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26.09.2012

Widerstand gegen Sparpaket

60 spanische Verletzte als Wutbürger protestieren

Spanier vs. die Polizei: Am Dienstag gingen die Massen wieder auf die Straße, um gegen das Sparpaket zu protestieren

Spanier vs. die Polizei: Am Dienstag gingen die Massen wieder auf die Straße, um gegen das Sparpaket zu protestieren (© Reuters/Heute.at-Montage)

Bei teils gewalttätigen Protesten gegen die Sparpolitik der spanischen Regierung sind am Dienstagabend in Madrid mehr als 60 Menschen verletzt worden. Tausende Anhänger der Bewegung der "Empörten" versammelten sich vor dem Parlament in der spanischen Hauptstadt. Als einige Teilnehmer zum Gebäude vordringen wollten, versuchten Polizisten, die Menge mit Schlagstöcken zurückzudrängen.

Protestierende warfen Steine auf Polizisten, die ihrerseits Gummigeschoße gegen die Demonstranten einsetzten. Unter den mehr als 60 Verletzten seien 27 Polizisten, teilten Rettungskräfte mit. Nach Polizeiangaben wurden 26 Menschen festgenommen. Medienberichten zufolge waren 1300 Polizisten im Einsatz. An den Protesten hätten sich tausende Menschen beteiligt, hieß es.

Die Protestierenden forderten die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (Partido Popular/PP) zum Rücktritt auf und skandierten "Weniger Polizei - mehr Bildung". Viele streckten die Hände in die Luft und riefen immer wieder "Hände hoch, das ist ein Überfall" - in Anspielung darauf, dass die Ärmeren des Landes für die Krise bezahlen müssten. "Sie haben uns unserer Demokratie beraubt", sagte die Demonstrantin Soledad Nunes aus dem Nordwesten Spaniens. Die 53-jährige Geschäftsinhaberin beklagte vor allem die Einschnitte in den Bereichen Gesundheit und Bildung.

In der Nacht auf Mittwoch beruhigte sich die Lage in Madrid. Mehrere hundert Menschen harrten friedlich auf einem Platz in der Nähe des Parlaments aus, bis die Polizei die Versammlung gegen 1 Uhr MESZ auflöste. Die Teilnehmer des Protests hatten sich wie schon in der Vergangenheit über das Internet organisiert. Hinter der Bewegung der "Empörten" stehen mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen und Bündnisse. Sie machen die Korruption und die Unfähigkeit des politischen Systems für die Krise in Spanien verantwortlich.

Die Krise hatte 2008 mit dem Platzen der Immobilienblase ihren Anfang genommen und den spanischen Bankensektor in den Abgrund gestürzt. Nach einem lange hinausgezögerten Antrag an den Euro-Rettungsfonds hatten die Euro-Länder im Juni ein Hilfsprogramm für Spaniens Banken in der Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro beschlossen. Gegen direkte Unterstützung für sein Staatsbudget sträubt sich Madrid jedoch, weil es dafür Spar- und Reformanstrengungen nach den Vorgaben seiner internationalen Geldgeber erbringen müsste.

APA/red.

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