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18.08.2012

"Single zum Urteil"

Pussy Riot narren Putin aus Haft

Pussy Riot

Pussy Riot und ihre Sympathisanten (Bild) haben die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf ihrer Seite. (© EPA)

Kurz nach dem harten Urteil gegen die drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot, haben die Musikerinnen in einem neuen Lied Präsident Wladimir Putin erneut angegriffen. "Das Land geht auf die Straße mit Mut, das Land sagt dem Regime 'Auf Wiedersehen'", heißt es in dem Song "Putin entzündet das Feuer der Revolution".

+++ Pussy Riot: War das Urteil erst der Anfang? +++

Den Text der "Single zum Urteil" sowie ein Video veröffentlichte die Gruppe im Internet. "Wir werden weiterkämpfen", heißt es in einem Kommentar. Die Zeitung Kommersant schrieb, zur Veröffentlichung habe eine maskierte Aktivistin am Freitag vor dem Gerichtsgebäude das Lied abgespielt und CDs in die Menge der Anhänger von Pussy Riot geworfen.

Dabei würden nach der internationalen Empörung über die Verurteilung der drei Musikerinnen wegen Rowdytums aus religiösem Hass gute Chancen auf eine Abmilderung der Strafe bestehen. Russische Medien äußerten am Samstag die Erwartung, dass die Strafe von jeweils zwei Jahren Lagerhaft in einem Berufungsverfahren reduziert werde.

Denis Dwornikow von der Zivilen Kammer, die russische Behörden berät, sagte eine Milderung der Strafen im Berufungsprozess voraus. Vermutlich würden die Verurteilten schon einen Monat nach dem Verfahren in die Freiheit entlassen, sagte Dwornikow der Nachrichtenagentur Interfax. Nach der Berufung durch die Verteidiger werde das zuständige Moskauer Gericht die Strafe von zwei Jahren Lagerhaft in ein Jahr verwandeln und "diese Idiotinnen freilassen, damit sie ihre Kinder und Angehörigen wiedersehen können", schrieb die Zeitung Komsomolskaja Prawda.

Die im Gegensatz dazu kremlkritische Zeitung Nowaja Gaseta schrieb, ohne Präsident Wladimir Putin namentlich zu nennen: "Das Urteil ist ein Teil des Dammes, der die Macht verteidigt, vor dem Hintergrund fallender Zustimmungswerte des ersten Mannes im Staat. (...) Mit diesem Urteil beweist die Führung, dass sie die Repressionen fortsetzen wird, manchmal auch unter dem Banner der Religiosität."

Garri Kasparow

Garri Kasparow widersetzte sich der Festnahme (© dapd)

Der bei einer Protestkundgebung in Moskau am Freitag festgenommene frühere Schachweltmeister und Oppositionspolitiker Garri Kasparow kam am Samstag zusammen mit etwa 50 weiteren Demonstranten wieder frei. Bisher sei keine Anklage gegen ihn erhoben worden, sagte einer von Kasparows Mitstreitern, Alexander Riklin, der Nachrichtenagentur AFP.

Kasparow müsse aber am Montag wieder auf der Polizeiwache zum Verhör erscheinen. Laut Interfax wird dem Oppositionellen vorgeworfen, einem Polizisten ins Ohr gebissen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Kasparow wies den Vorwurf zurück und erklärte, er sei in der Untersuchungshaft geschlagen worden.

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