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29.08.2012
Republikaner haben gewählt
Romney nun offiziell Präsidentschaftskandidat
Mitt Romney fordert Barack Obama heraus (© dapd)
+++ US-Wahlkampf im Zeichen der Armut +++
Romney erzielte damit im zweiten Anlauf um die Kandidatur seinen bisher größten politischen Erfolg. Vor vier Jahren noch war er Senator John McCain unterlegen, der letztlich gegen Obama verlor. Hinter Romney liegen 15 Monate parteiinterner Wahlkampf. Der Republikaner hatte Anfang Juni 2011 erklärt, dass er sich um das Präsidentenamt bewirbt. In monatelangen, zähen Vorwahlen setzte er sich dieses Jahr gegen rund ein Dutzend parteiinterner Kontrahenten durch. Die meisten hatten im Verlauf des Rennens aufgegeben.
Der Parteitag bestimmte den Kongressabgeordneten Paul Ryan als Romneys Vizekandidaten. Die Delegierten sprachen sich per Akklamation für den 42-jährigen Nachwuchsstar der republikanischen Partei aus. Romney hatte den Abgeordneten aus Wisconsin am 11. August als seinen zweiten Mann vorgestellt. Ansonsten sorgten Anhänger von Ron Paul und dessen Splittergruppe der Libertarier für Unruhe. Einige Dutzend Parteitagsteilnehmer reagierten vor der entscheidenden Abstimmung mit wütenden Buh-Rufen auf eine Änderung der Parteitagsstatuten, von denen sie sich schwer benachteiligt fühlen.
Großer Jubel
Obama hielt eine Rede vor Studenten (© dapd)
Romney, der Gründer und ehemalige Chef einer lukrativen Investmentfirma, will die Schlacht um das Weiße Haus mit dem streng konservativen Kongressabgeordneten Paul Ryan an seiner Seite gewinnen. Gemeinsam kritisieren beide Amtsinhaber Obama massiv für dessen Wirtschaftspolitik, die sie angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des moderaten Wachstums als gescheitert bezeichnen. Romney und Ryan würden Amerika aus der Krise holen und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen, sagte der republikanische Parteichef Reince Priebus.
Obama sprach zu Studenten
Unklar blieb bis zuletzt, ob Romney noch am Dienstag überraschend auf dem Parteitag auftreten würde. Er war Stunden vor seiner offiziellen Nominierung in Tampa angekommen. Gleichzeitig setzte Obama seine Wahlkampagne mit einem Auftritt im besonders umkämpften Bundesstaat Iowa fort, wo er vor rund 6.000 Studenten sprach. Den Parteitag der politischen Gegner bezeichnete er dabei als "ziemlich unterhaltsame Show", bei der die Republikaner sicher "wundervolle Dinge über mich sagen". Die Republikaner kritisierten Obamas Wahlkampf-Angriffe auf Romney als "verwerflich".
Rund zehn Wochen vor den Präsidentenwahlen markieren die Parteitage den Beginn der heißen Wahlkampfphase. Obamas Demokraten halten ihr Treffen kommende Woche in Charlotte im US-Staat North Carolina ab. Nach Umfragen liefern sich Romney und Obama weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Frau Romney warf sich ins Zeug
Ann Romney mischt für ihren Gatten im Wahlkampf mit (© dapd)
Zugleich versuchte sie, den frisch gekürten Kandidaten, der im Herbst Präsident Barack Obama bei den Wahlen schlagen soll, als sympathischen und warmherzigen Menschen darzustellen. Romney wird oftmals als hölzern und kühl angesehen, der nicht gut mit Menschen zurechtkommt. Außerdem hat Romney die Aufgabe, die verschiedenen Flügel der Partei zu versöhnen und zu vereinen. So steht etwa die populistische Tea-Party-Bewegung noch immer nicht geschlossen hinter Romney.
APA/red
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