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04.09.2012
Vor 13 Jahren abgeschoben
Verhafteter Mörder auf Traumschiff ist ein Wiener
Der wegen Mordes gesuchte Österreicher (65) wird verhaftet (© dapd)
Die "MSC Poesia" (© Kreuzfahrten.at)
Der Wiener war 1981 nach einem wirtschaftlichen Schiffbruch nach Deutschland ausgewandert. Geldsorgen waren auch der Grund, dass er in Essen einen Geldboten überfiel und erschoss. Dafür bekam er 1983 am Landgericht Essen lebenslang. Staatsanwältin Birgit Jürgens zufolge gab es damals in Deutschland noch nicht die Bestimmung über eine besondere Schwere der Schuld.
Nun droht ein Leben im Gefängnis
Daher konnten zu lebenslänglicher Haft Verurteilte in jedem Fall nach frühestens 17 Jahren freigehen. Handelte es sich um Ausländer, gab es die Möglichkeit, sie nach 16 Jahren abzuschieben und gleichzeitig für den Fall der Wiedereinreise einen Haftbefehl zu verhängen. Wer wieder verhaftet wurde, musste den Rest seiner Strafe absitzen. Das könnte nun auch dem heute 65-jährigen Wiener blühen.
Der Mann wurde 1999 abgeschoben. Am vergangenen Samstag entdeckten ihn die deutschen Behörden im Kieler Hafen als Passagier an Bord des Kreuzfahrtschiffes MSC Poesia. Als ihn die Beamten festnehmen wollten, war er laut dpa nicht in seiner Kabine. Das Bordpersonal rief ihn daraufhin aus. Er meldete sich, und die Polizei nahm den völlig verdutzten Wiener fest. Widerstand leistete er nicht.
Gericht muss innerhalb eines Jahres entscheiden
Wie es jetzt weitergeht, steht noch nicht fest. Laut Jürgens muss das Gericht innerhalb eines Jahres entscheiden, ob er den Rest seiner Strafe absitzen muss. Das hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von seiner Zukunftsprognose und ob er sich in den 13 Jahren seiner Freiheit wieder etwas zuschulden kommen ließ. Die Essener Staatsanwältin sagte, sie habe noch keine Unterlagen aus Kiel bekommen. Sie wisse daher auch nicht, wo sich der 65-Jährige in den vergangenen 13 Jahren aufgehalten habe. Diese Frage konnte auch Gerhard Stelke, Pressesprecher der Kieler Polizei, am Dienstag nicht beantworten.
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