn hat es nie getroffen. "Ein Mal - und ich wäre bestimmt gegangen."
"That´s your new boss"
Dass er in Libyen gelandet ist, verdankt er dem Zufall. Butler im diesem Preissegment – über sein Gehalt spricht James nicht gerne – werden von Agenturen vermittelt, die sich über Netzwerke in der exklusiven, abgehobenen Welt der wahren VIPs bewegen. James' Vermittlerin war eine reiche Schweizerin. Dass sie ihn an einen Diktator vermittelt hatte, erfuhr er erst, als er plötzlich in dessen Palast stand. "Da hing ein großes Bildnis von Gaddafi in der Lobby. Ich sagte ganz naiv: 'Oh... that’s your leader!' Die Antwort meines Begleiters lautete: 'Yes... that's your new boss!'. Ich war für einen Augenblick ganz weg."
Fitness-Trainer auf Abruf
Der "new boss" und seine gesamter Clan hielten James über zwei Jahre lang auf Trab. Denn Gaddafis Tagesablauf war nicht wirklich geregelt. Doch jederzeit musste alles auf Fingerzeig oder bloße Vorahnung hin für den Diktator bereitstehen. "Er ließ extra Fitness-Trainer einfliegen, meist aus Deutschland. Die saßen den ganzen Tag auf Abruf bereit. Wenn es ihn dann freute, egal wann, musste einer da sein. Dann trainierte er 20 Minuten, oder 30 – bis ihn die Lust so plötzlich verließ, wie sie gekommen war."
Prostituierte auf Abruf
Lust in anderen Bereichen "organisierten" sich die feinen Gaddafi-Herren via Internet selbst. "Sie klickten sich durchs Web, suchten sich ihre Prostituierte aus, egal von wo. Minuten später startete der Privatjet, um sie zu holen. Egal, ob aus Paris oder New York" Dekadenz pur. Doch in manchen Bereichen scheint's, sind auch Diktatoren menschlich: "Er liebte Schokolade und die musste immer bereit stehen" (s. Fotostrecke).
Lisa Steiner
Info:
Butler sind neuerdings wieder gefragt. Grundausbildungen bietet zum Beispiel:
Miss Perfect
TRAININGSINSTITUT FÜR HAUSPERSONAL E.U.
Mag. Claudia Schlegel
Geschäftsführerin
Dr. Karl Lueger Platz 5/4, 1010 Wien
Tel.: +43 676 38 39 288
http://www.missperfect.at
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