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22.10.2012

Obama vs. Romney

Dafür stehen die US-Kandidaten

Barack Obama und Mitt Romney: So gleich und doch so verschieden

Barack Obama und Mitt Romney: So gleich und doch so verschieden (© MICHAEL REYNOLDS / POOL (EPA / POOL))

US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney streiten in ihrem dritten und letzten Fernsehduell am Montag über die Außenpolitik. Das Thema spielt im Wahlkampf eine untergeordnete Rolle, die meisten Wähler sorgen sich stärker um die schwächelnde Wirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit.

+++ US-Wahl: Kopf-an-Kopf-Rennen geht ins Finale +++

In vielen außenpolitischen Fragen sind die Unterschiede zwischen beiden Kandidaten nicht so groß, wie es die aufgeheizte Wahlkampfrhetorik vermuten lässt.

ROLLE DER USA IN DER WELT
Obama setzte stärker als sein Vorgänger George W. Bush auf internationale Zusammenarbeit, wichtigste außenpolitische Richtschnur waren aber auch bei ihm die Interessen der USA. Romney wirft dem Präsidenten dagegen vor, zu sehr auf andere Länder Rücksicht zu nehmen und die weltpolitische Führungsrolle der USA aufs Spiel zu setzen. "Das 21. Jahrhundert kann und muss ein amerikanisches Jahrhundert sein", sagte der Republikaner in einer außenpolitischen Grundsatzrede Anfang Oktober.

ATOMSTREIT MIT DEM IRAN
Während Obamas Amtszeit sind gegen den Iran die bislang härtesten wirtschaftlichen Sanktionen verhängt worden. Die Gespräche mit Teheran über sein umstrittenes Atomprogramm treten dennoch auf der Stelle. Als letztes Mittel zur Verhinderung eines atomar bewaffneten Iran schließt Obama einen Militärangriff nicht aus, lehnt die Forderungen Israels nach klaren roten Linien aber ab. Romney wirft Obama vor, den israelischen Verbündeten im Stich zu lassen. Der Republikaner schlägt schärfere Töne gegenüber dem Iran an, im Grundsatz entspricht seine Haltung zu einem Militärschlag aber der von Obama.

RÜCKZUG AUS AFGHANISTAN
Unter Obama erhöhten die USA ihre Truppen im Kampf gegen die Aufständischen in Afghanistan zunächst drastisch, dann leitete der Präsident gemeinsam mit den NATO-Verbündeten den Rückzug vom Hindukusch ein. Bis Ende 2014 sollen alle ausländischen Kampftruppen abgezogen werden, und die Sicherheitsverantwortung soll in den Händen der Afghanen liegen. Romney unterstützt das Abzugsdatum, allerdings unter Vorbehalt. Der Rückzug sei abhängig von den "Bedingungen vor Ort", die er gemeinsam mit den militärischen Befehlshabern erörtern wolle.

STÄRKE DES US-MILITÄRS
Beim Verteidigungshaushalt liegen die Vorstellungen der beiden Kandidaten stark auseinander. Obama stellte im Januar Pläne für ein "schlankeres" Militär vor, das seine internationale Präsenz vor allem auf den pazifischen Raum konzentriert. Während die Stärke von Heer und Marine um 100.000 Soldaten sinken soll, will der Präsident Spezialeinheiten und das Drohnenprogramm ausbauen. Die Militärausgaben würden bis 2017 auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zurückgehen. Romney will das Verteidigungsbudget dagegen bei mehr als vier Prozent des BIP halten, mehr Kriegsschiffe bauen und die Armee vergrößern.

ANTI-TERRORKAMPF
Obama setzt auf Einsätze von Spezialkommandos und Raketenangriffe mit Drohnen, vor allem im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und im Jemen. Im Mai 2011 tötete eine Eliteeinheit auf seinen Befehl Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Romney hat erkennen lassen, dass er den Drohnenkrieg fortsetzen würde. Im Zusammenhang mit der Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi wirft er dem Präsidenten aber vor, nicht genug gegen das Erstarken islamistischer Terroristen in Nordafrika getan zu haben.

+++ Ein Umbruch auf Raten - nicht ohne Rückschläge +++

SYRIEN UND DIE UMSTÜRZE IN DER ARABISCHEN WELT
Als Anfang 2011 die Massenproteste gegen autokratische Herrscher in der arabischen Welt begannen, sagte Obama Unterstützung für den Übergang zur Demokratie zu. In Libyen trugen die USA und Verbündete mit Luftangriffen zum Sieg der Rebellen über Machthaber Muammar al-Gaddafi bei. In Syrien lehnt Obama ein militärisches Eingreifen dagegen ab. Auch Romney strebt dort keinen Militäreinsatz an, spricht sich aber für die Bewaffung der Opposition aus. Besonders ist dem Republikaner an der Sicherheit Israels gelegen, das er einen "Leuchttum für Demokratie und Freiheit in der Region" nennt.

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