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16.09.2012

Wenn Wahlgesetz geändert wird

Berlusconi (75) hofft auf Polit-Comeback

Silvio Berlusconis (75) Parteifreunde drängen auf sein Comeback

Silvio Berlusconis (75) Parteifreunde drängen auf sein Comeback (© Reuters)

Italien rätselt um das politische Comeback des Ex-Premiers Silvio Berlusconi. Nachdem er im ganzen Sommer nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten war, zeigte sich der 75-jährige Medientycoon am Samstag erstmals wieder in Venedig, wo er in einen Luxusliner einstieg, um mit Anhängern seiner Mitte-rechts-Partei "Popolo della libertá" (PdL, stärkste Partei im italienischen Parlament) an der ersten Etappe einer Kreuzfahrt bis zur Hafenstadt Bari teilzunehmen, in der er am Sonntag eintraf.

Das Rätsel, ob er wieder an der Spitze seiner Partei als Premierkandidat am Wahlkampf für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr teilnehmen werde, lüftete der TV-König zum Bedauern seiner Fans allerdings nicht. Sein Comeback auf der politischen Szene Italiens macht er von einem neuen Wahlgesetz abhängig.

Italien will Wahlgesetz ändern
"Meine Rückkehr hängt von der Art des Wahlgesetzes ab, das eingeführt wird", sagte Berlusconi am Samstag im Gespräch mit Journalisten in Venedig. Im Juli hatten Mitarbeiter des Medienzaren bekundet, dass der 75-Jährige als Spitzenkandidat an den Parlamentswahlen im Frühjahr 2013 teilnehmen wolle. Derzeit verhandeln die italienischen Parteien über ein neues Wahlgesetz. Damit soll wieder ein reines Proporzsystem eingeführt werden, wie es bereits in den Neunziger Jahren galt. Eine Einigung ist jedoch noch nicht in Sicht.

Berlusconi prangert Sparpolitik an
Die politische Situation sei in Italien derzeit "konfus und zersplittert", klagte Berlusconi. Wichtig sei, dass Italien ein regierungsfähiges Kabinett habe, das nicht auf der jetzigen Politik beharre, die das Land in die Rezession geführt habe, sagte der gebürtige Mailänder. Seine Worte galten als Kritik an der rigorosen Sparpolitik seines Nachfolgers Mario Monti, der seit November Italien regiert.

Seit Juni von Bildfläche verschwunden
Für einen Eklat hatte am Freitag Berlusconis Absage gesorgt, an einem lang angekündigten Treffen mit jungen Anhängern seiner Partei vor dem Kolosseum in Rom teilzunehmen. Die Absage hatte Spekulationen über Berlusconis Absicht genährt, sich ganz aus der politischen Szene zurückzuziehen. Seit dem 22. Juni hatte er sich nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt.

Genesungsurlaub in Flavio Briatores Villa
Der Ex-Premier durchlebt eine schwierige Zeit. Im August war er im Park seiner Villa in Sardinien gestürzt und hatte sich Handgelenk und Schulter verletzt. Daraufhin hat er sich ins Ressort seines Freundes Flavio Briatore in Malindi in Kenia zurückgezogen. Er traf dabei nur wenige Personen und hielt eine strenge Diät, berichteten italienische Medien.

Depression wegen Scheidung schlecht laufenden TV-Sendern
Vittorio Feltri, Chefredakteur der Berlusconi eigenen Tageszeitung Il Giornale schrieb kürzlich, dass der Medienzar in tiefe Depression gestürzt sei. Berlusconi sei unter anderem wegen der wirtschaftlichen Probleme seiner TV-Gruppe bedrückt, deren Wert infolge der akuten Rezession in Italien an der Mailänder Börse stark rückläufig ist. Auch die Scheidung von seiner Noch-Ehefrau Veronica Lario, mit der er drei Jahre nach der Trennung immer noch keine Einigung über die Alimente erreicht habe, mache ihm zu schaffen.

Kollegen drängen auf Berlusconis Comeback
Der Chef von Berlusconis Partei Angelino Alfano hatte in den vergangenen Wochen immer aufs neue wiederholt, dass der TV-König als Premierkandidat an den nächsten Parlamentswahlen teilnehmen werde. Berlusconi selber hat jedoch diesen Beschluss noch nie bestätigt. "Jeder in der Partei drängt Berlusconi zur neuen Kandidatur, denn er ist der italienische Politiker, der die meiste persönliche Zustimmung erhält", sagte Alfano.

Partei ohne Silvio chancenlos
Umfragen deuten darauf hin, dass die PdL-Partei eine klare Niederlage zu erwarten hätte, sollte sie bei den Parlamentswahlen im Frühjahr 2013 nicht mit Berlusconi als Spitzenkandidat antreten. Der skandalumwitterte Berlusconi hatte im November 2011 zurücktreten müssen und dem Wirtschaftsfachmann Monti Platz gemacht.

APA/red.

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