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14.09.2012
Polizeischutz für Filmemacher
Mohammed-Film: USA fürchten Freitagsgebete
Die Proteste gegen den Anti-Mohammed-Film werden am Freitag weitergehen. (© EPA)
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo protestierten noch in der Nacht aufgebrachte Muslime in dem Bezirk um die US-Botschaft. Am Donnerstag waren dort bei Straßenschlachten mehr als 220 Menschen verletzt worden. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurden vier Demonstranten beim Sturm auf die US-Botschaft getötet und 31 weitere verletzt. Auch in Tunesien, dem Gazastreifen und im Iran gingen erboste Muslime auf die Straßen. Demonstrationen gab es auch in Afghanistan und Pakistan.
Erste Steine flogen
Nach den Freitagsgebeten bewarfen erste Demonstranten in Kairo Polizisten mit Steinen. Die Sicherheitskräfte stellten sich den aufgebrachten Ägyptern in den Weg, um die US-Botschaft zu schützen. Sie versuchten, die Demonstranten mit Hilfe von Tränengas zurückzudrängen. Im Jemen bewachten Sicherheitskräfte die Straßen.
Arabische Christen befürchten, dass wegen des Schmäh-Videos eine Welle von Gewalt und Diskriminierung auf sie zurollen könnte. Der irakische Erzbischof Louis Sako sagte am Freitag in Kirkuk: "Wir hoffen sehr, dass alle friedlich reagieren." Christliche Medien in Ägypten berichteten, die Christen seien besorgt, dass sich die bisher gegen die USA gerichtete Empörung von Muslimen bald auch gegen die weniger gut geschützten Kirchen wenden könnte.
+++Afghanistan stoppt mit Youtube-Sperre Video-Verbreitung+++
Obama schickte Kriegsschiffe
Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, man rechne mit weiteren Protesten. Der Freitag sei nämlich "traditionell ein Tag von Protesten in der muslimischen Welt". Zuvor waren bereits die Sicherheitsvorkehrungen an den US-Botschaften weltweit verschärft worden. Die USA schickten neben einer Einheit von Elitesoldaten auch zwei Kriegsschiffe vor die Küste Libyens.
Marines sollen die Botschaften in den arabischen Ländern absichern.
Kopte als Filmemacher geoutet
In Los Angeles erhielt ein 55-jähriger koptischer Christ Polizeischutz, nachdem er als Macher des Films "Innocence of Muslims" ("Die Unschuld der Muslime") namhaft gemacht wurde. Der 55-jährige Nakoula Basseley Nakoula leitet nach eigenen Angaben die Produktionsfirma des Films, bestreitet aber die Urheberschaft.
Nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi, bei dem US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden, nahmen Ermittler mehrere Verdächtige fest. US-Sicherheitskreise vermuten das Terrornetzwerk Al-Kaida hinter der Attacke. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi verurteilte die Gewalt. Allerdings forderte er die USA zu "ernsthaften Schritten" gegen den islamfeindlichen Videofilm auf. "Wir sind gegen jede Handlung, mit der der Islam und der Prophet Mohammed beleidigt werden soll, und wir sind gegen die Beleidigung jeder Religion", sagte Mursi.
Clinton und Moon wurden deutlich
US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte den Videofilm als "abscheulich und verwerflich". Zugleich stellte sie klar, dass die US-Regierung "absolut nichts mit diesem Video zu tun hat". Da in den USA das Recht auf freie Meinungsäußerung herrsche, sei es für die Regierung in Washington "unmöglich", solche Filme zu verhindern.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich "tief besorgt" über die gewaltsamen Proteste gezeigt. Nichts rechtfertige solche Tötungen und Angriffe, erklärte er in New York. Zugleich verurteilte der UNO-Chef den "hasserfüllten Film, der offensichtlich ganz bewusst angefertigt wurde, um Fanatismus und Blutvergießen zu säen."
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3.096 Tage
1 Kommentar von unseren Lesern
christian196... (385)
14.09.2012 13:00
Meinungsfreiheit
politiker sagen jetzt, man hätte sich demokratie und meinungsfreiheit vom arabischen frühling erhofft, jedoch winter geerntet. da fragt man sich doch, was versteht man in der westlichen welt unter meinungsfreiheit? darf ich dann alles sagen was ich denke über meine mitmenschen und auch über politiker? eine 19jährige hat jetzt auf ebay ihre jungfräulichkeit versteigert - darf ich jetzt offiziell nutte zu ihr sagen? nur weil der westen von seiner christlichen religion und deren werten nichts mehr hält, trifft das nicht auf den islam und dessen anhänger zu.
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