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17.10.2012
Nach 13 Jahren Qual
In Brand gesteckter Bub nennt vor dem Tod Täter
Robbie Middleton, der im Alter von acht Jahren angezündet wurde (© dapd)
Middleton erlitt bei dem Brandanschlag im April 1998 Verbrennungen dritten Grades an 99 Prozent seines Körpers. Ärzte erwarteten nicht, dass er überlebte - doch zum Erstaunen aller tat er dies doch. Der Achtjährige überstand über die Jahre über 200 qualvolle Operationen, bevor er 2011 an Hautkrebs als Folge seiner Verbrennungen starb. Niemand wurde bis dahin für die Tat zur Verantwortung gezogen, doch nun könnte es doch noch Gerechtigkeit geben.
Der Grund: Kurz vor seinem Tod drehte Middleton ein schockierendes 17-minütiges Video von sich selbst, in dem er der Polizei den Namen seines Peinigers, damals nur 13 Jahre alt - nennt. Sein Angreifer, Tom Collins, soll ihn zwei Wochen, bevor er Middleton in Brand steckte, vergewaltigt haben. Der Anschlag selbst sollte Middleton zum Schweigen bringen, wie er erzählt.
Vergewaltigt, betäubt, angezündet
Die Vorwürfe von Middletons Totenbett ebneten nun den Weg für eine Mordanklage gegen den heute 27-jährigen verurteilten Sexualstraftäter Collins. Middleton beschrieb im Video auch den Ablauf der Wahnsinnstat: Erst überwältigte Collins seinen Nachbarn Middleton auf einem kleinen Pfad nahe ihrer Wohnhäuser und vergewaltigte ihn. Zwei Wochen später, an seinem achten Geburtstag, wurde er erneut am selben Ort überwältigt - Collins soll ihn mit einer gasförmigen Substanz betäubt haben. Danach erinnere er sich an nichts mehr - außer an die fürchterlichen Schmerzen, als er selbst brannte.
"Es war so schwer zu realisieren, was meine Augen sahen. Alle seine Haare waren versengt, die Haut hing von seinem Körper. Als er weggebracht wurde, konnte man den Abdruck von Robbies Körper in der verbrannten Rinde des Baumes erkennen", erklärte seine Mutter Colleen. Robbie kämpfte sich durch die Rehabilitation, durch Transplantationen und schmerzhafte Eingriffe. Er sei trotzdem ein glückliches Kind gewesen, erinnert sich seine Mutter nach dem Krebstod ihres Sohnes. Nur den Täter hätte er aus Scham nie nennen wollen. "Am Ende tat er es, weil er nicht wollte, dass vielleicht noch andere Kinder leiden müssen", sagt Colleen Middleton.
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