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13.10.2012

Schwieriges Verhältnis

Premier Cameron schweigt zu Friedensnobelpreis

BRITAIN ECONOMY BUDGET CAMERON

Briten-Premier David Cameron teilt die Euphorie nicht (© APA)

Im scharfen Gegensatz zu den euphorischen Reaktionen der meisten europäischen Spitzenpolitiker hat der britische Premierminister David Cameron die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU demonstrativ ignoriert.

+++ Hat die EU den Friedensnobelpreis verdient? +++

Nach mehrfachen Bitten um eine Stellungnahme sagte ein Sprecher am Freitag lediglich: "Wir beabsichtigen nicht, dazu etwas herauszugeben."

Stunden nach der Bekanntgabe gab das Außenministerium eine Erklärung ab und lobte - in zwei Sätzen - die "historische Rolle" der Europäischen Union bei der Förderung von Frieden und Aussöhnung.

Begeisterung
Andere Staats- und Regierungschefs äußerten sich dagegen begeistert. So sprach die deutsche Bundeskanzlerin Merkel von einer wunderbaren Entscheidung. Sie sehe darin auch eine persönliche Verpflichtung, sich für eine tiefere Integration in Europa einzusetzen.

Die demonstrative Nicht-Äußerung von Cameron wirft ein Licht auf das komplizierte Verhältnis der Briten zu Europa und dem Druck der Euro-Skeptiker auf den Regierungschef. In der konservativen Partei befürchten EU-Kritiker, ohne eine harte Linie Camerons gegen Brüssel dürften Wähler zur zunehmend populären UK Independence Party überlaufen. Diese fordert einen EU-Austritt Großbritanniens.

Auf welche Kritik innerhalb seiner eigenen Partei sich Cameron bei einer positiven Reaktion auf die Preisvergabe hätte einstellen müssen, deutete der Euroskeptiker Bill Cash an. "Das ist, als wenn man einen Kassenflop mit einem Oscar belohnt."

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