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30.09.2012

Asyl in Ecuadors Botschaft

Assange lebt "wie in einer Raumstation"

Julian Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange attackierte jüngst in einem Video US-Präsident Barack Obama (© dapd)

Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange hat Einblicke in seinen Alltag in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährt und fühlt sich dort nach eigenen Angaben "wie in einer Raumstation".

Wie die britische Zeitung Mail on Sunday berichtete, arbeitet der 41-jährige Australier in seinem kleinen Zimmer, das Platz für eine Matratze auf dem Boden bietet, täglich 17 Stunden an seiner Website. Außerdem hält er sich mit Boxen fit und bekommt regelmäßig Besuch von einem Personal Trainer. Zur Entspannung schaut Assange dem Bericht zufolge unter anderem TV-Science-Fiction-Serien.

Allerdings macht dem Australier wohl seine sich "allmählich verschlechternde" Gesundheit zu schaffen. Der Zeitung zufolge, die ihn mit einem ecuadorianischen Hemd bekleidet fotografierte, leidet er an einem "quälenden Husten". Kürzlich hatte er zudem Zahnprobleme und verbrannte sich die Haut, weil er zu lange vor einer UV-Lampe saß, die ihm die fehlende Sonne ersetzen soll. "Ich sah aus wie ein gekochter Hummer", zitierte ihn die Zeitung. Da damals sein Auftritt auf dem Balkon der Botschaft bevorstand, habe er sich schminken müssen, "um nicht wie ein Tschernobyl-Opfer auszusehen".

Blickt zuversichtlich in die Zukunft
Assange soll eigentlich in Schweden zu Vorwürfen sexueller Vergehen vernommen werden. Er befürchtet nach eigenen Angaben aber, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihn die Justiz wegen Spionage und Geheimnisverrats belangen könnte. Deshalb war er im Juni in die ecuadorianische Botschaft geflohen und erhielt dort im August offiziell Asyl.

Momentan droht Assange die Festnahme, sobald er das Botschaftsgebäude verlässt. Britische Beamte wollen ihn wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen festsetzen und patrouillieren vor dem Gebäude. Assange sagte dazu, letztlich werde er nach Ecuador ausreisen können, dies sei "unausweichlich". Er gab sich außerdem zuversichtlich, dass die Vorwürfe in Schweden gegen ihn in naher Zukunft fallengelassen würden.


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