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09.09.2012

US-Wahlkampf der Lügen

Porno-König Flint will Mitt Romney bloßstellen

Larry Flint und Mitt Romney

Larry Flint ist nicht begeistert von Mitt Romney (© PPS/Reuters/Montage)

"Hustler"-Herausgeber Larry Flint bietet jenem eine Million Dollar, der das wirre Vermögensgeflecht von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney aufdeckt. Nebenbei wurde der republikanische Vize-Präsidentenkandidat als Lügner entlarvt.

Zum Endspurt des Wahlkampfs um den begehrten Sitz im Weißen Haus hat US-Präsident Barack Obama in der Gunst der Wähler leicht zugelegt. Allerdings bleibt es nach drei Umfragen weiterhin bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney, mit nur leichten Vorteilen für den Amtsinhaber.

Nach einer am Samstag veröffentlichten Rasmussen-Umfrage liegt Obama mit 46 zu 44 Prozent vor Romney. Der Präsident legte dabei um zwei Prozentpunkte zu. In einer zuvor veröffentlichten Gallup-Erhebung konnte sich Obama um drei Punkte auf 48 Prozent verbessern, der Republikaner kommt auf 45 Prozent. Auch in einer Reuters/Ipsos-Umfrage baute Obama seinen Vorsprung aus. Der Erhebung zufolge liegt Obama mit 47 Prozent vor Romney mit 43 Prozent. Bei der vorherigen Ipsos-Enquete war Obama auf 46 und Romney auf 44 Prozent.

Barack Obama

Obama steigt in den Umfragen (© dapd)

Da die jüngsten Umfragen zum Teil vor der Rede Obamas auf dem Parteitag der Demokraten am Donnerstagabend (Ortszeit) erfasst wurden, könnten die nächsten Erhebungen für den Präsidenten nach Einschätzung von Experten noch etwas besser ausfallen. Dagegen hatte Romney vom Parteitag der Republikaner praktisch gar nicht profitiert.

Flint gegen Romney
Dem Multimillionär Romney geht es jetzt plötzlich an eine mögliche Schwachstelle. Der Verleger und Gründer des Pornomagazins "Hustler", Larry Flynt, bietet für Informationen über die Finanzsituation von Romney bis zu einer Million Dollar in bar. Wie US-Medien berichteten, ruft der exentrische Publizist in ganzseitigen Zeitungsanzeigen dazu auf, ihm "belegbare Beweise hinsichtlich der unveröffentlichten Steuererklärungen Romneys und/oder Details zu dessen Anlagen in Übersee, Bankkonten oder Geschäftsbeziehungen" zu übergeben.

"Was verbirgt er?", fragt Flynt laut Hollywood Reporter in der Annonce, die unter anderem in der Sonntagsausgabe der "Washington Post" und am Dienstag in "USA Today" erscheint. "Vielleicht finden wir es jetzt heraus." Laut CNN hat der mehrfache Millionär Romney zwar seine Steuererklärung für 2010 sowie eine Schätzung seiner Steuerschuld für 2011 veröffentlicht, es aber abgelehnt, Informationen über weitere Jahre preiszugeben, da dies den Demokraten nur Stoff für Kritik bieten würde.

Romney war in den 80er Jahren in der freien Wirtschaft höchst erfolgreich und hatte als Unternehmensberater und Investor Millionen verdient. Sein Vermögen wird heute auf über 200 Millionen Dollar (160 Millionen Euro) geschätzt

Paul Ryan

Paul Ryan ist wohl doch nicht ganz so gut durchtrainiert (© dapd)

US-Präsident Obama erinnerte indes an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2011. Der elfte Jahrestag sollte nach seinen Worten vor allem ein Tag des Gedenkens an die unschuldigen Opfer und ihre Hinterbliebenen sein. Es sei aber auch ein Tag, an dem das Land verinnerlichen darf, wie positiv die Nation sich in den elf Jahren seit den Anschlägen entwickelt habe, sagte Obama in einer Radioansprache am Samstag.

Die Marathon-Lüge
Die Angriffe hätten das Beste aus seinen Landsleuten herausgeholt. Obama erinnerte daran, dass über fünf Millionen Männer und Frauen sich seit den Anschlägen freiwillig zum Militärdienst gemeldet hätten. Unterdessen haben Medien einen weiteren Wahlkampftrend entdeckt. Faktenprüfer deckten Schwindeleien im Wahlkampf beider Lager auf.

Spitzenreiter der großen und kleinen Unwahrheiten ist derzeit Romneys "Vize" Paul Ryan. Er behauptete etwa, er habe einen Marathonlauf in zwei Stunden und 50 Minuten hingelegt. In Wirklichkeit brauchte der Republikaner knapp über vier Stunden, wie die Washington Post enthüllte. Ryan war trotz seiner beachtlichen sportlichen Leistung blamiert.

APA/red

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