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22.10.2012
Jimmy Savile
Missbrauchs-Skandal um toten BBC-Moderator
Jimmy Savile wurde vom Helden zum Mittelpunkt einer Missbrauchs-Serie (© Myung Jung Kim (PA FILES))
+++ Fall Savile überschattet BBC-Jubiläum +++
Als Jimmy Savile vor gut einem Jahr mit 84 starb, trauerte Großbritannien. Tausende besuchten seinen mit Blumen geschmückten Sarg. Tagelang waren Titelseiten und Fernsehprogramme voll mit Berichten über den einstigen BBC-Kult-Moderator und vermutlich ersten DJ des Königreichs.
Doch jetzt ist es anders. Der einstige Volksheld soll Jahrzehnte lang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und vergewaltigt haben, manche sollen erst zwölf Jahre alt gewesen sein. Fast täglich melden sich - so die britischen Medien - neue Opfer. Bewiesen ist allerdings noch nichts.
Zahl der Opfer "absolut erschreckend"
Die britische Polizei hat eine Untersuchung begonnen, auch die BBC steht schwer in der Kritik. Die Zahl der mutmaßlichen Opfer, die sich innerhalb kurzer Zeit gemeldet hätten, sei "absolut erschreckend", sagte Grant Shapps, Mitglied der Führungsspitze der konservativen Regierungspartei.
Der britische Premierminister David Cameron warf die Frage auf, ob Savile sein Titel Sir aberkannt werden sollte, den ihm die Queen 1990 für sein soziales Engagement verliehen hatte. Die Polizei verfolgt weit mehr als hundert Ermittlungsstränge und geht von bis zu 30 Opfern aus. Der Missbrauch könnte sich über vierzig Jahre hingezogen haben.
War BBC der Verdacht bekannt?
Savile soll seine Position als Moderator von BBC-Erfolgssendungen wie "Top of the Pops" ausgenutzt haben. In der BBC soll der Verdacht bekannt gewesen sein. Der Verstorbene soll keineswegs nur in Hinterzimmern von TV-Studios Kinder missbraucht haben, sondern möglicherweise auch in Krankenhäusern, Schulen und Heimen. Dort sammelte er Spenden. Ende November will die Polizei einen Bericht zu Savile vorlegen.
Ende 2011 soll etwa die BBC eine Dokumentation nicht ausgestrahlt haben, die sich mit den Missbrauchsvorwürfen beschäftigte. Der Grund sollen journalistische Zweifel gewesen sein. Doch interne Mails belasteten Peter Rippon, Chefredakteur der Nachrichtensendung "Newsnight", der den Beitrag abgelehnt hatte. Rippon trat schließlich am Montag zurück.
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