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19.09.2012
Papyrus entziffert
Harvard-Professor hat Beweis für Jesus' Ehefrau
Professor Karen Kind von der Harvard Universität ging am Anfang davon aus, dass es sich um eine Fälschung handelt. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert (© YouTube / Screenshot)
Professor Karen King entzifferte ein 8x4 Zentimeter kleines Papyrus-Fragment, abgefasst in koptischer Sprache. Ersten Untersuchungen zufolge stammt das Zettelchen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts (350-400 n. Chr.).
Das Originaldokument soll bereits zwischen 150 und 200 nach Christus entstanden sein, damals in griechisch verfasst. Es wurde dann kopiert und ins Koptische übersetzt. Im Zentrum des Dokuments steht eine Phrase, in der Jesus zu seinen Schülern "meine Ehefrau" sagt. Forscher glauben, dass damit Maria Magdalena gemeint ist. Im Text verteidigt Jesus seine Frau, meint "sie wird meine Schülerin/mein Apostel sein". Zwei Zeilen später spricht er an, dass er mit ihr lebt.
Maria Magdalena Hure oder Ehefrau?
Es sei kein Beweis, dass Jesus wirklich mit Maria Magdalena verheiratet war, so die Professorin, sondern, dass die frühen Christen jener Zeit daran glaubten. Erst später sei in der Römisch-Katholischen Kirche beschlossen worden, dass Jesus zölibatär gelebt hatte. Auch die heute gängige Meinung, dass Maria Magdalena eine bekehrte Hure ist, die ihr Leben lang bereute, wird so unwahrscheinlich.
In Rom präsentierte Karen King ihre Entdeckung. "Es zeigt", so die Professorin, "dass für die frühen Christen die sexuelle Vereinigung während der Ehe eine Imitation von Gottes Kreativität darstellt und damit anständig und angemessenes Verhalten ist."
Doch Fälschung?
Das Papyrus-Stückchen wurde zwischen 350 und 400 nach Christus verfasst (© YouTube/Screenshot)
Dort wurden 1945 in Nag Hammadi auch die Evangelien von Thomas und Philip gefunden, die bis heute von der Kirche nicht offiziell anerkannt sind, weil sie den Lehren der Römisch-Katholischen Kirche widersprechen. Behält man diese Information im Hinterkopf, stehen auch die Chancen für das "Evangelium der Ehefrau Christi'", wie Professor King ihr Forschungsobjekt nennt, schlecht.
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