"Unschuld der Muslime" Welt

Porno-Regisseur und Fundi-Christen hinter Video

Porno-Regisseur und Fundi-Christen hinter Video

Nakoula Basseley Nakoula gab zu, den 14-Minuten-Film auf YouTube gestellt zu haben (© Reuters)

Nakoula Basseley Nakoula is escorted out of his home by Los Angeles County Sheriff's officers in Cerritos, California
Nakoula Basseley Nakoula gab zu, den 14-Minuten-Film auf YouTube gestellt zu haben
Der Nebel um den islamfeindlichen Film "Unschuld der Muslime", der seit Tagen in der muslimischen Welt für gewaltsame Proteste sorgt, lichtet sich langsam. Der Amateurfilm, der den Propheten Mohammed verunglimpft und die Muslime als unmoralisch und gewalttätig darstellt, wurde offenbar im vergangenen Jahr von einem koptischen Christen gemeinsam mit einer rechten evangelikalen Gruppe produziert. US-Medien zufolge leitete ein Porno-Regisseur die Dreharbeiten in Duarte bei Los Angeles.

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Als Schlüsselfigur erscheint bisher Nakoula Basseley Nakoula. Der 55-jährige Kopte steckt nach Angaben von US-Medien hinter dem Pseudonym "Sam Bacile", der nach Beginn der Proteste vor knapp einer Woche im Wall Street Journal den Islam als "Krebs" beschimpfte. Nakoula gab später zu, den 14-minütigen Trailer des Films ins Internet geladen zu haben. Zudem kündigte der in den USA lebende Ägypter an, den gesamten rund zweistündigen Film verbreiten zu wollen.

Nakoula wurde am Samstag kurz von der US-Justiz vernommen. Ein Polizeisprecher sagte später, der 55-Jährige sei zu möglichen Verstößen gegen seine Bewährungsauflagen vernommen worden. Nakoula war 2010 wegen Bankenbetrugs verurteilt worden und darf fünf Jahre lang weder Computer noch das Internet benutzen.

Koran-Verbrenner und "Media for Christ" beteiligt
Neben Nakoula soll auch die Organisation Media for Christ an der Produktion des Films beteiligt gewesen sein. Der Gruppe gehören islamfeindliche evangelikale Christen wie der Pastor Terry Jones in Florida an, der wegen der Verbrennung des Korans zu Bekanntheit gelangt war. Nach Angaben des Klatsch-Magazins Gawker wurde der Film von dem 65-jährigen Regisseur Alan Roberts gedreht, dem die Welt Filme wie "The Young Lady Chatterley" und "The Happy Hooker Goes Hollywood" verdankt.

Schauspieler wurden nachsynchronisiert
Die Schauspieler, die im Film mitspielten, prangern an, dass ihnen gesagt wurde, es sein ein historischer Film. Die Hauptfigur hieß laut den Darstellern "George". Der islamfeindliche Inhalt wurde nach Abschluss der Dreharbeiten über den fertigen Film gesprochen.

Koptischer Prediger: Mohammed homoxexuell und Kinderschänder
Die Los Angeles Times berichtete am Sonntag, Nakoula, Klein und Nassralla seien alle von dem aus Ägypten stammenden koptischen Prediger Zakaria Botros Henein beeinflusst, der für seine Hetze gegen den Islam bekannt sei. Demnach predigt Botros, dass der Prophet Mohammed ein Homosexueller und Kinderschänder gewesen sei. Alle drei Männer äußerten sich dem Bericht zufolge lobend über den Prediger, der im Süden Kaliforniens lebt.

Aus Ägypten ausgewiesen, jetzt in Kalifornien
Botros war am Sonntag zunächst nicht erreichbar, doch auf seinem Fernsehsender Alfady verteidigte er den Film. Nach Angaben der Los Angeles Times wurde Botros in Ägypten wegen der versuchten Missionierung von Muslimen mehrfach inhaftiert und schließlich ins Exil gezwungen. Demnach lebte er zunächst in Australien, bevor er Anfang der 2000er nach Kalifornien kam. Angeblich setzte das Terrornetzwerk Al-Kaida ein Kopfgeld von 60 Millionen Dollar auf Botros aus.

Warum kam Film erst jetzt an die Öffentlichkeit?
Auch wenn sich der Hintergrund des Films langsam klärt, bleibt es ein Rätsel, warum der Film erst Monate, nachdem er ins Netz gestellt wurde, für Proteste sorgte. Seit ihrem Beginn wurden in Libyen, Tunesien, dem Jemen, dem Sudan und anderen Ländern mindestens 15 Menschen getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen und drei seiner Mitarbeiter. Als Reaktion zieht die USA ihre Diplomaten aus Nordafrika ab. Die US-Regierung hat den Film verurteilt, doch jedes Vorgehen dagegen ausgeschlossen. Laut der US-Verfassung fällt auch beleidigende Kritik unter Meinungsfreiheit.

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