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16.10.2012

Havariertes Schiff

Schlechtes Wetter verzögert Costa-Bergung

Die Bergung des vor neun Monaten verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio verzögert sich. Bei der Bergung werde es zu einer zweimonatigen Verspätung gegenüber den ursprünglichen Bergungsplänen kommen, meldete Silvio Bartolotti, Geschäftsführer des italienischen Unternehmens Micoperi, das mit der US-Firma Titan Salvage mit der Aktion beauftragt wurde.

+++ Costa-Prozess wurde in größeren Saal verlegt +++

Diese Verspätung sei unter anderem auf die schwierigen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen zurückzuführen. "Das Wrack wird bestimmt innerhalb des nächsten Frühjahrs weggebracht", versicherte Bartolotti in einem TV-Interview.

Die Herausforderung für die Firma Micoperi ist gigantisch. Das Schiff wiegt leer so viel wie 100 Boeing 747. Die Firma Micoperi greift auf ihr Know-how beim Bau von Ölplattformen zurück. 400 Fachleute und 20 Schiffe arbeiten rund um die Uhr um die Costa Concordia. Schließlich müssen 30 Meter lange Pfähle im Meeresboden verankert werden. Sie werden die große Unterwasser-Plattform tragen, die das Wrack stützen wird, nachdem es wieder in eine senkrechte Position gebracht worden ist. Die gekenterte "Costa" muss am Meeresgrund gesichert und dann mithilfe von Containern und Kränen aufgerichtet werden.

Abschleppen und abbauen
Die Container werden je nach Bedarf mit Wasser oder Luft gefüllt und sollen das Wrack ins Gleichgewicht bringen. Ist dies gelungen, wird das Schiff in einen italienischen Hafen geschleppt, der noch bestimmt werden soll. Abschließend wird der Meeresboden gesäubert. Ein Expertenteam aus Vertretern der Region Toskana, des Umweltministeriums, der Hafenbehörden und anderer lokalen Institutionen überprüft, dass die Bergungsarbeiten planmäßig erfolgen.

Innerhalb der nächsten zehn Tagen soll die Stabilisierungsphase des Schiffes abgeschlossen werden. Die Bohrungsarbeiten für die Positionierung der Plattform zur Stützung des Relikts haben bereits begonnen. Die 30 Container, die insgesamt 40 Millionen Euro kosten, werden zurzeit in vier Werken des italienischen Schiffbauers Fincantieri gebaut und sollen zwischen Ende Oktober und kommenden Jänner geliefert werden. Noch nicht bekannt ist der italienische Hafen, in dem die Costa Concordia nach der Wegschleppung abgebaut werden soll. Es dürfte sich jedoch laut Indiskretionen um den Hafen der toskanischen Stadt Livorno handeln.


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