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01.09.2012

Ehepaar gefoltert, getötet

Zirkusleute nach brutalem Doppelmord unter Verdacht

Clown - Alle 50 Mitarbeiter des Zirkus' mussten bei der Polizei antreten, waren allerdings zur Tatzeit in der Manege

Alle 50 Mitarbeiter des Zirkus' mussten bei der Polizei antreten, waren allerdings zur Tatzeit in der Manege (© AAP/Symbolbild)

Lignano steht in Österreich für Strand, Urlaub und Sonne. Doch die italienische Polizei muss sich momentan mit einem bestialischen Doppelmord auseinandersetzen. Die Beamten ermitteln nun in einem Zirkus und nahmen bei 50 Mitarbeitern die Fingerabdrücke ab.

Der brutaler Doppelmord im beliebten Adria-Urlaubsort Lignano Sabbiadoro hält Italien weiter in Atem. Die Ermittler sind den Mördern des Ehepaares auf der Spur, das nach grausamen Folterungen in einer riesigen Blutlacke liegend in seiner Villa aufgefunden wurde.

Bei den Opfern handelt es sich um zwei Kaufleute, einen 69-jährigen Mann und seine 66-jährige Ehefrau, die eine Eisenwarenhandlung in Lignano besaßen. Ins Visier der Ermittler sind jetzt die Mitarbeiter eines Zirkus geraten, der sich in Lignano in der Nacht des Doppelmordes zwischen dem 18. und dem 19. August aufhielt. Den rund 50 Mitarbeitern des Zirkus wurden Fingerabdrücke genommen.

Alibi: Zur Tatzeit war Vorstellung
"Niemand von uns wird wegen dieses grausamen Mordes verdächtigt. Die Polizei hat uns nur kontrolliert, weil wir nicht alle identifiziert werden konnten, als wir in Lignano waren", berichtete der Direktor des Zirkus "Bellucci-Orfei", Attilio Bellucci. Alle Zirkusmitglieder haben ein Alibi. "Als der Mord begangen wurde, war gerade eine Aufführung im Gange", so der Zirkusdirektor.

Folter dauerte mehrere Stunden lang
Das Ehepaar war nach einem Abend in einem Restaurant mit den Fahrrädern nach Hause zurückgekehrt, wo ihnen aufgelauert wurde. Das Ehepaar soll von zwei Personen gefoltert und misshandelt worden sein. Die Ermittler stellten Messerstiche und zahlreiche Folterspuren fest. Nach mehreren Stunden wurden beide getötet. An der Leiche der Frau fand man mehrere, besonders tiefe Messerstiche. Die beiden Toten wurden vom Sohn des Ehepaares entdeckt, der Verdacht geschöpft hatte, als am Tag nach dem Mord das Geschäft seiner Eltern geschlossen blieb.

40.000 Euro blieben liegen
Das Motiv der Bluttat ist noch unklar. Ermittler bezweifeln inzwischen, dass es sich um eine Tat osteuropäischer Krimineller handeln könnte, die häufig in Villen in den wohlhabenden Regionen im Nordosten Italiens einbrechen. Zwar wurden einige nicht besonders wertvolle Schmuckstücke der Frau entwendet, die Geldbörsen des Ehepaars allerdings nicht. Im Haus hatte das Paar 40.000 Euro versteckt, das Geld war nicht entdeckt worden.

Polizei sucht blutiges Messer
Die Ermittler überprüfen nun die Bankkonten der Opfer, um Beweggründe für den Mord zu finden. Nicht ausgeschlossen wird, dass das Paar Opfer eines Racheaktes wurde. Stundenlang vernahm man deshalb in Udine den Bruder der Frau, einen wohlhabenden Bauunternehmer, der in den vergangenen Monaten in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und Verluste von 56 Millionen Euro gemeldet hatte. Der Mann bestritt jegliche Verwicklung in den Fall. Die Ermittler suchen auch nach dem Messer, mit dem das Ehepaar getötet wurde. Nicht ausgeschlossen wird, dass die Mörder die Tatwaffe ins Meer geworfen haben.

APA/red.

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