Papyrus entziffert Welt

Harvard-Professor hat Beweis für Jesus' Ehefrau

Harvard-Professor hat Beweis für Jesus' Ehefrau

Professor Karen Kind von der Harvard Universität ging am Anfang davon aus, dass es sich um eine Fälschung handelt. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert (© YouTube / Screenshot)

Jesus' Ehefrau: Professor Karen Kind von der Harvard Universität ging am Anfang davon aus, dass es sich um eine Fälschung handelt. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert
Professor Karen Kind von der Harvard Universität ging am Anfang davon aus, dass es sich um eine Fälschung handelt. Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert
Momentan wissen es erst ein paar Wissenschafter, doch bald könnte diese Nachricht ein Erdbeben in der Katholischen Kirche auslösen: In Harvard wurde ein Papyrus entziffert, dass von Jesus' Ehefrau spricht. Der Heiland der Katholischen Kirche soll nicht nur mit Maria Magdalena verheiratet gewesen sein, sondern auch mit ihr gelebt haben.

Professor Karen King entzifferte ein 8x4 Zentimeter kleines Papyrus-Fragment, abgefasst in koptischer Sprache. Ersten Untersuchungen zufolge stammt das Zettelchen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts (350-400 n. Chr.).

Das Originaldokument soll bereits zwischen 150 und 200 nach Christus entstanden sein, damals in griechisch verfasst. Es wurde dann kopiert und ins Koptische übersetzt. Im Zentrum des Dokuments steht eine Phrase, in der Jesus zu seinen Schülern "meine Ehefrau" sagt. Forscher glauben, dass damit Maria Magdalena gemeint ist. Im Text verteidigt Jesus seine Frau, meint "sie wird meine Schülerin/mein Apostel sein". Zwei Zeilen später spricht er an, dass er mit ihr lebt.

Maria Magdalena Hure oder Ehefrau?
Es sei kein Beweis, dass Jesus wirklich mit Maria Magdalena verheiratet war, so die Professorin, sondern, dass die frühen Christen jener Zeit daran glaubten. Erst später sei in der Römisch-Katholischen Kirche beschlossen worden, dass Jesus zölibatär gelebt hatte. Auch die heute gängige Meinung, dass Maria Magdalena eine bekehrte Hure ist, die ihr Leben lang bereute, wird so unwahrscheinlich.

In Rom präsentierte Karen King ihre Entdeckung. "Es zeigt", so die Professorin, "dass für die frühen Christen die sexuelle Vereinigung während der Ehe eine Imitation von Gottes Kreativität darstellt und damit anständig und angemessenes Verhalten ist."

Doch Fälschung?
Jesus' Ehefrau: Das Papyrus-Stückchen wurde zwischen 350 und 400 nach Christus verfasst
Das Papyrus-Stückchen wurde zwischen 350 und 400 nach Christus verfasst
Noch könnte es sein, dass sich das Dokument als Fälschung herausstellt. Papier und Tinte wurden noch nicht chemisch untersucht. Doch Karen King holte bereits Meinungen von Professoren der Universität Princeton und New York ein, die an die Echtheit des Paryrus glauben. Dialekt, Stil der Schrift und Aussehen des Papiers lassen auf Oberägypten als Herkunftsort schließen.

Dort wurden 1945 in Nag Hammadi auch die Evangelien von Thomas und Philip gefunden, die bis heute von der Kirche nicht offiziell anerkannt sind, weil sie den Lehren der Römisch-Katholischen Kirche widersprechen. Behält man diese Information im Hinterkopf, stehen auch die Chancen für das "Evangelium der Ehefrau Christi'", wie Professor King ihr Forschungsobjekt nennt, schlecht.


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