Massenproteste Welt

Griechen randalieren gegen neues Sparprogramm

Griechen randalieren gegen neues Sparprogramm

Auch Journalisten gehen auf die Straße (© APA)

Proteste in Athen
Ein Demonstrant wirft einen Stein gegen die Polizisten.
In Griechenland sind am Donnerstag massive Streiks gegen ein neues Sparprogramm eskaliert. In Athen ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund 500 zum Teil vermummte Demonstranten schleuderten Brandsätze auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben. Die Gewerkschaftsdachverbände des privaten und öffentlichen Sektors protestieren gegen ein Sparpaket in Höhe von 13,5 Milliarden Euro protestieren.

Ein 66-Jähriger, der nicht an den Ausschreitungen beteiligt war, starb nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus. Mindestens drei Menschen wurden leicht verletzt, berichtete der griechische Rundfunk unter Berufung auf den Rettungsdienst. Über dem Platz vor dem Parlament in Athen lag beißender Rauch, wie das Fernsehen berichtete. Dutzende Menschen flohen in Panik in die Nebenstraßen. Die Ausschreitungen dauerten fast zwei Stunden.

Brandsätze, Tränengas
 In Athen bedrängten rund 500 zum Teil vermummte Demonstranten die Polizei am zentralen Syntagma-Platz vor dem Parlament und warfen Brandsätze, die Beamten setzten Tränengas ein, wie ein Journalist berichtete. Laut Polizei waren rund 25.000 Demonstranten auf den Straßen der griechischen Hauptstadt, 17.000 protestierten demnach in der Hafenstadt Thessaloniki.

Griechenland STreik
Auch Journalisten gehen auf die Straße
„Wir verelenden“, skandierten einige Demonstranten. Andere warfen der Regierung vor, mit den endlosen Sparmaßnahmen das Land ins Chaos zu stürzen. Auch in Thessaloniki, auf Kreta und in zahlreichen mittelgriechischen Städten gingen Tausende Menschen auf die Straßen, wie örtliche Medien berichteten.

Der Gewerkschaftsdachverband der Privatwirtschaft (GSEE) rief für Mitte November erneut zum Generalstreik auf. Das neue griechische Sparpaket soll nach Informationen aus Regierungskreisen und der Geldgeber unter Dach und Fach sein. Die Gewerkschaften rechnen mit weiteren Kürzungen von Löhnen zwischen 6 und 20 Prozent. Rentner müssen voraussichtlich Kürzungen im Umfang von 4,9 Milliarden Euro in Kauf nehmen. Am Donnerstagmittag sind deswegen in Athen und anderen Städten des pleitebedrohten Landes Massendemonstrationen geplant.

Der Fährverkehr brach zusammen. Keine Fähre lief zu den Ägäisinseln aus, berichtete das staatliche Fernsehen. Auch die Eisenbahnen werden bestreikt.

Wegen einer dreistündigen Arbeitsniederlegung der Fluglotsen annullierten Fluglinien zahlreiche Inlandsflüge. Andere Flüge begannen mit erheblichen Verzögerungen. Auch die Taxifahrer zogen für neun Stunden die Handbremse. Ärzte behandeln nur Notfälle. Zahlreiche Museen und antike Stätten blieben geschlossen.



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